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Frühzeitige Implantation eines Kardioverter-Defibrillators (ICD) nach Herzinfarkt, 2009

ICD-Therapie nach einem frischen Herzinfarkt (1-2 Monate nach Herzinfarkt) zum jetzigen Zeitpunkt nur als Sekundärprophylaxe 

Die Sterblichkeit, oft  durch plötzlichen Herztod, ist unmittelbar nach einem Herzinfarkt am höchsten. Eine Studie (2) hatte 2005 gezeigt, dass prophylaktische ICD-Implantation bei Patienten mit ischämischer oderf non-ischämischer Herzinsuffienz (LVEF <35%) das Überleben bessert. Bei einer weiteren Studie (3; DINAMIT-TRIAL) wurde die ICD-Implantation auf Patienten nach Herzinfarkt eingeschränkt; Die Ergebnisse ergaben, dass ICD-Implantation zwar den plötzlichen Herztod durch Arryhtmien reduzierte, aber die Gesamtmortalität nicht beeinflusste.

Eine aktuelle randomisierte Studie (1) ging ebenfalls der Fragestellung der ICD-Therapie bei Patienten nach Herzinfarkt, die Risikofaktoren für einen plötzlichen Herztod (EF <40%, oder Nicht-anhaltende VTs) aufwiesen, nach. Die Ergebnisse der Studie zeigten jedoch, dass frühzeitige Implantation eines Kardioverter-Defibrillators (ICD) nach Herzinfarkt das Überleben nicht verbesserte.

Man kann also festhalten, dass die Hochrisiko-Patienten von einer ICD-Implantation keinen klaren Nutzen hatten. Zum jetzigen Zeitpunkt sollte eine ICD-Therapie nach einem frischen Herzinfarkt (in den le. 1-2 Monaten) nur als Sekundärprophylaxe (z.B. maligne symptomatische Herzrhythmusstörungen) angewendet werden.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Frühzeitige Implantation eines Defibrillators nach einem Herzinfarkt

HINTERGRUND: Die Sterblichkeit, auch verursacht durch plötzlichen Herztod, ist unmittelbar nach einem Herzinfarkt am höchsten. Allerdings besteht in aktuellen Leitlinien keine Empfehlung, innerhalb von 40 Tagen nach einem Herzinfarkt einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (engl. ICD), mit dem Ziel der Prävention eines plötzlichen Herztods, einzusetzen. Es wurde die Hypothese untersucht, dass Patienten mit erhöhtem Risiko, die frühzeitig mit einem ICD behandelt werden, länger leben als jene Patienten, die lediglich eine optimale medikamentöse Therapie erhalten.

METHODEN: Diese randomisierte, prospektive, durch die Autoren initiierte, multizentrische Open-Label-Studie erfasste 62.944 nicht-selektierte Patienten mit Herzinfarkt. Aus dieser Gruppe wurden insgesamt 898 Patienten zwischen Tag 5 und Tag 31 nach ihrem Herzinfarkt in die Studie aufgenommen. Für eine Aufnahme in die Studie mussten die Teilnehmer eines oder beide der folgenden, klinischen Kriterien erfüllen. Kriterium 1: Eine reduzierte linksventrikuläre Ejektionsfraktion (40% oder weniger) und eine Herzfrequenz von 90 oder mehr Schlägen pro Minute auf dem ersten verfügbaren Elektrokardiogramm (EKG). Kriterium 2: Nicht-anhaltende ventrikuläre Tachykardie (mindestens 150 Schläge pro Minute) im Langzeit-EKG. Das erste Kriterium wurde von 602 Patienten erfüllt, das zweite Kriterium erfüllten 208 Patienten. 88 Patienten erfüllten beide Kriterien.Von den 898 Patienten wurden 445 randomisiert einer Behandlung mit einem ICD, 453 einer rein medikamentösen Behandlung zugeteilt.

ERGEBNISSE: Während einer durchschnittlichen Nachbeobachtungszeit von 37 Monaten starben 233 Patienten: 116 dieser Patienten stammten aus der ICD-Gruppe, 117 Patienten aus der Kontroll-Gruppe. Die Gesamt-Mortalität war in der ICD-Gruppe nicht reduziert (relatives Risiko: 1,04; 95% Konfidenz-Intervall von 0,81 bis 1,35; P=0,78). Es gab in der ICD-Gruppe weniger Fälle von plötzlichem Herztod als in der Kontrollgruppe (27 gegenüber 60; relatives Risiko: 0,55; 95% Konfidenz-Intervall von 0,31 bis 1,00; P=0,049). Allerdings war die Anzahl an kardial bedingten Todesfällen, die nicht durch plötzlichen Herztod verursacht waren, in der ICD-Gruppe höher als in der Kontrollgruppe (68 gegenüber 39; relatives Risiko: 1,92; 95% Konfidenz-Intervall von 1,29 bis 2,84; P=0,001). Weiterhin gab es zwischen den drei Gruppen, in welche die Patienten bei Aufnahme in die Studie eingeteilt worden waren (Erfüllung von Kriterium 1, von Kriterium 2, oder von beiden Kriterien), keinen Unterschied in Bezug auf die genannten relativen Risiken.

SCHLUSSFOLGERUNG: Die Gesamt-Sterblichkeit bei Patienten mit akutem Herzinfarkt, und aufgrund bestimmter klinischer Merkmale erhöhtem Risiko, wurde durch die prophylaktische Therapie mit einem implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (engl. ICD) nicht reduziert. (Registrierungs-Nummer bei ClinicalTrials.gov: NCT00157768).

  1. Steinbeck G et al. Defibrillator implantation early after myocardial
    infarction. N Engl J Med 2009 Oct 8; 361:1427
  2. Bardy GH et al. for the Sudden Cardiac Death in Heart Failure Trial (SCD-HeFT) Investigators. Amiodarone or an implantable cardioverter-defibrillator for congestive heart failure. N Engl J Med 2005 Jan 20; 352:225-37
  3. Hohnloser SH on behalf of the DINAMIT Investigators. Prophylactic use of an implantable cardioverter-defibrillator after acute myocardial infarction. N Engl J Med 2004 Dec 9; 351:2481-8.
Schlüsselwörter:Kardioverter-Defibrillator, ICD, früh, Herzinfarkt, primärprophlaxe, sekundärprophylaxe, frühzeitig, Defibrillator-Implantation, Herzrythmusstörungen, Ventrikuläre Tachykardie, Prophylaxe, Myokardinfarkt, mortalität, Herzinsuffienz und Ejektionsfraktion, sterblichkeit, Defibrillatorimplantation, plötzlicher Herztod, kammerflimmern, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 
 

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Stand: 25. Mai 2013