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Therapie
der Muskelkrämpfe - Evidenzlage, 2010
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Studienübersicht
zur Therapie der Muskelkrämpfe (insbesondere
Nacht-Krämpfe der Beine): Chinine waren mäßig
effektiv, die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA
warnt jedoch vor deren Verwendung - Dehnübungen der
Muskeln (Stretching), Vitamin-B-Komplex,
Natridofuryl und Kalziumkanalblocker wie Diltiazem
sind kaum wirksam. - Wenn die Patienten nach
Therapieempfehlung für Muskelkrämpfe fragen
sollten, wäre derzeit die ehrliche Antwort, dass es
momentan keine Mittel der Wahl gibt.
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Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
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Beurteilung
der symptomatischen Therapie bei Muskelkrämpfen (ein evidenzbasiertes
Review): Bericht des Unterausschusses für therapeutische und
technologische Beurteilung der Amerikanischen Akademie für Neurologie
Hintergrund:
2006 warnte die Nahrungs- und Arzneimittelkommission vor dem
Off-Label-Gebrauch von Chininsulfat und dessen Abkömmlingen in der
Behandlung von Muskelkrämpfen. Für Ärzte gestaltet sich die
Therapiewahl für Patienten mit Muskelkrämpfen schwierig. Diese
Einschätzung der Amerikanischen Akademie für Neurologie arbeitet
systematisch die vorhandene Evidenz zur symptomatischen Therapie von
Muskelkrämpfen auf.
Methoden:
Von insgesamt 563 rezensierten Artikeln erfüllten 24 die
Einschlusskriterien. Gefordert waren prospektive Studien, die die
Wirksamkeit spezieller Therapien bei Muskelkrämpfen als primäres und
sekundäres Outcome bewerten.
Ergebnisse:
Klasse I-Studien zeigen die Wirksamkeit von Chininderivaten in der
Behandlung von Muskelkrämpfen. Deren Nutzen ist allerdings mäßig.
Auch berichten prospektive Studien sowie Fallberichte von
Nebenwirkungen. Jeweils eine Klasse II Studie unterstützt respektive
die Anwendung von Natridofuryl, Vitamin-B-Komplex, Lidocain und
Dilitazem bei der Behandlung von Muskelkrämfen.
Empfehlungen:
Trotz wahrscheinlicher Wirksamkeit (Level A), sollten Chininderivate
in der Routinebehandlung von Muskelkrämfen vermieden werden. Grund
ist deren potentielle Toxizität. Bei ausgewählten Patienten können
sie allerdings-unter Berücksichtigung der Nebenwirkungen- als
Therapieoption erwogen werden. Vitamin-B-Komplex, Natridofuryl und
Kalziumkanalblocker wie Dilitazem sind möglicherweise wirksam und
können zur Behandlung von Muskelkrämpfen in Betracht gezogen werden
(Level C). Weitere Studien sind nötig um Wirkstoffe zu finden, die
sowohl wirksam als auch sicher sind in der Behandlung von
Muskelkrämpfen.
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- Katzberg
HD et al. Assessment: Symptomatic treatment for muscle cramps (an
evidence-based review): Report of the Therapeutics and Technology
Assessment Subcommittee of the American Academy of Neurology.
Neurology 2010 Feb 23; 74:691.
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