|
| |
Methadon-Isomere
und QTc-Interval, 2010
|
|
|
|
QTc
(Frequenzadaptierte QT-Zeit) scheint unter (R)-Methadon
im Vergleich zu der in den USA häufiger verwendeten
(R, S)-Methadon kürzer zu sein. (R)-Methadon ist
zur Zeit nur in Deutschland erhältlich.
(Medknowledge-Anmerkung:
Wir hatten kürzliche eine US-Leitlinie zur QT-Zeit-Monitoring
bei Methadon
rezensiert.)
|
|
Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
|
|
Die
Substitution von (R, S)- durch (R)-Methadon: Auswirkungen auf das
QTc-Intervall.
HINTERGRUND: Methadon wird als chirale Mischung aus (R, S)-Methadon
verabreicht. Der Opioid-Effekt wird vor allem durch (R)-Methadon
vermittelt, während (S)-Methadon die „human Ether-à-go-go-related
Gen (hERG)“ spannungsabhängigen Kaliumkanäle stärker blockiert,
was zum Arzneimittel-induzierten „langen QT-Syndrom“ und somit zu
potenziell tödlichen ventrikuläre Tachyarrhythmien führen kann.
METHODEN:
Um herauszufinden, ob die Substitution von (R, S)- durch (R)-Methadon
das korrigierte QT-Intervall (QTc) verringern könnte, wurde bei 39
Opioid-abhängigen Patienten - die 14 Tage lang eine Erhaltungsdosis
erhielten - (R, S)-Methadon durch (R)-Methadon (halbe Dosis) ersetzt.
Danach wurde für 14 Tage (R)-Methadon durch die initiale Dosis (R,
S)-Methadon ersetzt (n = 29). Während der Studie wurden die (R)- und
(S)-Methadon-Plasmaspiegel bestimmt sowie EKG-Messungen dürchgeführt.
ERGEBNISSE:
Das mit Hilfe der Fridericia-Formel korrigierte QT-Intervall (QTcF)
verringerte sich, wenn (R, S)-Methadon durch die halbe Dosis
R-Methadon ersetzt wurde; die Durchschnittswerte (Interquartilenabstand
[IQR]) waren 423 (398 bis 440 ) Millisekunden (ms) und 412 (395-431)
ms (P = 0,06) jeweils an den Tagen 0 und 14 der Studie. Das „mixed-effect“
univariate lineare Modell zeigte ein Absinken des QTcF-Intervalles um
einen Mittelwert von -3,9 ms (95% Konfidenzintervall [CI], -7,7 bis
-0,2) pro Woche (P = .04). Das QTcF-Intervall erhöhte sich, wenn (R)-Methadon
von der initialen Dosis (R, S)-Methadon für 14 Tage erhöht wurde;
die Durchschnittswerte (IQR) waren 424 (398-436) ms und 424 (412-443)
ms ( P = .01) jeweils an den Tagen 14 und 28 der Studie. Das „mixed-effect“
univariate lineare Modell zeigte eine Erhöhung des QTcF-Intervalles
um einen Mittelwert von 4,7 ms (95% CI, 1,3 bis 8,1) pro Woche (P =
0,006).
FAZIT:
Die Substitution von (R, S)-Methadon durch (R)-Methadon reduziert das
QTc-Intervall (korrigiertes QT-Intervall). Ein - im Vergleich zu (R,
S)-Methadon - sichereres kardiales Profil von (R)-Methadon stimmt
sowohl mit früheren in-vitro als auch pharmakogenetischen Studien
überein. Falls die vorliegenden Ergebnisse durch größere Studien
bestätigt werden, dann sollte (R)-Methadon an Stelle von (R,
S)-Methadon verordnet werden, um das Risiko von unerwünschten
herztoxischen Wirkungen und des plötzlichen Herztodes zu reduzieren.
|
- Ansermot
N et al. Substitution of (R,S)-methadone by (R)-methadone: Impact
on QTc interval. Arch Intern Med 2010 Mar 22; 170:529.
- Siehe auch: QT-Zeit-Monitoring
bei Methadon – US-Leitlinie 2009
|
|
|
|
Schlüsselwörter: Methadon-Isomere,
QTc-Interval, R,S, polamidon, QTc-Zeit, Arrhythmie, prolongiertes QT-Syndrom,
Methadon, polamidon, heroin, opiat, morphin, schmerzen, plötzlicher
Herztod, Herzryhtmus, herzrhythmusstörungen, QT-Zeit-Screening, isomer,
Substitution, opoate. Abhängigkeit, Todesfall, Schmerztherapie,
QTc-Monitoring, LQTS, long-QT-Syndrom, lang-QT-syndrom, Psychopharmaka,
opiat, Überdosierung, Sucht, Herzrhythmusstörung, QT-Intervall, QT-Syndrom,
Torsade de pointes, tod, ryhtmusstörungen, Heroin, Morphin, l-dreher,
Substitutionsbehandlung, Substitutionstherapie, infektion, klinik,
krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken,
krankenhäuser, Therapie,
infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien,
krankheiten,
|
| |
|