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Dridase
& Co: Anticholinerge Medikamente und akute Harnretention, 2009
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Studie
(1):
Anticholinerge Medikamente wie Tolterodin (Detrusitolol®)
und Ooxybutynin (Dridase®) werden bei Patienten mit
hyperaktiver Harnblase mit dem Ziel zur Entspannung
der Harblasenmuskulatur eingesetzt. Da manche
Patienten auch einen Blasen-Ausgangsstenose haben könnten,
gibt es Bedenken, dass die anticholinergen
Medikamente auch eine akute Harnretention
(Harnverhalt) auslösen könnten. Eine Studie ging
der Frage nach, ob die Patienten mit oralen
Anticholinergika behandelt werden, ein erhöhtes
Risiko für akuten Harnverhalt aufweisen.
Die
Ergebnisse der aktuellen Studie (1) zeigten, dass das
Risiko in den ersten Wochen der Therapie am höchsten
war. Patienten sollten über dieses Risiko aufgeklärt
werden.
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Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
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Ist
eine orale, antimuskarinerge Therapie mit einem erhöhten Risiko für
akuten Harnverhalt behaftet?
ZIEL:
Es sollte untersucht werden, ob Männer, die mit oralen
antimuskarinergen Medikamenten behandelt werden, ein erhöhtes Risiko
für akuten Harnverhalt aufweisen.
MATERIAL UND METHODEN: In dieser bevölkerungsbasierten,
retrospektiven Kohorten-Studie mit einer eingebetten
Fall-Kontroll-Studie wurden Daten aus einer großen Datenbank zur primären
Gesundheitsversorgung analysiert. Diese Datenbank enthielt
Patienten-Informationen, die von Allgemeinmedizinern aus dem
Vereinigten Königreich eingegeben worden waren. Die Studien-Kohorte
beinhaltete Männer im Alter von 20 bis 84 Jahren. Fälle eines akuten
Harnverhalts wurden durch die Überprüfung von Diagnose-Codes
identifiziert. Weiterhin wurden die Diagnosen in einer zufällig
ausgewählten Stichprobe durch die Übersendung von Fragebögen an die
behandelnden Ärzte bestätigt.
ERGEBNISSE:
Die Gesamt-Inzidenz des akuten Harnverhalts in der Studien-Kohorte
(1.844) betrug 1,0 pro 1.000 Personen-Jahre, die Inzidenz stieg mit
dem Alter an. Die ersten 30 Tage (frühe Behandlungsphase) einer
Therapie mit antimuskarinergen Medikamenten waren assoziiert mit einem
relativen Risiko für einen akuten Harnverhalt von 8,3 (95%
Konfidenzintervall von 4,8 bis 14,2). Bei langfristiger Benutzung
eines antimuskarinergen Medikaments betrug das entsprechende relative
Risiko 2,0 (95% Konfidenzintervall von 1,2 bis 3,1). Das relative
Risiko für die Entwicklung eines akuten Harnverhalts war ähnlich bei
niedriger/mittlerer oder hoher Dosierung (relatives Risiko 2,8 gegenüber
3,0; 95% Konfidenzintervall entsprechend 2,1-3,8 bzw. 1,3-6,8). Das
relative Risiko für einen akuten Harnverhalt war am höchsten während
der frühen Behandlungsphase bei einer Behandlung aufgrund einer
urogenitalen Indikation (relatives Risiko 14,2; 95% Konfidenzintervall
von 6,8 bis 29,6). Das Risiko eines akuten Harnverhalts war nicht erhöht,
wenn antimuskarinerge Medikamente zur Spasmolyse bei medikamentös
induziertem Parkinsonismus benutzt wurden.
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Männer, denen antimuskarinerge Medikation verschrieben wird, sollten
während der ersten 30 Tage der Behandlung engmaschig auf Zeichen oder
Symptome eines akuten Harnverhalts überwacht werden, insbesondere bei
urogenitaler Indikation der medikamentösen Behandlung.
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- Martín-Merino
E et al. Do oral antimuscarinic drugs carry an increased risk
of acute urinary retention? J Urol 2009 Oct; 182:1442.
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Schlüsselwörter: harnverhalt,
überlaufblase, harnblase, häufiger urin lassen, nebenwirkung,
harninkontinenz, überaktive Blase, parasympatholytikum, urologisches
spasmolytikum, anticholinergikum, Tolterodin, Detrusitolol, Ooxybutynin,
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