|
| |
Herzstillstand
bei Kindern außerhalb einer Klinik: Konventionelle kardiopulmonale
Reanimation oder nur Herzdruckmassage? 2010
|
|
|
|
In
den letzten Jahren sind die Empfehlungen für die
kardiopulmonale Reanimation der Erwachsenen
grundlegend geändert worden. Alleinige
Brustkompressionen (Hands-Only”-Reanimation)
ist jetzt die Regel für die Reanimation durch
Laien. Der Verzicht auf die Atemspende soll die
Akzeptanz der Ersthilfe in der Bevölkerung
verbessern. Begründet wird die Überarbeitung mit
drei im letzten Jahr publizierten nicht
randomisierten Beobachtungsstudien, in denen der
Verzicht auf die Atemspende keine negativen
Auswirkungen hatte. Für professionelle Helfer ist
herkömmliche Reanimation mit Atemspende und
Brustkompressionen jedoch weiterhin die Methode der
Wahl.
Diese
Veränderungen bezüglich der Reanimation durch die
Laien gelten für Erwachsene, nicht jedoch für
Kinder. Eine aktuelle Studie (1)bewertete die
Auswirkungen der kardiopulmonalen Reamination
(konventionell mit Herzdruckmassage und Beatmung
oder nur mit
Herzdruckmassage)
durch einen Zeugen auf die Ergebnisse nach einem
außerklinischen Herzstillstand bei Kindern.
Die Ergebnisse zeigten, dass kardiopulmonale Reanimation
bei Kindern konventionell mit Herzdruckmassage und
Beatmung erfolgen sollte.
Das Outcome der Kinder, die eine konventionelle
Reanimation erfahren hatten, war besser als das der
Kinder, die nur mit alleinigen Brustkompressionen
reanimiert wurden.
|
|
Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
|
|
Herzstillstand
bei Kindern außerhalb einer Klinik: Konventionelle kardiopulmonale
Reanimation oder nur Herzdruckmassage?
Die
„American Heart Association“ empfiehlt die kardiopulmonale
Reanimation mit Herzdruckmassage nur für Erwachsene mit
Herzstillstand, nicht jedoch für Kinder. Eine Studie im „Lancet“
bewertete die Auswirkungen der kardiopulmonalen Reamination
(konventionell mit Beatmung oder nur mit Herzdruckmassage) durch einen
Zeugen auf die Ergebnisse nach einem außerklinischen Herzstillstand
bei Kindern.
In
die landesweite prospektive populationsbasierte Beobachtungsstudie
wurden 5170 Kinder im Alter von bis zu 17 Jahren eingeschrieben, die
zwischen 1. Januar 2005 und 31. Dezember 2007 einen außerklinischen
Herzstillstand erlitten hatten. Die gesammelten Daten enthielten
Alter, Ursache, ob eine kardiopulmonale Reanimation durch einen Zeugen
durchgeführt wurde und welche Art der Reanimation erfolgte. Der
primäre Endpunkt war ein günstiges neurologisches Ergebnis einen
Monat nach dem außerklinischen Herzstillstand (definiert als
Glasgow-Pittsburgh cerebral performance-Kategorie 1 oder 2).
Ergebnisse:
Bei
3675 Kindern (71%) hatte der Herzstillstand eine nichtkardiale Ursache
und bei 1495 Kindern (29%) eine kardiale Ursache. 1551 (30%) erhielten
eine konventionelle kardiopulmonale Reanimation und 888 (17%) eine
Reanimation nur mit Herzdruckmassage. Bei 12 Kindern waren keine
Angaben über die Art der Reanimation durch einen Zeugen vorhanden.
Kinder, bei denen eine kardiopulmonale Reanimation durchgeführt
wurde, wiesen eine signifikant höhere Rate an günstigen
neurologischen Ergebnissen auf als diejenigen, die keine
kardiopulmonale Reanimation erhalten hatten (4,5% versus 1,9%). Bei
Kindern im Alter von 1 bis 17 Jahren, die einen Herzstillstand aus
nichtkardialer Ursache hatten, war ein günstiges neurologisches
Ergebnis nach einer Reanimation häufiger als ohne Reanimation (5,1%
vs. 1,5%). Jedoch ergab die konventionelle Reanimation mehr günstige
neurologische Ergebnisse als die Reanimation mit alleiniger
Herzdruckmassage (7,2% vs.1,6 %). Bei Kindern im Alter von 1-17 Jahren
mit einem Herzstillstand aus kardialer Ursache gab es mehr günstige
neurologische Ergebnisse nach einer Reanimation durch einen Zeugen als
ohne Reanimation (9,5% vs. 4,1%) und es gab keinen Unterschied
zwischen der konventionellen Reanimation und der alleinigen
Herzdruckmassage (9,9% vs. 8,9%). Bei Säuglingen (unter einem Jahr)
waren die Ergebnisse gleichförmig schlecht (1,7% mit günstigem
neurologischen Ergebnis).
Fazit:
Bei
Kindern mit einem außerklinischen Herzstillstand aus nichtkardialer
Ursache ist die konventionelle kardiopulmonale Reanimation (mit
Beatmung) durch einen Zeugen die bevorzugte Methode zur
Wiederbelebung. Bei Herzstillstand aus kardialer Ursache sind die
konventionelle Reanimation und die alleinige Herzdruckmassage gleich
wirksam.
|
- Kitamura
T et al. Conventional and chest-compression-only cardiopulmonary
resuscitation by bystanders for children who have out-of-hospital
cardiac arrests: A prospective, nationwide, population-based
cohort study. Lancet 2010 Apr 17; 375:1347.
- US-Kardiologen
empfehlen “Hands-Only” zur Laien-Reanimation, 1. April 2008
|
|
|
|
Schlüsselwörter: kind, Herzstillstand,
notfall, Kinder, wiederbelebung, Beatmung, Reanimation, Herzdruckmassage,
rettung, notarzt, leitlinie, intensivstation, erste-hilfe, babys, laien,
leitlinien, rettungsmassnahmen, atemmaske, güdltubus, larygoskop,
intubation, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken,
krankenhäuser, Therapie,
infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien,
krankheiten,
|
| |
|