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Raucher mit Begleitkrankheiten: Dreifach kombinierte medikamentöse Therapie als Abstinenz-Therapie, 2009

Die meisten Raucher, die mit Rauchen aufhören wollen, erhalten keine begleitende Beratung oder Medikamententherapie. Die Erfolgsquote ist relativ mäßig, selbst dann wenn sie vorher eine begleitende Beratung oder Medikamententherapie erhalten hatten. In zwei aktuellen Studien (1,2) wurden daher intensivere Maßnahmen zum Rauchen-Abgewöhnen bei Patienten mit körperlichen Begleitkrankheiten überprüft. 

In der ersten Studie (1) wurden erwachsene Raucher mit Begleitkrankheiten (kardiovaskuläre Krankheiten, Diabetes, COPD) entweder für Nikotinpflaster oder für eine Kombinationstherapie (Nikotinpflaster, Nikotininhalator,  Bupropion randomisiert. Nach 26 Wochen waren mehr Patienten in der Kombitherapie-Gruppe als in der Nikotinpflaster-Gruppe abstinent (35% vs. 19%).  

In der zweiten Studie (2) wurde die Pharmakotherapie (Nikotinpflaster oder Bupropion) entweder alleine eingesetzt oder mit regelmäßigen Beratungsanrufen kombiniert.  

Beide Studien haben am Ende gezeigt, dass Intensive Programme zum Rauchen-Abgewöhnen die Zahl der abstinenten Patienten erhöht. Solche Programme wären bei Patienten mit Begleitkrankheiten wie Herzkrankheiten umso wichtiger. 

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Dreifach kombinierte medikamentöse Therapie für Raucher mit zusätzlichen Krankheiten: Eine randomisierte Studie.

HINTERGRUND: Raucher, die zusätzlich an medizinischen Krankheiten leiden, haben ein besonders hohes Risiko für durch Tabak verursachte Komplikationen. Es sind bisher keine klinischen Studiendaten über die Effektivität einer dreifach kombinierten, medikamentösen Therapie für Tabak-Abhängigkeit bei diesen Rauchern, die ein besonders hohes Risiko haben, vorhanden.

ZIEL: Es sollte die Anwendung einer Dreifach-Kombination an Medikation bei verlängerter Therapie-Dauer verglichen werden mit einer Behandlung allein mit einem Nikotin-Pflaster und normaler Therapie-Dauer. Verglichen wurden jeweils die Abstinenz-Raten der Raucher nach sechs Monaten.

GESTALTUNG: Es handelt sich um eine randomisierte klinische Studie im Zeitraum von 2005 bis 2007.

UMFELD: Ausschließlich primäre Versorgung.

PATIENTEN: 127 Raucher im Alter von mindestens 18 Jahren und mit vorher definierten medizinischen Krankheiten wurden aus der örtlichen Bevölkerung rekrutiert.

INTERVENTION: Die Teilnehmer wurden durch Block-Randomisierung auf zwei Therapie-Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe erhielt eine Behandlung mit Nikotin-Pflastern im Rahmen eines regulären, 10-wöchigen, ausschleichenden Therapieplans (n = 64). Die zweite Gruppe erhielt eine Kombination aus Nikotin-Pflastern, einem oralem Nikotin-Inhalator sowie Bupropion bei Bedarf (n = 63). Personal, welches nicht der Studie angehörte, teilte die Teilnehmer telefonisch unter Benutzung von Randomisierungs-Tabellen, die von einem Computer erstellt wurden, in die beiden Gruppen ein. Das Studien-Personal selbst hatte vor der Randomisierung keinen Zugriff auf die Randomisierungs-Tabellen. Teilnehmer und Studien-Personal wurden in Bezug auf die jeweilige Behandlungs-Zuteilung nicht verblindet.

MESSUNGEN: Das primäre Outcome war die Punkt-Abstinenz über einen Zeitraum von sieben Tagen, 26 Wochen nach dem geplanten Datum der Beendigung des Tabak-Konsums, bestätigt durch die Messung des Carbon-Monoxids in der Ausatemluft. Sekundäre Outcomes waren die Zeit bis zum ersten Rückfall, die Dauer des Medikamenten-Gebrauchs, sowie ungünstige Wirkungen der Medikation. Die Analyse wurde durchgeführt auf der Basis der ursprünglich geplanten Behandlungsart (Intention-to-treat), in der Patienten, welche die Studie nicht abschlossen (n = 13 in der Gruppe mit alleinigem Nikotin-Pflaster, n=18 in der Gruppe der Kombinations-Therapie) weiterhin als Raucher klassifiziert wurden.

ERGEBNISSE: Beide Behandlungsgruppen hatten ähnliche Ausgangs-Eigenschaften. Der Anteil der abstinenten Patienten betrug nach 26 Wochen 35% (22 von 63 Patienten) in der Kombinationsgruppe gegenüber 19% (12 von 64 Patienten) in der Nikotin-Pflaster-Gruppe (Rückfall-Vorteil: 16% [95% Konfidenzintervall von 1% bis 31%]; P = 0,040). Das adjustierte Wahrscheinlichkeits-Verhältnis für Abstinenz in der Kombinations-Gruppe betrug 2,57 (95% Konfidenzintervall von 1,05 bis 6,32; P = 0,041). Die mittlere Zeit bis zum Rückfall war in der Kombinationsgruppe signifikant länger als in Gruppe mit alleiniger Therapie durch ein Nikotin-Pflaster (65 Tage gegenüber 23 Tage; P = 0,005). Einige Nebenwirkungen traten in der Kombinationsgruppe häufiger auf (z.B. Schlaflosigkeit [25% gegenüber 9%] und Angstzustände [22% gegenüber 3%]), allerdings war der Anteil an Teilnehmern, welche die Anwendung der Studien-Medikation aufgrund ungünstiger Vorkommnisse vorzeitig abbrachen, in beiden Gruppen ähnlich (6%).

EINSCHRÄNKUNGEN: Ungefähr 25% der Teilnehmer schlossen die Studie nicht ab (Anteil in beiden Gruppen ähnlich). Das Behandlungspersonal und die Studienteilnehmer waren nicht verblindet.

SCHLUSSFOLGERUNG: Flexibel dosierte, dreifach kombinierte medikamentöse Therapie über bis zu sechs Monate war bei ambulanten Rauchern mit zusätzlichen medizinischen Krankheiten wirksamer als eine Behandlung allein mit einem Nikotin-Pflaster und normaler Therapie-Dauer.

  1. Steinberg MB et al. Triple-combination pharmacotherapy for medically ill smokers: A randomized trial. Ann Intern Med 2009 Apr 7; 150:447

  2. Ellerbeck EF et al. Effect of varying levels of disease management on smoking cessation: A randomized trial. Ann Intern Med 2009 Apr 7; 150:437

Schlüsselwörter:Zigaretten, nikotinpflaster, Raucher, Begleitkrankheiten, Dreifach kombinierte medikamentöse Therapie, nikotin-pflaster, pille, aufhören mit Rauchen, Abstinenz-Therapie, abgewöhnen, bupropion, zigaretten, tabak, antiraucher, raucherpille, Krankheit, Studie, klinik, krankenhaus, Therapie, Behandlung, kliniken, krankenhäuser, Medikament, Studien

 

 

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Stand: 25. Mai 2013