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Antibiotische
Therapie und Behandlungs-Versagen bei Patienten, die aufgrund einer
akuten Exazerbation einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung
stationär im Krankenhaus behandelt werden
KONTEXT:
Leitlinien empfehlen eine antibiotische Therapie bei akuten
Exazerbationen einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (engl.
COPD), aber die Evidenz dafür basiert nur auf kleinen, heterogenen
Studien, von denen in nur wenigen auch Patienten mit stationärer
Behandlung berücksichtigt wurden.
ZIEL:
Es sollten die Verläufe von Patienten, die während der ersten beiden
Aufenthalts-Tage im Krankenhaus mit Antibiotika behandelt wurden, mit
Patienten verglichen werden, bei denen eine antibiotische Behandlung
später oder gar nicht durchgeführt wurde.
GESTALTUNG,
UMFELD, PATIENTEN: Retrospektive Kohorten-Studie bei Patienten im
Alter von 40 Jahren oder mehr, die zwischen dem 1. Januar 2006 und dem
31. Dezember 2007 aufgrund einer akuten Exazerbation einer COPD in
einer von 413 Kliniken in den USA stationär aufgenommen wurden.
HAUPT-ERGEBNIS-MESSPUNKTE:
Es gab einen zusammengesetzten Endpunkt aus Behandlungsversagen
(definiert als Initiierung einer mechanischen Beatmung nach dem
zweiten Aufenthalts-Tag im Krankenhaus, Mortalität während des
Aufenthalts oder Wiederaufnahme aufgrund einer akuten Exazerbation
einer COPD innerhalb von 30 Tagen nach Entlassung), Länge des
Aufenthalts und Krankenhaus-Kosten.
ERGEBNISSE:
Von 84.621 Patienten erhielten 79% an mindestens zwei
aufeinanderfolgenden Tagen eine antibiotische Behandlung. Bei
behandelten Patienten war gegenüber nicht-behandelten Patienten die
Wahrscheinlichkeit, eine mechanische Beatmung nach dem zweiten
Aufenthalts-Tag zu erhalten, vermindert (1,07%; 95%
Konfidenz-Intervall [KI]: 1,06%-1,08% bei Behandlung gegenüber 1,80%;
95% KI: 1,78-1,82 ohne Behandlung). Gleichzeitig war sowohl die
Mortalität während des Aufenthalts (1,04%; 95% KI: 1,03-1,05%
gegenüber 1,59%; 95% KI: 1,57%-1,61%) als auch die Häufigkeit einer
Wiederaufnahme aufgrund einer akuten Exazerbation einer COPD (7,91%;
95% KI:7,89%-7,94% gegenüber 8,79%; 95% KI: 8,74%-8,83%) bei
antibiotischer Behandlung reduziert. Patienten, die mit antibiotischen
Medikamenten behandelt wurden, hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit,
aufgrund einer Infektion mit Clostridium difficile wieder ins
Krankenhaus aufgenommen zu werden (0,19%; 95% KI: 0,187-0,193%) als
Patienten ohne antibiotische Behandlung (0,09%; 95% KI:
0,086%-0,094%). Nach multivariablen Adjustierungen, auch für die
Neigung zu antibiotischer Therapie, ergab sich für
antibiotisch-behandelte Patienten ein niedrigeres Risiko für
Behandlungs-Versagen (relatives Risiko: 0,87; 95% KI: 0,82-0,92). Die
Anwendung einer Analyse-Methode mit Gruppierung der Behandlungen und
hierarchischer Modellierung, um mögliche Störfaktoren der
Krankenhäuser auszugleichen, ergab ähnliche Ergebnisse. Eine
Analyse, die eine Stratifizierung nach dem Risiko des
Behandlungsversagen durchführte, fand einen ähnlich ausgeprägten
Vorteil einer antibiotischen Therapie bei allen Untergruppen.
SCHLUSSFOLGERUNG:
Eine frühe antibiotische Therapie war bei Patienten, die aufgrund
einer akuten Exazerbation einer chronisch-obstruktiven
Lungenerkrankung (COPD) stationär behandelt wurden, unabhängig vom
jeweiligen Risiko eines Behandlungsversagens mit einer Verbesserung
des Verlaufs assoziiert.
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