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Nasale
Kolonisation mit Staphylokokkus aureus und Infektionsrisiko für
Operationswunden - Stellenwert der Dekolonisation, 2010
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Studie
(1): Nur
eine Minderheit der postoperativen Wundinfektionen
durch S. aureus ist auf eine nasale Kolonisation mit
S. aureus zurück zu führen. Eine generelle
präoperative nasale Eradikation von S. aureus zum
jetzigen Zeitpunkt ist nicht empfehlenswert.
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Staphylococcus
aureus ist eins der häufigsten bakteriellen
Erregern für Krankenhaus-Infektionen, und
Staphylococcus aureus ist gleichzeitig bei bis zu 80
% der gesunden Bevölkerung in der Nase zumindest
vorübergehend nachweisbar. Frühere Studien haben
gezeigt, dass Patienten, die eine nasale
Kolonisation mit Staphylokokkus auereus aufweisen,
ein zwar kleines aber signifikantes Risiko für
postoperative Wundinfektionen (SSI: surgical-site
infection) haben.
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Weil
die Wundinfektionen insbesondere bei orthopädischen
Implantat-Operationen (wie Hüft-TEP, Knie-TEP)
schlimme Auswirkungen auf das Outcome haben, hatten
Orthopäden vorgeschlagen, präventiv vor dem
operativen Eingriff die nasale Kolonisation mit S.
aureus zu eliminieren (Dekolonisation: vermutlich
eine ähnliche Vorgehensweise wie bei stationären
Patienten mit MRSA-Ansiedlung der Nasen-Scheimhaut).
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Eine
aktuelle prospektive Studie aus Frankreich ging
erneut der Frage nach der Assoziation zwischen
nasaler Kolonisation mit S. aureus und
postoperativen Wundinfektionen nach.
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Insgesamt
wurden in 17-Zentren bei 3908 Patienten, die sich
zwischen 2003 und 2007 orthopädischen Operationen
unterzogen hatten, präoperativ nasale Abstriche
für Bakterien-Kulturen abgenommen.
Kolonisation
mit S. auereus wurde bei 790 Patienten (20,2%)
diagnostiziert.
Insgesamt
hatten 77 Patienten (2%) postoperative
Wundinfektionen entwickelt. In 22 Fällen (0,6 %)
war S. aureus für die Wundinfektion veantwortlich,
von diesen 22 Patienten hatten wiederum nur 9 bei
der präoperativen Nasenabstrich eine Kolonisation
mit S. aureus gehabt, die anderen 13 jedoch nicht.
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Nach
Analyse aller Daten gingen die Wissenschaftler davon
aus, dass nur 6 von 22 Fällen mit postoperativer
Wundinfektion mit S. aureus auf die nasale
Kolonisation zurückzuführen war.
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Fazit:
Nur eine Minderheit der postoperativen
Wundinfektionen durch S. aureus war auf die nasale
Kolonisation zurück zu führen. Diese Ergebnisse
erklären wiederum, warum frühere
Interventionsstudien zur Eradikation der nasalen
Kolonisation mit S. aureus keinen signifikanten
Effekt zeigten.
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Des
Weiteren zeigte die aktuelle Studie, dass es weitere Risikofaktoren
für postoperative Wundinfektionen gibt: wie Rauchen (vom Patient
beeinflussbar) oder nosokomiale Infektionen (vom Krankenhaus
beeinflussbar).
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- Berthelot
P et al. Is nasal carriage of Staphylococcus aureus the main
acquisition pathway for surgical-site infection in orthopaedic
surgery? Eur J Clin Microbiol Infect Dis 2010 Apr; 29:373.
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Schlüsselwörter:Wundinfektionen, nase,
kolonisation, eradikation, Nasale Staphylokokkus aureus, bakterien,
bakterielle infektion, bakteriämie, sepsis, hygiene, chirurgie,
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