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Bei
milder biliärer Pankreatitis wird die Krankenhausverweildauer durch
eine frühzeitige Cholezystektomie ohne Gefahr für den Patienten
verkürzt: eine randomisierte prospektive Studie.
ZIEL:
In der Studie sollte untersucht werden, ob bei Patienten mit milder
biliärer Pankreatitis eine laparoskopische Cholezystektomie innerhalb
von 48 h nach Aufnahme, unabhängig von der Besserung des
Abdominalschmerzes und pathologischer Laborwerte, die
Krankenhausverweildauer verkürzt.
ZUSAMMENFASSUNG
VON HINTERGRUNDDATEN: Obwohl in der Chirurgie Konsens darüber
besteht, Patienten mit biliärer Pankreatitis zur Rezidivprophylaxe zu
cholezystektomieren, ist der Zeitpunkt einer laparoskopischen
Cholezystektomie bei milder Erkrankung umstritten.
METHODEN:
Aufeinander folgende Patienten mit milder biliärer Pankreatitis (Ranson-Score
≤3) wurden prospektiv in zwei Gruppen randomisiert: eine Gruppe
mit frühzeitiger laparoskopischer Cholezystektomie (innerhalb von 48
Stunden nach Aufnahme) und eine Kontrollgruppe mit laparoskopischer
Cholezystektomie nach Besserung des Abdominalschmerzes und Trend zur
Normalisierung der Laborwerte. Primärer Endpunkt war die
Krankenhausverweildauer. Als sekundärer Endpunkt wurde eine
Kombination aus Konversionsrate zur offenen Operation, perioperativen
Komplikationen und Notwendigkeit einer endoskopischen retrograden
Cholangiographie bestimmt. In die Studie sollten 100 Patienten
eingeschlossen werden, mit Zwischenanalyse nach 50 Patienten.
ERGEBNISSE:
Zum Zeitpunkt der Zwischenanalyse waren 50 Patienten eines
universitätsassoziierten Krankenhauses eingeschlossen. Jeweils 25
Patienten waren den zwei Gruppen randomisiert zugeteilt worden. Die
Patienten waren im Alter zwischen 18 und 74 Jahren, wiesen bei
Vorstellung eine mittlere Symptomdauer von 2 Tagen auf und hatten
einen mittleren Ranson-Score von 1. Die zwei Gruppen waren anfangs
vergleichbar hinsichtlich Demographie, klinischer Symptomatik oder
Komorbiditäten. Die Krankenhausverweildauer war in der Gruppe mit
früher Cholezystektomie kürzer (Durchschnittswert: 3,5 [95%-KI 2,7
– 4,3], Median: 3 [IQR, 2 - 4]) als in der Kontrollgruppe
(Durchschnittswert: 5,8 [95%-KI 3,8 – 7,9], Median: 4 [IQR 4 - 6] [p
= 0,0016]). Sechs Patienten der Gruppe mit frühzeitiger
Cholezystektomie benötigten eine endoskopische retrograde
Cholangiographie, gegenüber 4 Patienten der Kontrollgruppe (p =
0,72). Die Notwendigkeit einer Konversion zur offenen Operation sowie
die perioperative Komplikationsrate zeigten sich in beiden Gruppen
ohne signifikanten Unterschied.
SCHLUSSFOLGERUNG:
Bei milder biliärer Pankreatitis führt eine laparoskopische
Cholezystektomie innerhalb von 48 Stunden nach Aufnahme, unabhängig
von der Besserung des Abdominalschmerzes und pathologischer
Laborwerte, zu einer kürzeren Krankenhausverweildauer. Intraoperative
Probleme und perioperative Komplikationsrate blieben davon
unbeeinflusst.
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