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Clostridien-Infektion - Stuhltest: Diagnostischer Wert wiederholter Stuhltests, 2009

Clostridien sind grampositive Stäbchen-Bakterien, die aneorob (ohne Sauerstoff wachsen). Verschiedene Clostridien-Arten können verschiedene Krankheiten hervorrufen. Clostridien Diffizile verursacht auch in Deutschland zunehmend antibiotikainduzierte pseudomembranöse Kolitis (CDC: Clostridium difficile–associated colitis).  Auch in Deutschland werden häufig mehrere Stuhltests bei der Diagnostik durchgeführt. Eine aktuelle Studie (1) untersuchte die Effektivität dieser Vorgehensweise.

Die Ergebnisse zeigten, dass fast alle Clostridien-Fälle mit dem ersten Stuhltest identifiziert wurden. Bei Verdacht auf Clostridium difficile Infektion sollte die Diagnostik auf einen Stuhltest beschränkt und nur bei hohem klinischen Verdacht ein einzelner Wiederholungstest durchgeführt werden.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Diagnostischer Wert wiederholter Enzymimmunoassays bei Infektion mit Clostridium difficile.

ZIELE: Prävalenz, Schweregrad und Mortalität von Clostridium difficile Infektionen  (CDI) sind stark angestiegen. In den USA treten jährlich etwa drei Millionen neue Fälle auf, wobei die Diagnosestellung nach wie vor problematisch ist. Am weitesten verbreitet ist der Enzymimmunoassay für den Nachweis von Toxin A und B [EIA (A&B)] in einer Stuhlprobe. Dabei gibt es keine Richtlinien zur optimalen Testhäufigkeit und oftmals werden mehrere Tests im Rahmen der Diagnostik angeordnet. In der vorliegenden Studie sollte untersucht werden, welchen diagnostischen Wert ein zweiter und dritter EIA (A&B)-Stuhltest bei initial negativem Test hat. Dabei wurde auch analysiert, in welcher Häufigkeit der EIA-Test in der Diagnostik von CDI-Verdachtsfällen angewiesen wird.

METHODEN: Anhand einer Datenbank aller EIA (A&B)-Stuhltests bei Verdachtsdiagnose CDI wurde eine retrospektive Studie durchgeführt. Studienteilnehmer waren Erwachsene, die über einem Zeitraum von 3,5 Jahren in einem großen Lehrkrankenhaus aufgenommen wurden. Alle Tests, die innerhalb von 5 Tagen nach der ersten Anordnung abgeschlossen wurden, zählten zu einer Testepisode. Pro Episode wurden jeweils nur die ersten drei Proben analysiert. Alter, Geschlecht und Stuhltest-Ergebnis wurden tabellarisch erfasst. Außerdem wurde das Anordnungs-Verhalten der Ärzte und der Anteil positiver Stuhltests im Verhältnis zur Anzahl durchgeführter Tests bestimmt. Ein einmaliges positives EIA-Ergebnis wurde als positiver CDI-Befund gewertet.

ERGEBNISSE: 3712 Patienten hatten insgesamt 5865 einzelne Durchfallepisoden (Gesamtzahl EIA (A&B)-Stuhltests = 9178). 1165 (19,9 %) der Episoden erwiesen sich als CDI-positiv. 73,2% der positiven Patienten waren > 65 Jahre und 54,2% Frauen. Bei Verdacht auf CDI wurde am häufigsten einmalig ein Stuhltest angeordnet (60,1%), gefolgt von zwei (23,2%) und drei (16,6%) aufeinander folgenden Tests. Von 1165 CDI-positiven Fällen wurden 1046 (89,8%) gleich im ersten Test diagnostiziert, 95 (8,2%) im zweiten Test und nur 24 (2,0%) im dritten Test. Bei 1934 Fällen wurde nach initial negativem Ergebnis ein zweiter Test angewiesen, wobei 95 (4,91 %) positiv ausfielen. Bei 793 Episoden wurde nach zwei vorausgegangenen, negativen Tests ein dritter angeordnet, wovon nur 24 (3,03%) positiv waren.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Die Studie unterstreicht den niedrigen diagnostischen Wert wiederholter Stuhltests mittels Enzymimmunoassay zum Nachweis von Toxin A und B [EIA (A&B)]. Dies spricht dafür, bei Verdacht auf Clostridium difficile Infektion die Diagnostik auf einen Stuhltest zu beschränken und nur bei hohem klinischen Verdacht einen einzelnen Wiederholungstest durchzuführen. Die routinemäßige Anordnung multipler Stuhltests sollte vermieden werden. Nachdem die Clostridium difficile Infektion immer mehr zu einem endemischen Gesundheitsproblem mit großer finanzieller Belastung für das US-Gesundheitssystem wird, sollten zur Unterstützung der Evidenz-basierten Medizin in der Praxis klare Richtlinien zum optimalen Einsatz von EIA (A&B)-Stuhltests in der Diagnostik aufgestellt werden.

  1. Nemat H et al. Diagnostic value of repeated enzyme immunoassays in Clostridium difficile infection. Am J Gastroenterol 2009 Aug; 104:2035.
Schlüsselwörter: stuhl, diarrhoe, durchfall, Antibiotikainduzierte pseudomembranöse Kolitis, Clostridien difficile, Clostridien, Infektionen, Clostridien-Infektion, Diagnose mit Enzymimmunoassay, test, infektion, stuhltest, grampositive Stäbchen-Bakterien, aneorob, Clostridien-Arten, Infektion, Krankheiten, Lebensmittelvergiftung durch Clostridien perfringens, Gasbrand, Wundstarrkrampf durch Clostridien tetani, Tetanus, Krämpfe, Botulismus durch Clostridien botulinum,Krankheit, Studie, klinik, krankenhaus, Therapie, Behandlung, kliniken, krankenhäuser, Medikament, Studien
 

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Stand: 25. Mai 2013