|
| |
Depression-Screening
bei Erwachsenen, US-Leitlinie 2010
|
|
|
|
US-Leitlinie:
In Hausarzt-Praxen sollte kein Depressions-Screening
geführt werden, wenn
Depressions-Therapiemanagement und Verlaufskontrolle
nicht gewährleistet ist.
|
|
Das
amerikanische Medizin-Gremium USPSTF empfiehlt in
seiner aktuellen Leitlinie Depressions-Screening von
Erwachsenen in Hausarzt-Praxen, wenn
Begleitmaßnahmen -wie genaue
Diagnose-Möglichkeiten, effektive Therapie und
Verlaufsbeobachtung- verfügbar sind.
|
|
USPSTF
rät jedoch nach derzeitiger Evidenzlage von
Depressions-Screening ab, wenn ein teamorientiertes
Therapieangebot (Staff assistance) nicht vorhanden
ist. Die USPSTF versteht folgende Punkte unter
"Staff assistance"
-Praxisärzte
und Praxisteams, die den Patienten Diagnostik und
Therapie (Antidepressiva, Psychotherapie) anbieten,
und die sich kontinuerlich fortbilden.
-Arzthelferinnen
("Nurses"/Praxisteam), die
Depression-Screening durchführen, bei positiven
Ergebnissen Ärzte informieren, Therapie-Protokolle
anfertigen, in Form von Case-Management den Fall
genau verfolgen, Termine koordinieren, Patienten zu
Hause besuchen, Patienten bei Medikamenten-Adherenz
(Therapietreue) unterstützen.
-Konsile
bei psychiatrischen Fachärzten
|
|
USPSTF
identifizierte mehrere Screening-Tools um die
Stimmung und Antrieb der Patienten zu erfassen,
darunter der einfache 2-Fragen-Test. Werden beide
Fragen mit „Ja“ beantwortet, ist das
Testergebnis positiv.
1-Fühlten
Sie sich in den letzten 2 Wochen häufiger
niedergeschlagen, depressiv oder hoffnungslos?
(("Over the past 2 weeks, have you felt down,
depressed, or hopeless?")
2.
Hatten Sie in den letzten 2 Wochen deutlich weniger
Interesse und Freude an Dingen, die Sie ansonsten
gerne tun? (Over the past 2 weeks, have you felt
little interest or pleasure in doing things?").
|
|
Wenn
die Tests auf eine depressive Symptomatik hinweisen,
sollten dann weitergehende Patientengespräche
geführt werden, um die formalen Diagnosekriterien
für Depression zu erfassen.
Antidepressiva
und Psychotherapie (z.B. kognitive
Verhaltenstherapie oder kurze psychosoziale
Interventionen) sind entweder als Monotherapie oder
Kombinationstherapie für Erwachsene,
einschließlich älterer Patienten, effektiv.
Ärzte
sollten bei jungen Patienten (Alter zwischen 18 bis
29 Jahre) wegen Suizid-Risiko und bei älteren
Patienen (>65 Jahre) wegen gastrointestinalem
Blutungsrisiko keine SSRI verwende.
|
|
Medknowledge-Anmerkung:
Wir haben versucht, die genannten Anforderungen soweit es möglich ist, auf deutsche Verhältnisse
zu übersetzen. Wenn man die obengenannten Kriterien
als Maßstab zur Durchführung von
Depressions-Screening nehmen würde, würden in
Deutschland nur wenige Hausarzt-Praxen in der Lage
sein Depressions-Screening umzusetzen. Mit
anderen Worten rät USPSTF auf Deutschland
übertragen von einem breiflächigen
Depressions-Screening indirekt ab.
|
- USPSTF:
Screening for Depression in Adults. Ann Intern
Med 2009 Dec 1; 151:784
|
|
|
|
|
|
Schlüsselwörter:Vorsorge,
Früherkennung, suizid, selbstmord, Depression-Screening, Erwachsenen,
US-Leitlinie, Erstbehandlung, Selektive Serotonin Reuptake Inhibitoren, SSRI,
Suizid-Risiko, Antidepressiva, Ersttherapie, hausarzt. praxisarzt,
Depressionen, Medikament, Therapie, arztpraxis, psychiater, facharzt,
infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken,
krankenhäuser, Therapie,
infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien,
krankheiten,
|
| |
|