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Umfassender Versorgungsplan („advance care planning“) für die Sterbebegleitung bei alten Patienten, 2010

Umfassende Versorgungspläne („advance care planning“) verbessern die Sterbebegleitung bei alten Patienten. Die Wünsche der älteren Patienten werden besser bekannt und eher respektiert, wenn die Betreuer (Ärzte, Krankenschwester, Angehörige, Heimmitarbeiter) die Patienten entlang eines umfassenden Versorgungsplans begleiten.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Der Einfluß eines umfassenden Versorgungsplans („advance care planning“) auf die Sterbebegleitung bei alten Patienten

„Advance Care Planning“: Von amerikanischen Ärzten entwickeltes Konzept, das am besten mit „Umfassender Versorgungsplan“ übersetzt wird. Bei uns stirbt die Mehrheit der Menschen an den Folgen chronischer Krankheiten. Der vorausschauende Versorgungsplan antizipiert Verschlechterungen des Zustands, die absehbar sind. Der Plan kommt zum Einsatz, wenn eine Krankheit als fortgeschritten, unheilbar und zum Tode führend eingeschätzt wird. Das Therapieziel besteht dann allein in der Leidensminderung. Das Sterben wird akzeptiert.

Vorab werden Behandlungsmaßnahmen und weitere Elemente der Betreuung (Seelsorge, Telefonkette von Angehörigen) für den Fall akuter Komplikationen festgelegt. Ein erster Schritt ist das Gespräch mit Patienten und deren Stellvertretern darüber, dass dieser Zeitpunkt gekommen ist. Ein weiterer Bestandteil des Advanced Care Planning ist die Vereinbarung zwischen allen Beteiligten, bei Auftreten von lebensbedrohlichen Komplikationen kein Notfallteam zu rufen, das in Unkenntnis der fortgeschrittenen Erkrankung und der Behandlungswünsche eine Übertherapie, etwa eine Intensivbehandlung, einleiten würde. In dem Versorgungsplan wird gleichzeitig dafür Sorge getragen, dass die Medikamente zur Hand sind, die für die Behandlung von Symptomen (Atemnot, Angst, Schmerzen) gebraucht werden. Es muss verabredet werden, wer Medikamente verabreichen kann. Hausärzte, Pflegende in Heimen, Angehörige zu Hause oder auch die Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste sind zu instruieren. Der Versorgungsplan hat den großen Vorteil, dass die Betroffenen zu einem Zeitpunkt über ihre Behandlungswünsche entscheiden, zu dem sie Erfahrungen mit der Krankheit haben. (Quelle: FAZ)

Das Ziel einer australischen Studie, die im „British Medical Journal“ erschien, war die Untersuchung, welchen Einflusses ein umfassender Versorgungsplan auf die Sterbebegleitung alter Menschen hat. Die prospektive randomisierte kontrollierte Studie am Universitätsklinikum in Melbourne umfasste 309 rechtlich beschlussfähige stationäre Patienten im Alter von 80 Jahren oder älter, die für sechs Monate bzw. bis zu ihrem Tod nachbeobachtet wurden. Die Teilnehmer wurden entweder zur üblichen Begleitung oder zur üblichen Begleitung plus einer unterstützten Versorgungsplanung randomisiert. Die Versorgungsplanung hatte das Ziel, die Patienten bei der Reflektion über ihre Ziele, Werte und ihren Glaubens zu unterstützen, zukünftige bevorzugte medizinische Behandlungen zu überdenken und ihre Wünsche zu dokumentieren. Der primäre Zielparameter war, ob die Patientenwünsche für das Lebensende bekannt waren und beachtet wurden. Weitere Zielparameter waren die Zufriedenheit der Patienten und ihrer Familienmitglieder mit dem Klinikaufenthalt, Stresslevels sowie das Auftreten von Ängsten und Depressionen bei Angehörigen verstorbener Patienten.

Ergebnisse:

154 der 309 Patienten wurden zu einer umfassenden Versorgungsplanung randomisiert. 125 (81%) davon erhielten diese und 108 (84%) drückten Wünsche aus oder bestimmten einen gesetzlichen Stellvertreter bzw. beides. Innerhalb der sechs Monaten verstarben 56 Patienten. Bei denjenigen aus der Interventionsgruppe waren die Wünsche für die Sterbebegleitung sehr viel wahrscheinlicher bekannt und wurden befolgt (25/29, 86%) als bei denjenigen aus der Kontrollgruppe (8/27, 30%). In der Interventionsgruppe hatten die Angehörigen der verstorbenen Patienten signifikant weniger Stress (Interventionsgruppe 5, Kontrollgruppe 15), Ängste (Interventionsgruppe 0, Kontrollgruppe 3) und depressive Reaktionen (Interventionsgruppe 0, Kontrollgruppe 5) als diejenigen der Kontrollgruppe. Sowohl die Patientenzufriedenheit als auch die Zufriedenheit der Familienmitglieder waren in der Interventionsgruppe größer.

Fazit:

Ein umfassender Versorgungsplan verbessert die Sterbebegleitung sowie die Zufriedenheit von Patienten und Angehörigen, außerdem treten Stress, Ängste und depressive Reaktionen bei den Hinterbliebenen seltener auf.

  1. Detering KM et al. The impact of advance care planning on end of life care in elderly patients: Randomised controlled trial. BMJ 2010 Mar 23; 340:c1345
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Stand: 25. Mai 2013