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Blutdrucksenkende Medikamente in der Prävention kardiovaskulärer Krankheiten, 2009

Studie (1): Alle fünf Klassen der blutdrucksenkenden Medikamente -Thiazide (Diuretika), Beta-Blocker, ACE-Hemmer, AT-Blocker und Kalziumantagonisten- waren unabhängig von der Patientenvorgeschichte effektiv, sie wiesen eine ähnliche Wirksamkeit in der Reduzierung von akuten Ereignissen einer koronaren Herzkrankheit und von Hirninfarkten auf.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Der Einsatz von blutdrucksenkenden Medikamenten in der Prävention kardiovaskulärer Krankheiten: Meta-Analyse aus 147 randomisierten Studien im Vergleich zu den Ergebnissen prospektiver epidemiologischer Studien. 

ZIELE: Es sollte die quantitative Wirksamkeit der unterschiedlichen Klassen von blutdrucksenkenden Medikamenten in der Prävention von koronarer Herzkrankheit (KHK) und Hirninfarkten bestimmt werden. Weiterhin sollte festgestellt werden, welche Patienten eine Behandlung erhalten sollten.

GESTALTUNG: Meta-Analyse. Datenquelle: Medline (1966-2007).

STUDIEN-AUSWAHL: Randomisierte Studien von blutdrucksenkenden Medikamenten, in denen KHK-Ereignisse und Hirninfarkte erfasst wurden. 108 Studien untersuchten die Blutdruck-Unterschiede zwischen Patienten in Behandlung mit dem Studien-Medikament und einer Kontroll-Gruppe, die entweder Placebo oder keine Medikation erhielt ("Blutdruck-Unterschieds-Studien"). In 46 Studien wurden verschiedene Medikamente miteinander verglichen ("Medikament-Vergleichs-Studien"). Sieben Studien mit drei randomisierten Gruppen wurden in beide Kategorien eingeteilt. Die Ergebnisse wurden interpretiert im Vergleich zu den Ergebnissen der größten publizierten Meta-Analyse von Kohorten-Studien mit insgesamt 958.000 Teilnehmern.

TEILNEHMER: 464.000 Teilnehmer wurden in drei sich gegenseitig ausschließende Kategorien eingeteilt: Teilnehmer mit einer Anamnese ohne Gefäßkrankheiten, Teilnehmer mit bekannter KHK und Teilnehmer mit einem Hirninfarkt in der Anamnese.

