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Prostatakrebs:
Risiken einer Anti-Androgen-Therapie, 2010
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Testosteron
hat bekanntermaßen fördernde Wirkung auf
Prostatakrebs. Eine Anti-Androgen-Therapie bei
Prostatakrebs verfolgt das Ziel künstlich des
Testosteron-Spiegels im Blut abzusenken. Eine
aktuelle Studie untersuchte Nebenwirkungen einer
Anti-Androgen-Therapie.
Diabetes
und Herzkreislauferkrankungen traten gehäuft
während einer Behandlung mit Antiandrogentherapie
(unter anderem GnRH Agonisten) bei Prostatakrebs
auf. Anti-Androgen-Therapie (ADT:
Androgen-deprivation therapy) wurde ursprünglich
bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakrebs
eingesetzt. Inzwischen wird Anti-Androgen-Therapie
zunehmend bei asymptomatischen Patienten mit
PSA-Schwankungen nach Operation oder
Strahlentherapie bei lokalisiertem Prostatakrebs
verwendet. Da die Vorteile der
Anti-Androgen-Therapie in dieser Patientengruppe
noch unklar ist, ist es um so wichtiger die
potentiellen Nebenwirkungen einer
Anti-Androgen-Therapie zu kennen.
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Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
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Diabetes
und Herzkreislauferkrankungen während Behandlung mit
Antiandrogentherapie bei Prostatakrebs
Vorhergehende
Studien deuten an, dass die antiandrogene Therapie beim
Prostatakarzinom mit Diabetes und kardiovaskulären Erkrankungen bei
älteren Männern assoziiert ist. Diese Studie untersuchte die
Wechselwirkungen zwischen antiandrogener Therapie und dem Auftreten
von Diabetes und Herzkreislauferkrankungen bei Männern allen Alters
mit einem Prostatakarzinom.
Es
handelt sich um eine beobachtende Studie von 37,443 Männern der
Allgemeinbevölkerung, bei welchen zwischen 1. Januar 2001 und 31.
Dezember 2004 ein lokaler oder regionaler Prostatakrebs in der
Veterans Healthcare Administration festgestellt wurde, mit einer
Follow up Periode bis zum 31. Dezember 2005. Der Zusammenhang von
antiandrogener Therapie (mit Gonadotropin-releasing-Hormon (GnRH)-Agonisten,
oralen Antiandrogenen, einer Kombination aus beidem bzw. einer
Orchiektomie) mit dem Auftreten von Diabetes, koronarer Herzkrankheit
(KHK), Myokardinfarkt, plötzlichem Herztod oder Schlaganfall wurde
per Cox proportional Hazards Modell ermittelt. Es wurde eine Korrektur
für Patienten- und Tumoreigenschaften durchgeführt.
Erebnisse:
Insgesamt 14,597 (39%) der 37,443 Patienten erhielten eine
antiandrogene Therapie. Behandlung mit GnRH Agonisten war assoziiert
mit statistisch signifikant erhöhtem Risiko für das Neuauftreten von
Diabetes (für eine GnRH-Agonisten-Therapie gab es 159.4 Fälle pro
1000 Personenjahren vs 87.5 Fälle ohne, Differenz = 71.9, 95%
Konfidenzintervall [CI] = 71.6 - 72.2; adjusted hazard ratio [aHR] =
1.28, 95% CI = 1.19 - 1.38), KHK (aHR = 1.19, 95% CI = 1.10 - 1.28),
Herzinfarkt (12.8 Fälle pro 1000 Personenjahre für eine
GnRH-Agonisten-Therapie vs 7.3 Fälle ohne, Differenz = 5.5, 95% CI =
5.4 - 5.6; aHR = 1.28, 95% CI = 1.08 - 1.52), plötzlichem Herztod (aHR
= 1.35, 95% CI = 1.18 - 1.54) und Schlaganfall (aHR = 1.22, 95% CI =
1.10 - 1.36). Die kombinierte Antiandrogenblockade war statistisch
signifikant assoziiert mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten
von KHK (aHR = 1.27, 95% CI = 1.05 - 1.53), und die Orchiektomie war
signifikant assoziiert mit KHK (aHR = 1.40, 95% CI = 1.04 - 1.87) und
Herzinfarkt (aHR = 2.11, 95% CI = 1.27 - 3.50). Orale
Antiandrogen-Monotherapie war nicht mit einem der beobachteten
Ereignisse assoziiert.
Fazit:
Antiandrogene Therapie mit Gonadotropin-releasing Hormon-Agonisten war
mit einem erhöhten Risiko für Diabetes und kardiovaskulären
Erkrankungen assoziiert.
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- Keating
NL et al. Diabetes and cardiovascular disease during androgen
deprivation therapy: Observational study of veterans with prostate
cancer. J Natl Cancer Inst 2010 Jan 6; 102:39.
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Schlüsselwörter:GnRH Agonisten,
Nebenwirkungen, Prostatakrebs: Risiken einer Anti-Androgen-Therapie, GnRH
Agonist, PSA, chemotherapie, Androgen-deprivation therapy,
Gonadotropin-releasing Hormon-Agonisten, radikale Prostatektomie,
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