|
| |
Transkranielle
Magnetstimulation (TMS) zu Therapie von Depressionen, 2010
|
|
|
|
Die
tägliche (repetitive) links präfrontale Transkranielle
Magnetstimulation (rTMS) wurde in einer
aktuellen Studie (1) bei 190 Patienten mit
unipolaren schweren Depressionen überprüft. Die
Patienten hatten bis dahin auf Antidepressiva nicht
angeprochen hatten, und nahmen während der Studie
keine. Patienten wurden werktags täglich (37,5
minuten pro Sitzung) für 3 Wochen behandelt.
-
Die
rTMS scheint bei der Therapie der einfachen
schweren Depressionen effektiv zu sein.
-
Möglicherweise
ist die rTMS eine effektive Therapie für
Patienten mit unipolaren Depressionen, die auf
Antidepressiva nicht reagieren.
-
Es
liegen jedoch keine Daten über die Wirksamkeit
von rTMS bei schweren bipolaren, psychotischen
und refräktären Depressionen.
-
Auch
die beste medikamentöse Erhaltungstherapie nach
Akuttherapie mit rTMS ist noch unklar.
-
Es
liegen bisher auch keine Vergleichsdaten mit der
Elektrokrampftherapie (EKT), die in der
Psychiatrie bei schweren theapierefraktären
Depressionen als "Ultima Ratio"
eingesetzt wird.
|
|
Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
|
|
Tägliche
links-präfrontale transkranielle magnetische Stimulations-Therapie
bei ernsten depressiven Störungen: Eine Täuschungs-kontrollierte,
randomisierte Studie
KONTEXT:
Die tägliche links-präfrontale, repetitive transkranielle
magnetische Stimulation (engl. rTMS) wurde bereits als eine mögliche
Behandlung einer Depression untersucht. Allerdings ergaben
vorhergehende Arbeiten gemischte Ergebnisse und erfüllten außerdem
nicht die Bedingungen, um eine adäquat maskierte Täuschung zu
ermöglichen.
ZIEL:
Es sollte untersucht werden, ob eine tägliche, links-präfrontale
rTMS sicher und wirksam ernste depressive Störungen behandelt.
GESTALTUNG:
Prospektive, multizentrische, randomisierte, aktiv
Täuschungs-kontrollierte (1:1 Randomisierung), bezüglich der Dauer
adaptive Studie mit drei Wochen initialer Behandlungsdauer (Phase der
fixierten Dosis) gefolgt von bis zu drei weiteren, ebenfalls
verblindeten Behandlungswochen bei Teilnehmern mit Verbesserungen.
UMFELD:
Vier Universitätskliniken in den Vereinigten Staaten.
PATIENTEN:
Ungefähr 860 ambulante Patienten wurden einem Screening unterzogen,
in dem 199 Patienten mit einer unipolaren, nicht-psychotischen,
ernsten depressiven Erkrankung ohne Einnahme eines antidepressiven
Medikaments identifiziert wurden.
INTERVENTION:
Am linken präfrontalen Kortex wurde rTMS bei 120% der motorischen
Schwelle (10 Hz, 4 Sekunden Stimulationsdauer gefolgt von 26 Sekunden
Pause) über 37,5 Minuten (3.000 Impulse pro Sitzung) unter Benutzung
einer Acht-förmigen Spule mit einem festen Kern appliziert. Die
Täuschungs-rTMS wurde mit einer ähnlichen Spule durchgeführt, in
der durch einen metallenen Einsatz das magnetische Feld blockiert
wurde und bei der durch die Kopfhaut-Elektroden ähnliche
somatosensorische Empfindungen wie bei der rTMS hervorgerufen wurden.
HAUPT-ERGEBNIS-MESSPUNKTE:
In der Stichprobe mit Behandlungsabsicht (n=190) wurden die
Remissions-Raten in den beiden Behandlungsarmen mittels logistischer
Regression und unter Kontrolle für Behandlungsort,
Therapie-Resistenz, Alter und Dauer der aktuellen depressiven Phase
miteinander verglichen.
ERGEBNISSE:
Patienten, Behandler und Bewerter waren wirksam verblindet. Die
Häufigkeit minimaler Nebenwirkungen unterschied sich nicht zwischen
den beiden Therapiearmen, in 88% der Fälle wurde die Therapie
fortgeführt (90% in der Täuschungsgruppe, 86% in der aktiven
Gruppe). Primäre Wirksamkeits-Analysen ergaben eine signifikante
Wirksamkeit der Behandlung in Bezug auf den Anteil der Teilnehmer mit
Remission (14,1% bei aktiver rTMS, 5,1% bei Täuschungs-rTMS; P=0,02).
Die Wahrscheinlichkeit, eine Remission zu erreichen war bei aktiver
rTMS 4,2-fach erhöht im Vergleich zur Täuschungs-rTMS (95%
Konfidenz-Intervall: 1,32 – 13,24). Die Number needed to treat
(engl. NNT; Zahl der Personen, die behandelt werden muss, um eine
zusätzliche Remission zu erreichen) betrug 12. Die meisten Teilnehmer
in Remission wiesen eine niedrige Resistenz einer Therapie mit
Antidepressiva auf. Fast 30% der Patienten erreichten in der
Open-Label Nachbeobachtung-Phase eine Remission (30,2% aus der Gruppe
mit aktiver rTMS, 29,6% aus der Täuschungs-Gruppe).
SCHLUSSFOLGERUNG:
Eine tägliche, links-präfrontale repetitive transkranielle
magnetische Stimulation (rTMS) als Monotherapie produzierte eine im
Vergleich zur Täuschungs-Gruppe statistisch signifikante und klinisch
bedeutsame antidepressive therapeutische Wirkung.
|
- George
MS et al. Daily left prefrontal transcranial magnetic stimulation
therapy for major depressive disorder: A sham-controlled
randomized trial. Arch Gen Psychiatry 2010 May; 67:507.
|
|
|
|
Schlüsselwörter: transkranielle
Magnetstimulation, TMS, depression, Gleichstrom-stimulation, magnetische
Stimulations-Therapie, schwere depressionen, krampfanfälle, manie, bipolare
störung, strom, krankheit, epilepsie, ekt, elektrokrampftherapie,
krampanfall, Gehirn-Stimulation, MRT, psychose, schizophrenie,
Transkranielle Magnet- und Gleichstromstimulation, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken,
krankenhäuser, Therapie,
infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien,
krankheiten,
|
| |
|