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Intensivierte Blutzucker-Kontrolle bei Diabetes und Einfluss der Komorbiditäten auf kardiovaskuläre Verläufe, 2010

In letzter Zeit sind mehrere Studien erschienen, die gezeigt haben, dass zu anspruchsvolle Ziele in der Blutzuckerkontrolle den Typ2-Diabetikern eher zu schaden scheinen; Dies wird mit den Hypoglykämien erklärt, die dabei häufiger auftreten.

Eine aktuelle Langzeit-Studie ging der Frage nach dem Einfluss der vorhandenen Komorbiditäten (Begleitkrankheiten) auf kardiovaskuläre Verläufe bei der Diabetes-Einstellung nach. Die Ergebnisse zeigten, dass Vorteile einer intensivierten Blutzucker-Kontrolle (HbA1c-Wert zwischen 6,5% und 7%) lediglich auf Patienten mit niedriger Komorbidität eingeschränkt ist. Komorbiditäten (Begleitkrankheiten) beinhalteten hauptsächlich Herzkrankheiten, Lungenkrankheiten, Arthritis, Krankheiten der Harnwege und der Genitalorgane, Sehverlust, gastrointestinale Krankheiten und Krankheiten der Füße.

Also bei Diabetes-Patienten ohne Komorbiditäten (also ansonsten gesunden Diabetes-Patienten) könnte man durchaus Ziele um HbA1c um 7% verfolgen. Für Patienten mit Komorbiditäten könnte selbst dieses Ziel zu ehrgeizig sein.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Die Verbindung zwischen der Kontrolle des Blutzuckers und den kardiovaskulären Verläufen bei Diabetes wird durch Komorbiditäten beeinflusst: Eine Kohorten-Studie

HINTERGRUND: Vor kurzem durchgeführte Studien haben gemischte Ergebnisse für die Wirksamkeit einer intensiven Therapie zur Blutzucker-Senkung bei der Reduzierung des Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse gezeigt.

ZIEL: Es sollte untersucht werden, ob das Erreichen von Hämoglobin A(1c) (HbA[1c])-Zielwerten von höchstens 6,5% oder höchstens 7,0% durch Blutzucker-Kontrolle zu Beginn der Studie, unterschiedliche Vorteile hat für Patienten mit hohem, bzw. geringem bis mäßigem Grad an Komorbiditäten.

GESTALTUNG: Longitudinale Beobachtungsstudie über 5 Jahre von Patienten mit Typ 2-Diabetes. Die Patienten wurden unter Benutzung des Index für die allgemeine Krankheits-Belastung (engl. Total Illness Burden Index [TIBI]) in Untergruppen mit hohem, oder geringem bis mäßigem Grad an Komorbiditäten eingeteilt.

UMFELD: 101 ambulante Diabetes-Kliniken und 103 allgemeinmedizinische Praxen in Italien.

PATIENTEN: Von 3.074 Patienten mit Typ-2 Diabetes, welche nach dem Zufallsprinzip aus der Patientenkartei der ambulanten Diabetes-Kliniken entnommen wurden und nachfolgend aus den allgemeinmedizinischen Praxen rekrutiert wurden, füllten 2.613 (83%) Patienten den Fragebogen zum Beginn der Studie aus.

MESSUNGEN: TIBI-Punktwert, Gesamt-Mortalität sowie die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse. Die relativen Risiken wurden adjustiert für Alter und Geschlecht.

ERGEBNISSE: Das Erreichen eines HbA(1c)-Werts von 6,5% oder weniger zu Beginn der Studie war verbunden mit einer niedrigeren 5-Jahres-Inzidenz von kardiovaskulären Ereignissen in der Untergruppe mit niedrigem bis mäßigem Grad an Komorbiditäten (adjustiertes relatives Risiko [RR]: 0,60; 95% Konfidenz-Intervall [KI] 0,42-0,85; P=0,005), aber nicht in der Untergruppe mit einem hohem Grad an Komorbiditäten (adjustiertes RR: 0,92; 95% KI 0,68-1,25; P=0,61; P für die Assoziation von TIBI-Punktwert und HbA(1c)-Wert = 0,048). Ähnlich dazu war das Erreichen von HbA(1c)-Werten von 7,0% oder weniger zu Beginn der Studie ein Vorhersage-Wert für weniger kardiovaskuläre Ereignisse in der Untergruppe mit niedrigem bis mäßigem Grad an Komorbiditäten (adjustiertes RR: 0,61; 95% KI 0,44-0,83; P=0,001), aber nicht in der Untergruppe mit einem hohem Grad an Komorbiditäten (adjustiertes RR: 0,88; 95% KI 0,66-1,17; P=0,38; P für die Assoziation von TIBI-Punktwert und HbA(1c)-Wert = 0,093).

EINSCHRÄNKUNGEN: Die beobachtende Art dieser Studie erlaubt keine Rückschlüsse auf kausale Zusammenhänge. Die Länge des Zeitraums der Datenerhebung war beschränkt. Es waren keine Informationen über die jeweilig angewandten klinischen Therapien verfügbar.

SCHLUSSFOLGERUNG: Patienten mit einem, häufig bei Typ 2-Diabetikern vorhandenen, hohen Grad an Komorbiditäten haben möglicherweise einen verminderten kardiovaskulären Vorteil von einer intensiven Blutzucker-Kontrolle. Komorbiditäten sollten bei der Erstellung einer individuellen Therapie zur Blutzucker-Senkung bei Patienten mit Typ 2-Diabetes berücksichtigt werden.

HAUPT-FINANZIERUNG: Pfizer, Italien.

  1. Greenfield S et al. Comorbidity affects the relationship between glycemic control and cardiovascular outcomes in diabetes: A cohort study. Ann Intern Med 2009 Dec 15; 151:854.
Schlüsselwörter:intensive Insulintherapie, Blutzuckerkontrolle VADT-Studie, Intensivierte Insulintherapie Diabetes, Niedriger HbA1c als Sterberisiko, Sterblichkeit, Avandia, Todesfall, aggresive HbA1c –Senkung, ACCORD-Studien, straffe Blutzuckereinstellung, Typ-2-Diabetes Mellitus, Nutzen, Rosiglitazon, Mortalität, , Typ-II-Diabetes Mellitus, Studienabbruch, Tod, Krankheit, herzinfarkt,infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 
 

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Stand: 25. Mai 2013