Medknowledge

Suchkatalog 

Home

Suche

Datenbanken

Newsletter

Bücher

Kontakt

Englisch

 

Ärzte (mit Login)

Forum für Fachkreise
Fachgebiete
Evidenzbas. Medizin
Medizindatenbanken
Leitlinien

Ärzte (ohne Login)

Online-Fortbildung
Qualitätsmanagement
DRG   ICD-10,  OPS 
Medizinprodukte/Firmen__

Recherche

Medline-Abstracts
Neue Medikamente
Literaturservice

Weiteres

Pharmaseiten-- 
Medizinstudium
Jobs   Ausland

 

Obere Gastrointestinale Blutung bei Warfarin- (~Marcumar)-Patienten während Cotrimoxazol-Antibiotika-Therapie, 2010

Bei älteren Patienten, die eine Warfarin-Langzeittherapie (in Deutschland oft Marcumar®) erhalten, ist eine Cotrimoxazol-Therapie (Bactrim®) mit einem deutlich erhöhten Risiko von Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt assoziiert. Auch Ciprofloxacin-Therapie war mit einerm erhöhten Blutungsrisiko assoziiert.

Bei älteren Warfarin-Patienten sollten andere Antibiotika als Cotrimoxazol und Ciprofloxacin (Ciprobay®) verschrieben werden; wenn es jedoch keine Antibiotika-Alternative zu den beiden Antibitika geben sollte, müssten die Gerinnungsparameter (Prothrombin-Zeit, INR -Quick-Wert-) während der Antibiotika-Therapie engmaschig überwacht werden.

Medknowledge-Anmerkung: In Deutschland wird anstatt Warfarin das andere Vitamin-K-Antagonist Marcumar® (Wirkstoff: Phenprocoumon) verwendet. Es scheint so zu sein (2), dass die hier für Warfarin gezeigte Medikamenten-Wechselwirkung mit bestimmter Antibiotika auch für Marcumar® gilt.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Die Assoziation einer Blutung mit einer Behandlung mit Cotrimoxazol und anderen Antiinfektiva des Harntrakts während einer Warfarin-Therapie: Eine Populations-basierte Studie

HINTERGRUND: Einige Antibiotika, darunter Cotrimoxazol, inhibieren den Metabolismus von Warfarin-Natrium und erhöhen möglicherweise dadurch das Risiko einer Blutung. Es wurde bei älteren Patienten, die Warfarin in Kombination mit Antibiotika erhielten, welche häufig bei Harnwegsinfekten benutzt werden, das Risiko einer Blutung im oberen Gastrointestinaltrakt untersucht, mit besonderem Fokus auf Cotrimoxazol.

METHODEN: In dieser Populations-basierten, eingebetteten Fall-Kontroll-Studie, wurden durch Gesundheitsversorgungs-Datenbanken in Ontario, Kanada, Personen im Alter von mindestens 66 Jahren identifiziert, die zwischen dem 1. April 1997 und dem 31. März 2007 über einen Zeitraum hinweg kontinuierlich Warfarin einnahmen. Als Fälle wurden Personen definiert, die aufgrund oberer Gastrointestinal-Blutungen ins Krankenhaus aufgenommen wurden. Für jeden Fall wurden bis zu zehn Kontrollen ausgewählt, die jeweils nach Alter und Geschlecht dem jeweiligen Fall entsprachen. Es wurden adjustierte Wahrscheinlichkeitsverhältnisse (engl. aOR) für eine Exposition gegen Cotrimoxazol, Amoxicillin-Trihydrat, Ampicillin-Trihydrat, Ciprofloxacin-Hydrochlorid, Nitrofurantoin und Norfloxacin in einem Zeitraum von 14 Tagen vor der oberen Gastrointestinal-Blutung errechnet.
ERGEBNISSE: Es wurden 134.637 Patienten identifiziert, die Warfarin erhielten. Von diesen wurden insgesamt 2.151 Fälle aufgrund einer Blutung im oberen Gastrointestinal-Trakt in ein Krankenhaus aufgenommen. Die Fälle hatten im Vergleich zu den Kontrollen eine fast vierfach erhöhte Wahrscheinlichkeit, vor kurzem Cotrimoxazol erhalten zu haben (aOR: 3,84; 95% Konfidenz-Intervall [KI]: 2,33-6,33). Eine Behandlung mit Ciprofloxacin war ebenfalls mit einem erhöhten Risiko verbunden (aOR: 1,94; 95% KI: 1,28-2,95). Keine signifikante Risikoerhöhung fand sich bei Einnahme von Amoxicillin oder Ampicillin (aOR: 1,37; 95% KI: 0,92-2,05), Nitrofurantoin (aOR: 1,40; 95% KI: 0,71-2,75) oder Norfloxacin (aOR: 0,38; 95% KI: 0,12-1,26). Im Vergleich zu Amoxicillin oder Ampicillin war eine Behandlung mit Cotrimoxazol mit einem fast dreifach erhöhten Risiko assoziiert (Verhältnis der Wahrscheinlichkeitsverhältnisse: 2,80; 95% KI: 1,48-5,32).

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Bei älteren Patienten, die eine Warfarin-Therapie erhalten, ist eine Cotrimoxazol-Therapie mit einem deutlich erhöhten Risiko von Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt assoziiert. Bei Patienten mit bestehender Warfarin-Therapie sollten Ärzte, wann immer möglich, alternative Antibiotika verwenden.

  1. Fischer HD et al. Hemorrhage during warfarin therapy associated with cotrimoxazole and other urinary tract anti-infective agents: A population-based study. Arch Intern Med 2010 Apr 12; 170:617.
  2. Coumarin anticoagulants and co-trimoxazole: avoid the combination rather than manage the interaction. Eur J Clin Pharmacol. 2007 Apr;63(4):335-43. Epub 2007 Feb 21
Schlüsselwörter: warfarin, antibiotika, wechselwirkung, Cotrimoxazol, Blutung, Gerinnungsfaktor VIIa, Blutungen, Gerinnungsfaktoren , Antidot, Warfarin, Coumadin, Phenprocoumon, harnwegsinfektion, Überdosierung, Marcumar, Vitamin K, International Normalized Ratio, INR-Wert, HWI, Quick-Wert, coumarin, Coumarin, antikoagulanzien, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 
 

Patienten

Übersicht
Krankheiten
Fachkliniken
Medikamente-Preisvergleich

Home Kontakt Impressum  Newsletter Nutzungshinweise

Copyright © 2000 [Medknowledge.de]. Alle Rechte vorbehalten.

Stand: 25. Mai 2013