ERGEBNISSE: In den Blutdruck-Unterschieds-Studien hatten Beta-Blocker bei Patienten mit bekannter KHK eine Wirksamkeit in der Risiko-Reduzierung von rezidivierenden KHK-Ereignissen, die über die reine blutdrucksenkende Wirkung hinaus ging: Risiko-Reduzierung um 29% (95% Konfidenz-Intervall: 22% - 34%) im Vergleich zu 15% (11% - 19%) in Studien mit anderen Medikamenten. Dieser zusätzliche Effekt war begrenzt auf die ersten Jahre nach einem Myokard-Infarkt, mit einer Senkung des Risikos um 31%. Die Risiko-Reduzierung bei Patienten mit bekannter KHK aber ohne kürzlich abgelaufenen Myokard-Infarkt betrug 13% (P=0,04). In den weiteren Blutdruck-Unterschieds-Studien (ausgenommen KHK-Ereignisse in Studien von Beta-Blockern bei Patienten mit bekannter KHK) ergab sich eine Reduzierung der KHK-Ereignisse um 22% (17% - 27%) und eine Reduzierung der Hirninfarkte um 41% (33% - 48%) bei einer Reduzierung des systolischen Blutdrucks um 10 mmHg oder des diastolischen Blutdrucks um 5 mmHg. Dies war vergleichbar zu den Reduzierungen um 25% (für KHK-Ereignisse) bzw. um 36% (für Hirninfarkte) für die gleiche Senkung des Blutdrucks in der Meta-Analyse der Kohorten-Studien und zeigte dadurch an, dass der Vorteil durch die Blutdruck-Senkung selbst zu erklären ist. Die fünf Klassen der blutdrucksenkenden Medikamente (Thiazide, Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptor-Blocker und Kalzium-Kanal-Blocker) wiesen eine ähnliche Wirksamkeit (innerhalb weniger Prozentpunkte) in der Reduzierung von KHK-Ereignissen und Hirninfarkten auf. Eine Ausnahme waren die Kalzium-Kanal-Blocker, die eine größere vorbeugende Wirkung auf Hirninfarkte hatten (relatives Risiko: 0,92; 95% Konfidenz-Intervall: 0,85 - 0,98). Die prozentualen Reduzierungen der KHK-Ereignisse und Hirninfarkte waren ähnlich bei Patienten mit und ohne kardiovaskuläre Krankheiten und unabhängig vom Blutdruck vor der Behandlung (bis zu Werten von nur 110 mmHg systolisch und 70 mmHg diastolisch). Die Kombination unserer Ergebnisse mit denen aus zwei anderen Studien (Meta-Analysen einerseits von Blutdrucks-Kohorten-Studien und andererseits von Studien, in denen die blutdrucksenkende Wirkung von Medikamenten in Abhängigkeit von der Dosis untersucht wurde) zeigte, dass bei Teilnehmern im Alter von 60 bis 69 Jahren mit einem diastolischen Blutdruck vor der Behandlung von 90 mmHg durch die Gabe von drei Medikamenten mit jeweils der Hälfte der Standard-Dosis das Risiko eines KHK-Ereignisses um geschätzte 46% und das eines Hirninfarkts um geschätzte 62% gesenkt werden konnte - eine Therapie mit einem Medikament in Standard-Dosis wies im Vergleich dazu nur ungefähr die halbe Wirksamkeit auf. Die aktuelle Meta-Analyse zeigte ebenfalls, dass alle Medikamente bis auf Kalzium-Kanal-Blocker (mit Ausnahme nicht-kardioselektiver Beta-Blocker) die Inzidenz von Herzinsuffizienz um 24% (19% - 28%) verringerten, Kalzium-Kanal-Blocker senkten die Inzidenz um 19% (6% - 31%).

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Mit der Ausnahme der zusätzlichen, protektiven Wirkung von Beta-Blockern kurz nach einem Myokard-Infarkt, und der geringen zusätzlichen Wirkung von Kalzium-Kanal-Blockern in der Prävention eines Hirninfarkts, wiesen alle Klassen der blutdrucksenkenden Medikamente eine ähnliche Wirksamkeit in der Reduzierung von akuten Ereignissen einer koronaren Herzkrankheit und von Hirninfarkten bei einer vorgegebenen Senkung des Blutdrucks auf. Pleiotrope Effekte konnten so ausgeschlossen werden. Die proportionale Reduzierung von Vorfällen im Rahmen kardiovaskulärer Krankheiten war gleich oder ähnlich - unabhängig sowohl vom Blutdruck vor Beginn der Behandlung als auch von der Abwesenheit/Anwesenheit bestehender kardiovaskulärer Krankheiten. Leitlinien zur Benutzung blutdrucksenkender Medikamente können vereinfacht werden, so dass Medikamente allen Menschen, unabhängig von ihren Blutdruck-Werten, angeboten werden. Die Ergebnisse zeigen die Bedeutung der Blutdrucksenkung in jedem Menschen über einem gewissen Alter. Diese erscheint den Autoren vorteilhafter, als den Blutdruck bei jedem Patienten zu messen und nur bei manchen zu behandeln.

  1. Law MR et al. Use of blood pressure lowering drugs in the prevention of cardiovascular disease: Meta-analysis of 147 randomised trials in the context of expectations from prospective epidemiological studies. BMJ 2009 May 19; 338:b1665.
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Stand: 25. Mai 2013