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Werden Harnwegsinfektionen bei älteren Patienten überdiagnostiziert? 2009

Ältere Krankenhaus-Patienten wurden oft mit Antibiotika für angenommene Harnwegsinfektion (HWI) behandelt, wenn auch kein Infekt nach den Diagnosekriterien vorlag.

In der aktuellen Studie (1) wurden drei Diagnosekriterien für HWI gestellt:

  • Positiver Urinkultur (gesammelt vor Antibiotika-Beginn)

  • Akute Symptome für eine Harnwegsinfektion

  • Positiver Blutkultur mit einem uropathogenem Keim.

  • Keine HWI-Symptome, aber Vorhandensein vom Blasenkatheter, oder Vorhandensein einer Krankheit, die das Berichten der Symptome unmöglich macht (wie Demenz) in Verbindung mit Klinischer Infektzeichen (wie Fieber, Leukozytose). 

Auffällig war eine häufig falsche Diagnose von HWI; so hatten 43,4% der Patienten nach den Diagnosekriterien keinen Infekt. Mögliche Gründe für die Überdiagnose der Harnwegsinfektion sind:

  • Hoher Prävalenz einer asymptomatischen Bakteriurie

  • Urinproben-Kontamination mit Bakterien

  • Die vielleicht überstrapazierte Annahme der Ärzte, dass die ältere Patienten mit HWI sich oft nicht mit spezifischen Symptomen präsentieren. 

Also der alte Leitsatz gilt weiterhin: Klinische Symptome haben absoluten Vorrang vor Laborbefunden.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Diagnose und Management von Harnwegsinfekten bei älteren Krankenhauspatienten

Diese retrospektive Fallstudie verglich die angewandte Diagnose und das Management von HWI bei älteren Krankenhauspatienten mit den klinischen Diagnosekriterien und Therapierichtlinen.

 In einem Akutkrankenhaus in England wurden Fälle von insgesamt  265 Patienten ab 75 Jahren untersucht, die während eines Zeitraums von 18 Monaten bei Entlassung mit einer HWI diagnostiziert worden waren.

Gesammelt wurden Daten bezüglich Alter, Geschlecht, aktueller Beschwerden, Ort der Aufnahme und Entlassung, weiterer Krankheiten und aktueller Medikation, durchgeführter Untersuchungen und Behandlung, sowie Dauer des Aufenthalts und etwaiger Komplikationen.

Auffällig war eine häufig falsche Diagnose von HWI; so hatten 43,4% der Patienten nach den Diagnosekriterien keinen Infekt. Von allen Patienten zeigten nur 32,1% typische Symptome. Unter denen ohne HWI hatten 10,4% der Patienten Symptome aber eine negative Urinkultur, 37,4% hatten asymptomatische Bakteriämie und bei 52,2% fanden sich weder Symptome noch Bakteriämie. Die Therapie  variierte jeweils stark. Die Mortalitätsrate lag bei 6,0% und der durchschnittliche Aufenthalt im Krankenhaus betrug 29,9 Tage. Häufige Komplikationen waren Infektion mit Clostridium difficile (8%), Stürze (4%), MRSA-Infektion (3%) und Frakturen (2%).

Fazit: Insgesamt sind verlässlichere Kriterien zur Diagnose von HWI bei älteren Patienten nötig, ebenso könnte genaueres Befolgen von Richtlinien das Ergebnis verbessern.

  1. Woodford HJ and George J. Diagnosis and management of urinary tract infection in hospitalized older people. J Am Geriatr Soc 2009 Jan; 57:107.
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Stand: 25. Mai 2013