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Suizidalität
unter dem "Antiraucher-Tablette" Vareniclin (Champix®), 2009
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Der
amerikanischen Zulassungsbehörde FDA hatte 2008 darüber
berichtet, dass die Anwendung des Raucherentwöhnungsmittels
Vareniclin
(Champix®) möglicherweise
Stimmungsschwankungen bis hin zur Suizidalität auslösen
kann. Daher hatte FDA einen Warnhinweis veröffentlicht.
Eine aktuelle Studie (1) geht dieser Frage
nach.
In
der Studie (1) hatten Patienten, die zur Raucherentwöhnung
Vareniclin (Champix®) erhalten hatten, unter
Varenicillin (Champix) ähnliche Risiken für
Selbstverletzungen und Suizid wie unter den
Alternativbehandlungen mit Bupropion oder
Nikotinersatztherapie. Die Studie hat Schwächen
(Beobachtungsstudie, Unklarheiten beim
Konfidenzintervall im Statistik), daher ist die Frage
des Selbstverletzungs- und Suizidrisikos unter
Vareniclin (Champix®) noch nicht endgültig geklärt.
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Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
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Suizidalität
unter Vareniclin: eine Kohortenstudie auf Basis der General Practice
Research Database.
ZIEL:
Bei Vareniclin handelt es sich um ein kürzlich zugelassenes Präparat
zur Raucherentwöhnung. In der Studie sollte untersucht werden, ob
Vareniclin im Vergleich zur Alternativbehandlungen mit Bupropion oder
Nikotinersatztherapie mit einem gesteigerten Suizidrisiko und
-verhalten assoziiert ist.
DESIGN:
Nested Kohortenstudie auf Basis der General Practice Research
Database des Vereinigten Königreichs (UK). ORT: Primärversorgung im
UK. TEILNEHMER: 80660 Männer und Frauen im Alter von 18-95 Jahren
erhielten zwischen 1. September 2006 und 31. Mai 2008 im Rahmen eines
Therapieplans ein neues Präparat zur Raucherentwöhnung. Für den
Follow-up wurde den Probanden von Anfang an entweder ein
Nikotinersatzpräparat (n=63265), Vareniclin (n= 10973) oder Bupropion
(n = 6422) verordnet. HAUPT-OUTCOME: Als primärer Outcome
wurden tödliche und nicht-tödliche Selbstverletzungen bestimmt, als
sekundärer Outcome Suizidgedanken und Depressionen. Die Analyse
erfolgte anhand von COX-Regressionsmodellen.
ERGEBNISSE:
Es fanden sich keine eindeutigen Evidenzen, dass Vareniclin mit einem
gesteigerten Risiko für tödliche (n = 2) oder nicht-tödliche (n =
166) Selbstverletzung assoziiert ist. Die Verdopplung des Risikos kann
aber aufgrund der Obergrenze des 95%-Konfidenzintervalls nicht
ausgeschlossen werden. Verglichen mit der Gruppe mit Nikotinersatzpräparaten
lag das Hazard Ratio für Selbstverletzung in der Vareniclin-Gruppe
bei 1,12 (95 %-KI 0,67-1,88) und in der Bupropion-Gruppe bei 1,17
(0,59-2,32). Es zeigte sich kein Zusammenhang von Vareniclin mit
einem gesteigerten Depressionsrisiko (n = 2244; Hazard Ratio 0,88;
0,77-1,00) oder Suizidgedanken (n = 37; 1,43; 0,53- 3,85).
SCHLUSSFOLGERUNG:
Wenn auch die Verdopplung des Selbstverletzungsrisikos unter
Vareniclin nicht ausgeschlossen werden kann, so beschwichtigen die
Befunde doch etwas in der Frage der Suizidalität.
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- Gunnell
D et al. Varenicline and suicidal behaviour: A cohort study based
on data from the General Practice Research Database. BMJ 2009 Oct
1; 339:b3805.
- Siehe auch: Raucher
mit Begleitkrankheiten: Dreifach kombinierte medikamentöse
(Nikotinpflaster, Nikotininhalator, Bupropion) Therapie als
Abstinenz-Therapie, 2009
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