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Kinder: Intensivierte Blutzucker-Kontrolle bei pädiatrischen Intensivpatienten, 2009

Neben den Diabetes-Patienten entwickeln auch viele nicht-diabetische Patienten Hyperglykämie auf der Intensivstation, wenn sie schwer krank (z.B. Sepsis) sind. Bei Erwachsenen gibt es derzeit unterschiedliche Studienergebnisse, wie weit eine intensivierte Insulintherapie auf Intensivstationen die Mortalität senkt. Die Ergebnisse neuer Studien verschieben die Datenlage jedoch  gegen eine zu offensive Senkung des Blutzuckers bei Intensiv-Patienten (2).

Aktuell ist eine randomisierte Studie (1) zum Thema "Intensivierte Insulintherapie bei Kindern auf pädiatrischen Intensivpatienten“ erschienen. Die Ergebnisse zeigten: Das gezielte Einstellen des Blutzuckerspiegels auf altersgemäße, normale Nüchternglukosewerte verbesserte den kurzfristigen Outcome pädiatrischer Intensivpatienten. Das letzt Wort ist hier womöglich auch noch nicht ausgesprochen. Der Einfluss auf langfristiges Überleben, Morbidität und neurokognitive Entwicklung ist jedoch noch zu untersuchen. 

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Intensivierte Insulintherapie bei pädiatrischen Intensivpatienten: eine prospektive, randomisierte  kontrollierte Studie.

HINTERGRUND: Schwerkranke Säuglinge und Kinder entwickeln häufig eine Hyperglykämie mit unerwünschtem Outcome. Ob dieser durch die gezielte Senkung des Blutzuckerspiegels auf altersgemäße, normale Nüchternglukosewerte verbessert werden kann, ist unklar. In der Studie wurde untersucht, inwieweit bei schwerkranken Säuglingen und Kindern der Outcome durch gezieltes Einstellen einer altersgerechten Normoglykämie mittels Insulininfusion beeinflusst wird.

METHODEN: In einer prospektiven, randomisierten kontrollierten Studie wurden 700 schwerkranke Patienten eingeschlossen: 317 Säuglinge (< 1 Jahr) und 383 Kinder (≥ 1 Jahr), die auf der pädiatrischen Intensivstation (PICU) der Universitätsklinik Leuven (Belgien) behandelt wurden. Die Patienten wurden mittels verblindeter Umschläge randomisiert zwei Gruppen zugeteilt: Bei einer Patientengruppe wurde der Blutzuckerspiegel während des Aufenthalts auf Intensivstation mittels Insulininfusion wie folgt eingestellt: bei Säuglingen auf  2,8-4,4 mmol/l und bei Kindern auf 3,9-5,6 mmol/l (Intensivgruppe, n= 349). Die zweite Patientengruppe erhielt Insulininfusionen nur mit dem Ziel, einen Anstieg des Blutzuckerspiegels über 11,9 mmol/l zu verhindern (Normalgruppe, n=351). Patienten und Labormitarbeiter wurden verblindet zugeteilt. Als primäre Endpunkte wurden die Aufenthaltsdauer auf  Intensivstation und Entzündungsparameter bestimmt. Die Auswertung erfolgte per Intention-to-treat-Analyse. Die Studie wurde bei ClinicalTrials.gov mit der Nummer NCT 00214916 angemeldet.

ERGEBNISSE: Der durchschnittliche Blutzuckerspiegel lag in der Intensivgruppe niedriger als in der Normalgruppe (Säuglinge: 4,8 [SD 1,2] mmol/l versus 6,4  [SD 1,2] mmol/l; p < 0,0001; Kinder: 5,3 [SD 1,1] mmol/l versus 8,2 [SD 3,3] mmol/l; p < 0,0001). Eine Hypoglykämie, definiert als Blutzucker ≤ 2,2 mmol/l, trat bei 87 Patienten (25%, p< 0,0001) der Intensivgruppe und bei 5 Patienten (1%) der Normalgruppe auf. Eine Hypoglykämie definiert als Blutzucker < 1,7 mmol/l fand sich bei 17 Patienten (5%) gegenüber 3 Patienten (1%) (p=0,001). Die Aufenthaltsdauer auf Intensivstation war in der Intensivgruppe kürzer (5,51 Tage; 95% KI 4,65-6,37) als in der Normalgruppe (6,15 Tage; 5,25-7,05; p = 0,017). Am 5. Tag war in der Intensivgruppe eine rückläufige Entzündungsreaktion anhand der Verringerung des C-reaktiven Proteins gegenüber dem Basiswert feststellbar (-9,75 mg/l [95% KI -19,93 bis 0,43] versus 8,97 mg/l [-0,9 bis 18,84]; p=0,007). Die Anzahl von Patienten mit verlängertem (> Median) Aufenthalt auf Intensivstation lag in der Intensivgruppe bei 132 (38 %) Patienten gegenüber 165 (47 %) in der Normalgruppe (p = 0,013). Neun Patienten (3%) verstarben in der Intensivgruppe und 20 Patienten (6%) in der Normalgruppe (p = 0,038).

SCHLUSSFOLGERUNG: Das gezielte Einstellen des Blutzuckerspiegels auf altersgemäße, normale Nüchternglukosewerte verbesserte den kurzfristigen Outcome pädiatrischer Intensivpatienten. Der Einfluss auf langfristiges Überleben, Morbidität und neurokognitive Entwicklung ist noch zu untersuchen.  FÖRDERUNG: Forschungsstiftung (Belgien); Forschungsfonds der Universität Leuven (Belgien), des "CLINICIP“-Projektes des EU- Programms Information Society Technologies sowie des Instituts für Forschung und Technik (Belgien).

  1. Vlasselaers D et al. Intensive insulin therapy for patients in paediatric intensive care: A prospective, randomised controlled study. Lancet 2009 Feb 14; 373:547.
  2. Neue-Empfehlungen: Blutzuckereinstellung bei Patienten mit Diabetes-Typ-2, USA/Europa 2009. Mehr..
Schlüsselwörter: Engmaschige Blutzuckerkontrolle, Diabetiker, nicht-diabetiker, Operation, Sepsis, Krankheit, Therapie, Behandlung, Medikament, Insulinperfusor, Diabetes, Intensivierte Insulintherapie, Intensivstation, Vorteile, Sterblichkeit, ICU, Nachteile, Intensive Insulin-Therapie, Krankheit, Studie, Therapie, Behandlung, Medikament und Studien. Krankheit, Studie, klinik, krankenhaus, Therapie, Behandlung, kliniken, krankenhäuser, Medikament, Studien
 

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Stand: 25. Mai 2013