|
| |
Ist die
künstliche Beatmung ohne Sedierung für schwerkranke Intensivpatienten
vorteilhafter? 2010
|
|
|
|
In
einer kleinen Studie (1) aus Dänemark waren die
Beatmungs-Zeiten und Krankenhaus-Verweildauer für
nicht-sedierte Patienten kürzer:
Patienten
in der Nicht-Sedierung-Gruppe konnten bei
Beschwerden für die Dauer von 6 Stunden dem
Narkotikum Propofol bekommen; die Patienten die
wiederholt Propofol-Infusionen benötigt hatten,
wurden dann in die kontinuierliche Sedierung-Gruppe
verlegt.
|
|
Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
|
|
Ist
die künstliche Beatmung ohne Sedierung für schwerkranke
Intensivpatienten vorteilhaft?
Der
Therapiestandard für schwerkranke Intensivpatienten unter
künstlicher Beatmung sieht eine kontinuierliche Sedierung vor. Von
Nutzen ist dabei die tägliche Unterbrechung der Sedierung. Auf der
Intensivstation des Universitätsklinikums von Odense/Dänemark sieht
die Standardtherapie ein Behandlungsprotokoll ohne Sedierung vor. Eine
Studie, die im „Lancet“ erschien, hatte das Ziel zu untersuchen,
ob ein Protokoll ohne Sedierung im Vergleich zur täglichen
Unterbrechung der Sedierung die Dauer der künstlichen Beatmung
verkürzen kann.
Es
wurden 140 schwerkranke Patienten unter künstlicher Beatmung, bei
denen die Beatmung voraussichtlich für weitere 24 Stunden benötigt
wurde, in die Studie eingeschrieben. Die Patienten wurden im
Verhältnis 1:1 entweder zu einem Vorfahren ohne Sedierung (n=70) oder
zu einem Verfahren mit Sedierung (20 mg/ml Propofol über 48 Stunden,
danach 1 mg/ml Midazolam) mit täglicher Unterbrechung bis zum
Erwachen (n=70, Kontrollgruppe) randomisiert. Beide Gruppen wurden mit
einem Morphinbolus behandelt (2,5 oder 5 mg). Der primäre
Zielparameter war die Anzahl der Tage ohne künstliche Beatmung in
einem 28-Tage-Zeitraum, es wurden außerdem die Aufenthaltsdauer auf
der Intensivstation (von der Aufnahme bis Tag 28) und die Dauer des
Klinikaufenthalts (von der Aufnahme bis zum Tag 90) gemessen. Es wurde
eine Intention-to-treat-Analyse durchgeführt.
Ergebnisse:
27
Patienten verstarben oder wurden innerhalb der ersten 48 Stunden
erfolgreich extubiert Sie wurden aus der Studie und der statistischen
Analyse ausgeschlossen. Patienten ohne Sedierung hatten signifikant
mehr Tage ohne Beatmung (n=55; Mittelwert 13,8 Tage) als diejenigen,
die eine unterbrochene Sedierung erhielten (n=58, Mittelwert 9,6 Tage,
mittlere Differenz 4,2 Tage). Das Verfahren ohne Sedierung war
außerdem mit einem kürzeren Aufenthalt auf der Intensivstation und
in den ersten 30 Beobachtungstagen auch mit einem kürzeren
Klinikaufenthalt assoziiert. Es gab keine Unterschiede hinsichtlich
des Auftretens plötzlicher Extubationen, dem Einsatz von
Computertomographie und Kernspintomographie des Gehirns oder einer
beatmungsassoziierten Lungenentzündung. Das agitierte Delirium trat
in der nicht sedierten Gruppe häufiger auf als in der Kontrollgruppe
(n=11, 20% vs. n=4, 7%).
Fazit:
Ein
Behandlungsprotokoll ohne Sedierung ist bei schwerkranken
Intensivpatienten unter künstlicher Beatmung assoziiert mit einem
Anstieg der Tage ohne Beatmung. Eine multizentrische Studie sollte
angeschlossen werden um zu untersuchen, ob dies auch in anderen
Einrichtungen reproduzierbar ist.
|
- Strøm
T et al. A protocol of no sedation for critically ill patients
receiving mechanical ventilation: A randomised trial. Lancet 2010
Feb 6;
375:475.
|
|
|
|
Schlüsselwörter: schwerkranke patienten,
intubation, Künstliche Beatmung, narkose, intensivstation, minimale keine
Sedierung für Intensivpatienten,infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken,
krankenhäuser, Therapie,
infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien,
krankheiten,
|
| |
|