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Antibiotika für stationäre Patienten mit COPD, 2010

Antibiotika ja oder nein bei COPD-Exazerbationen?: Patienten mit einer akuten Exazerbation einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) erhalten oft Antibiotika, obwohl etwa nur die Hälfte der Exazerbationen auf virale Infektionen zurückzuführen ist. Die Evidenz für eine Antibiotika-Therapie basiert bisher nur auf kleine Studien. Daher ging eine retrospektive grosse Studie (1) aus den USA aktuell dieser Frage nach. In der Studie waren 85,000 Patienten involviert, die wegen COPD-Exazerbationen stationär eingewiesen wurden.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie (1) zeigte Vorteile einer Antibiotika-Therapie bei COPD-Patienten, die aufgrund einer akuten Exazerbation einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung stationär im Krankenhaus behandelt wurden.

Die meist verwendeten Antibiotika waren: Quinolone (z.B. Ciprofloxacin), Cephalosporine (z.B. Cefuroxim) und Makrolide (z.B. Doxycyclin oder Azithromycin). Insgesamt rechtfertigen die Resultate den Einsatz der Antibiotika bei dieser Gruppe. Ein Wehmutstropfen dabei war die höhere Rate der Clostridium-difficile-Infektionen bei den antibiotisch behandelten Patienten (0,2% vs. 0,1%).

In manchen laufenden Studien werden neue Entzündungsmarker wie Procalcitonin-Tests eingesetzt, um Patienten mit bakteriellen Infektionen zu identifizieren; Bis genaue Ergebnisse darüber vorliegen, sollten die hospitalisierten COPD-Patienten mit Exazerbationen weiterhin großzügiger mit Antibiotika behandelt werden.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Antibiotische Therapie und Behandlungs-Versagen bei Patienten, die aufgrund einer akuten Exazerbation einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung stationär im Krankenhaus behandelt werden

KONTEXT: Leitlinien empfehlen eine antibiotische Therapie bei akuten Exazerbationen einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (engl. COPD), aber die Evidenz dafür basiert nur auf kleinen, heterogenen Studien, von denen in nur wenigen auch Patienten mit stationärer Behandlung berücksichtigt wurden.

ZIEL: Es sollten die Verläufe von Patienten, die während der ersten beiden Aufenthalts-Tage im Krankenhaus mit Antibiotika behandelt wurden, mit Patienten verglichen werden, bei denen eine antibiotische Behandlung später oder gar nicht durchgeführt wurde.

GESTALTUNG, UMFELD, PATIENTEN: Retrospektive Kohorten-Studie bei Patienten im Alter von 40 Jahren oder mehr, die zwischen dem 1. Januar 2006 und dem 31. Dezember 2007 aufgrund einer akuten Exazerbation einer COPD in einer von 413 Kliniken in den USA stationär aufgenommen wurden.

HAUPT-ERGEBNIS-MESSPUNKTE: Es gab einen zusammengesetzten Endpunkt aus Behandlungsversagen (definiert als Initiierung einer mechanischen Beatmung nach dem zweiten Aufenthalts-Tag im Krankenhaus, Mortalität während des Aufenthalts oder Wiederaufnahme aufgrund einer akuten Exazerbation einer COPD innerhalb von 30 Tagen nach Entlassung), Länge des Aufenthalts und Krankenhaus-Kosten.

ERGEBNISSE: Von 84.621 Patienten erhielten 79% an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Tagen eine antibiotische Behandlung. Bei behandelten Patienten war gegenüber nicht-behandelten Patienten die Wahrscheinlichkeit, eine mechanische Beatmung nach dem zweiten Aufenthalts-Tag zu erhalten, vermindert (1,07%; 95% Konfidenz-Intervall [KI]: 1,06%-1,08% bei Behandlung gegenüber 1,80%; 95% KI: 1,78-1,82 ohne Behandlung). Gleichzeitig war sowohl die Mortalität während des Aufenthalts (1,04%; 95% KI: 1,03-1,05% gegenüber 1,59%; 95% KI: 1,57%-1,61%) als auch die Häufigkeit einer Wiederaufnahme aufgrund einer akuten Exazerbation einer COPD (7,91%; 95% KI:7,89%-7,94% gegenüber 8,79%; 95% KI: 8,74%-8,83%) bei antibiotischer Behandlung reduziert. Patienten, die mit antibiotischen Medikamenten behandelt wurden, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit, aufgrund einer Infektion mit Clostridium difficile wieder ins Krankenhaus aufgenommen zu werden (0,19%; 95% KI: 0,187-0,193%) als Patienten ohne antibiotische Behandlung (0,09%; 95% KI: 0,086%-0,094%). Nach multivariablen Adjustierungen, auch für die Neigung zu antibiotischer Therapie, ergab sich für antibiotisch-behandelte Patienten ein niedrigeres Risiko für Behandlungs-Versagen (relatives Risiko: 0,87; 95% KI: 0,82-0,92). Die Anwendung einer Analyse-Methode mit Gruppierung der Behandlungen und hierarchischer Modellierung, um mögliche Störfaktoren der Krankenhäuser auszugleichen, ergab ähnliche Ergebnisse. Eine Analyse, die eine Stratifizierung nach dem Risiko des Behandlungsversagen durchführte, fand einen ähnlich ausgeprägten Vorteil einer antibiotischen Therapie bei allen Untergruppen.

SCHLUSSFOLGERUNG: Eine frühe antibiotische Therapie war bei Patienten, die aufgrund einer akuten Exazerbation einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) stationär behandelt wurden, unabhängig vom jeweiligen Risiko eines Behandlungsversagens mit einer Verbesserung des Verlaufs assoziiert.

  1. Rothberg MB et al. Antibiotic therapy and treatment failure in patients hospitalized for acute exacerbations of chronic obstructive pulmonary disease. JAMA 2010 May 26; 303:2035

  2. Procalcitonin-Test (PCT): ProCT-Test als Marker für Sepsis und Infektionen

Schlüsselwörter: lunge, Antibiotika, Exazerbation, astma, COPD, infekt-exazerbierte chronisch obstruktive lungenkrankheit, pneumonie, lungenentzündung, lungenerkrankung, Krankenhaus, Exazerbationen, nosokomiale infektion, akute respiratorische insuffienz, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 
 

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Stand: 25. Mai 2013