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Obere
Gastrointestinale Blutung bei Warfarin- (~Marcumar)-Patienten während
Cotrimoxazol-Antibiotika-Therapie, 2010
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Bei
älteren Patienten, die eine
Warfarin-Langzeittherapie (in Deutschland oft
Marcumar®) erhalten, ist eine Cotrimoxazol-Therapie
(Bactrim®) mit einem deutlich erhöhten Risiko von
Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt
assoziiert. Auch Ciprofloxacin-Therapie war mit
einerm erhöhten Blutungsrisiko assoziiert.
Bei
älteren Warfarin-Patienten sollten andere
Antibiotika als Cotrimoxazol und Ciprofloxacin (Ciprobay®)
verschrieben werden; wenn es jedoch keine
Antibiotika-Alternative zu den beiden Antibitika
geben sollte, müssten die Gerinnungsparameter (Prothrombin-Zeit,
INR -Quick-Wert-) während der Antibiotika-Therapie
engmaschig überwacht werden.
Medknowledge-Anmerkung:
In Deutschland wird anstatt Warfarin das andere
Vitamin-K-Antagonist Marcumar® (Wirkstoff:
Phenprocoumon) verwendet. Es scheint so zu sein (2),
dass die hier für Warfarin gezeigte Medikamenten-Wechselwirkung
mit bestimmter Antibiotika auch für Marcumar®
gilt.
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Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
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Die
Assoziation einer Blutung mit einer Behandlung mit Cotrimoxazol und
anderen Antiinfektiva des Harntrakts während einer Warfarin-Therapie:
Eine Populations-basierte Studie
HINTERGRUND:
Einige Antibiotika, darunter Cotrimoxazol, inhibieren den Metabolismus
von Warfarin-Natrium und erhöhen möglicherweise dadurch das Risiko
einer Blutung. Es wurde bei älteren Patienten, die Warfarin in
Kombination mit Antibiotika erhielten, welche häufig bei
Harnwegsinfekten benutzt werden, das Risiko einer Blutung im oberen
Gastrointestinaltrakt untersucht, mit besonderem Fokus auf
Cotrimoxazol.
METHODEN:
In dieser Populations-basierten, eingebetteten Fall-Kontroll-Studie,
wurden durch Gesundheitsversorgungs-Datenbanken in Ontario, Kanada,
Personen im Alter von mindestens 66 Jahren identifiziert, die zwischen
dem 1. April 1997 und dem 31. März 2007 über einen Zeitraum hinweg
kontinuierlich Warfarin einnahmen. Als Fälle wurden Personen
definiert, die aufgrund oberer Gastrointestinal-Blutungen ins
Krankenhaus aufgenommen wurden. Für jeden Fall wurden bis zu zehn
Kontrollen ausgewählt, die jeweils nach Alter und Geschlecht dem
jeweiligen Fall entsprachen. Es wurden adjustierte
Wahrscheinlichkeitsverhältnisse (engl. aOR) für eine Exposition
gegen Cotrimoxazol, Amoxicillin-Trihydrat, Ampicillin-Trihydrat,
Ciprofloxacin-Hydrochlorid, Nitrofurantoin und Norfloxacin in einem
Zeitraum von 14 Tagen vor der oberen Gastrointestinal-Blutung
errechnet.
ERGEBNISSE: Es wurden 134.637 Patienten identifiziert, die Warfarin
erhielten. Von diesen wurden insgesamt 2.151 Fälle aufgrund einer
Blutung im oberen Gastrointestinal-Trakt in ein Krankenhaus
aufgenommen. Die Fälle hatten im Vergleich zu den Kontrollen eine
fast vierfach erhöhte Wahrscheinlichkeit, vor kurzem Cotrimoxazol
erhalten zu haben (aOR: 3,84; 95% Konfidenz-Intervall [KI]:
2,33-6,33). Eine Behandlung mit Ciprofloxacin war ebenfalls mit einem
erhöhten Risiko verbunden (aOR: 1,94; 95% KI: 1,28-2,95). Keine
signifikante Risikoerhöhung fand sich bei Einnahme von Amoxicillin
oder Ampicillin (aOR: 1,37; 95% KI: 0,92-2,05), Nitrofurantoin (aOR:
1,40; 95% KI: 0,71-2,75) oder Norfloxacin (aOR: 0,38; 95% KI:
0,12-1,26). Im Vergleich zu Amoxicillin oder Ampicillin war eine
Behandlung mit Cotrimoxazol mit einem fast dreifach erhöhten Risiko
assoziiert (Verhältnis der Wahrscheinlichkeitsverhältnisse: 2,80;
95% KI: 1,48-5,32).
SCHLUSSFOLGERUNGEN:
Bei älteren Patienten, die eine Warfarin-Therapie erhalten, ist eine
Cotrimoxazol-Therapie mit einem deutlich erhöhten Risiko von
Blutungen im oberen Gastrointestinaltrakt assoziiert. Bei Patienten
mit bestehender Warfarin-Therapie sollten Ärzte, wann immer möglich,
alternative Antibiotika verwenden.
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- Fischer
HD et al. Hemorrhage during warfarin therapy associated with
cotrimoxazole and other urinary tract anti-infective agents: A
population-based study. Arch Intern Med 2010 Apr 12; 170:617.
- Coumarin
anticoagulants and co-trimoxazole: avoid the combination rather
than manage the interaction. Eur J Clin Pharmacol. 2007
Apr;63(4):335-43. Epub 2007 Feb 21
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Schlüsselwörter: warfarin, antibiotika,
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