Medknowledge

Suchkatalog 

Home

Suche

Datenbanken

Newsletter

Bücher

Kontakt

Englisch

 

Ärzte (mit Login)

Forum für Fachkreise
Fachgebiete
Evidenzbas. Medizin
Medizindatenbanken
Leitlinien

Ärzte (ohne Login)

Online-Fortbildung
Qualitätsmanagement
DRG   ICD-10,  OPS 
Medizinprodukte/Firmen__

Recherche

Medline-Abstracts
Neue Medikamente
Literaturservice

Weiteres

Pharmaseiten-- 
Medizinstudium
Jobs   Ausland

 

Verordnungsqualität bei älteren Menschen und Beers-Arzneimittel-Liste, 2009

Hintergrundinformation: Die „Beers-Kriterien"ist eine Liste, die die Verschreibung von über 40 Medikamentenklassen im Alter für inadäquat erklärt. Die Einstufung der Medikamente erfolgte aufgrund der mangelnden Wirksamkeit, potentiellen Nebenwirkungen und unpassender Anwendung bei Patienten über 65 Jahre.

Studie (1): Übereinstimmung zwischen der Beers-Liste* und Expertenmeinungen bei der Verordnung problematischer Medikamente

Der amerikanische Geriater Mark Beers hat 1991 eine Liste von Arzneimittelwirkstoffen veröffentlicht, in der die Wirkstoffe genannt werden, die bei Menschen über 65 Jahren möglichst vermieden werden sollten, weil sie verstärkte unerwünschte Wirkungen aufweisen, unwirksam sind oder wirksame Alternativen mit weniger unerwünschten Wirkungen verfügbar sind. Die einzelnen Wirkstoffe wurden nach Literatursichtung (Medline) mit Kommentaren zu den Bedenken gegen den Einsatz gelistet und anschließend einer Expertenprüfung (Klinische Pharmakologen, Geriater, Psychiater) unterzogen. 2003 wurde die Liste überarbeitet; die aktuelle Liste besteht nun aus zwei Teilen: Teil 1 behandelt Arzneimittel, die generell bei über 65- Jährigen vermieden werden sollen, Teil 2 listet Arzneimittel, die bei über 65-jährigen mit bestimmten Erkrankungen vermieden werden sollen (Quelle: AOK).

 

Die Beers-Liste wird üblicherweise benutzt um die Verordnungsqualtiät bei älteren Menschen zu beurteilen. Es haben bisher jedoch nur wenige Studien die Übereinstimmung zwischen dieser Liste und einer Expertenmeinung im Einzelfall als Maße für problematische Verordnungen untersucht. In einer amerikanischen Studie, die in den „Archives of Internal Medicine“ erschien, wurden die Daten von 265 ambulanten Patienten über 65 Jahren untersucht, die fünf oder mehr Medikamente einnahmen. Nach einer umfassenden Patientenbefragung erteilte ein Studienteam aus einem Mediziner und einem Pharmakologen  den Rat, bestimmte Medikamente abzusetzen, zu ersetzen oder die Dosis zu reduzieren. Es wurde der Grad an Übereinstimmung untersucht, zu welchem Medikamente, die nach der Beers-Liste oder den verwandten Zhan-Kriterien als potentiell ungeeignet eingestuft werden, auch vom Studienteam als problematisch angesehen wurden und andersherum.

 

Ergebnisse:

In der Studienkohorte nahmen 256 Patienten 3678 Medikamentenverabreichungen ein. Das Studienteam wies 563 (15%) der Medikamente als problematisch aus, während 214 (6%) aus der Beers-Liste und 91 (2,5%) von den Zhan-Kriterien als ungeeignet gekennzeichnet wurden. Der Kappa-Koeffizient* für die Übereinstimmung zwischen den Arzneimittellisten und den Expertenmeinungen betrug 0,10 bis 0,14, was auf eine schwache Übereinstimmung zwischen diesen beiden Meßinstrumenten hinweist. 61% der Medikamente, die auf der Beers-Liste als potentiell ungeeignet eingestuft werden und 49% der von den Zhan-Kriterien gekennzeichneten Medikamente wurden von den Experten als unproblematisch betrachtet. Die Übereinstimmung zwischen den Arzneimittellisten und den Expertenmeinungen variierte stark bei den verschiedenen Medikamentengruppen.               

 

Fazit:

Die Listen von potentiell ungeeigneten Medikamenten haben nur eine begrenzte Aussagekraft und können nicht zwischen Patienten mit Verordnungsproblemen und solchen ohne  Verordnungsprobleme (eingestuft durch eine Expertenbewertung) differenzieren. Obwohl diese Listen nützlich sind als Leitlinie für Verordnungen bei Therapiebeginn, sind sie nicht genau genug, um als alleiniges Maß für die Verordnungsqualität standzuhalten.      

 

*Der Kappa-Koeffizient nach Cohen ist ein Maß für die Übereinstimmung zweier verbundener kategorialer Stichproben. Dabei kann es sich um die zweifache Bewertung eines Beurteilers handeln oder um die jeweils einfache Bewertung zweier verschiedener Beurteiler. Kappa quantifiziert in beiden Fällen den Grad der Übereinstimmung. (Quelle: www.medi-stat.de)  

  1. Steinman MA et al. Agreement between drugs-to-avoid criteria and expert assessments of problematic prescribing. Arch Intern Med 2009 Jul 27; 169:1326.
  2. Medikamente bei älteren Patienten - US-Negativliste 2003
  3. Notfallbehandlung wegen Medikamenten-Nebenwirkungen bei älteren Patienten, 2008
Schlüsselwörter: Medikamente-Verordnung, verschreiben, wirkstoff, wirksam, geriatrie, senioren, medikament, Beers-Liste, Medikamente, ältere Patienten, US-Negativliste, Arzneimittel, positivliste, Liste von Arzneimittel-Wirkstoffe, nebenwirkungen, wirksamkeit, unerwünschte Wirkungen, hausarztpraxis, verordnen, verschreibung, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, klinik, krankenhaus, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien
 

Patienten

Übersicht
Krankheiten
Fachkliniken
Medikamente-Preisvergleich

Home Kontakt Impressum  Newsletter Nutzungshinweise

Copyright © 2000 [Medknowledge.de]. Alle Rechte vorbehalten.

Stand: 25. Mai 2013