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Routinemäßiger
Wechsel von peripheren Venen-Kathetern im Vergleich zum Wechsel nur bei
klinischer Indikation, 2010
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Die
Leitlinien der amerikanischen CDC empfehlen den
Wechsel von peripheren venösen Kathetern (PVK)
jeweils nach 72 bis 96 Stunden. [Medknowledge-Anmerkung:
peripherer venöser Katheter (PVK) hört sich zwar bombastisch an, damit ist aber ein normaler
Venen-Zugang und kein ZVK (zentraler Venenkatheter)
gemeint. In Deutschland wird der PVK häufig nach
den Herstellern als Braunüle oder auch als Viggo
genannt.]
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Eine
aktuelle Cochrane-Übersicht (1) kommt jedoch zu der Schlussfolgerung,
dass die PVKs nicht routinemäßig sondern nur bei klinischer
Indikation (z.B. Verdacht auf Thrombophlebitis oder Bakteriämie usw.)
gewechselt werden sollten.
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Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
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Routinemäßiger
Ersatz von peripheren Venen-Kathetern im Vergleich zum Ersatz nur bei
klinischer Indikation
HINTERGRUND:
Die Leitlinien des Zentrums für Krankheits-Kontrolle (Center of
Disease Control, CDC) empfehlen den Ersatz von peripheren venösen
Kathetern (pVK) jeweils nach 72 bis 96 Stunden. Ein solches
routinemäßiges Ersetzen von Venenkathetern soll das Risiko von
Phlebitiden und Bakteriämien reduzieren. Das Legen eines pVKs ist
für den Patienten unangenehm und möglicherweise ist der Ersatz
unnötig, solange die Funktionalität des Katheters weiterhin besteht
und es keine Anzeichen für Entzündung gibt. Möglicherweise
entstehen durch den routinemäßigen Ersatz von pVKs relevante
Mehrkosten.
ZIELE:
Die Auswirkungen der Entfernung von pVKs nur bei klinischer Indikation
im Vergleich zur routinemäßigen Entfernung und Neuanlage sollten
untersucht werden.
SUCH-STRATEGIE:
Die Cochrane-Gruppe für Krankheiten der peripheren Venen durchsuchte
ihr spezialisiertes Register (letzte Suche im Oktober 2009) und das
zentrale Cochrane-Register kontrollierter Studien (CENTRAL) (letzte
Suche in Ausgabe 4, 2009). Die Autoren durchsuchten ebenfalls MEDLINE
(letzte Suche im Oktober 2009).
AUSWAHL-KRITERIEN:
Randomisierte, kontrollierte Studien, die den routinemäßigen Ersatz
von pVKs mit einem Ersatz bei klinischer Indikation bei Patienten
verglichen, die sich stationär im Krankenhaus aufhielten oder im
häuslichen Umfeld wohnten, und die beständig oder intermittierend
Infusionen erhielten.
DATEN-SAMMLUNG
UND ANALYSE: Drei Autoren des Reviews bewerteten unabhängig
voneinander die Qualität der Studien und extrahierten relevante
Daten.
HAUPT-ERGEBNISSE:
In fünf Studien (3.408 Teilnehmer) fand sich bei Ersatz nach
klinischer Indikationsstellung eine Reduzierung von vermutlich
katheter-bedingten Bakteriämien um 44% (0,2% gegenüber 0,4%). Dieses
Ergebnis war allerdings nicht statistisch signifikant (relatives
Risiko [RR]: 0,57; 95% Konfidenz-Intervall [KI]: 0,17 – 1,94;
P=0,37). Die Häufigkeit von Phlebitiden wurde in sechs Studien (3.455
Patienten) untersucht. Es fand sich eine nicht-signifikante Erhöhung
der Häufigkeit von Phlebitiden in der Gruppe mit klinisch-indiziertem
pVK-Ersatz (9% gegenüber 7,2%; RR: 1,24; 95% KI: 0,97 – 1,60;
P=0,09). Es wurde anhand von fünf Studien (insgesamt 8.779 pVK-Tage)
auch das Vorkommen von Phlebitiden pro 1.000 pVK-Tage gemessen. Es
wurde kein statistischer Unterschied im Vorkommen von Phlebitiden pro
1.000 pVK-Tage gefunden (klinisch-indizierter Ersatz: 1,6 Fälle;
Routine-Ersatz: 1,5 Fälle; jeweils pro 1.000 pVK-Tage). Das
kombinierte relative Risiko betrug 1,04 (95% KI: 0,81 – 1,32;
P=0,77). Die Kosten wurden in zwei Studien untersucht (insgesamt 961
Patienten). Die Kosten für Katheteranlagen waren bei
klinisch-indiziertem Ersatz signifikant reduziert (durchschnittliche
Differenz: -6,21; 95% KI von -9,32 bis -3,11; P=<0,000).
SCHLUSSFOLGERUNG
DER AUTOREN: In diesem Review fand sich kein schlüssiger Beweis für
einen Vorteil eines regelmäßigen Ersatzes von peripheren
Venenkathetern nach jeweils 72 bis 96 Stunden. Es mag daher sinnvoll
erscheinen, wenn Gesundheits-Organisationen die Leitlinien zum Ersatz
von peripheren Venenkathetern dahingehend ändern, dass diese nur bei
klinischer Indikation ersetzt werden. Dadurch würden deutliche
Kostenersparnisse erzielt werden. Außerdem können den Patienten so
unnötige Schmerzen durch routinemäßigen Ersatz von peripheren
Venenkathetern ohne klinische Indikation erspart bleiben.
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- Webster
J et al. Clinically-indicated replacement versus routine
replacement of peripheral venous catheters. Cochrane Database Syst
Rev 2010 Mar 17.
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Schlüsselwörter: Peripherer
Venen-Katheter, PVK, Infektion-Risiko, peripherer Venen-Katheter,
Venenz-Zugang, Viggo, Braunüle, Flexüle, Venflon, infektionen, zvk,
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