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Unterbrechungen
bei Medikamentenstellung und Medikamentenverabreichung und das Risiko
für Applikationsfehler
Das
Unterbrechen von Medikamentenverabreichungen hat klinische Fehler zur
Folge, es existiert jedoch noch keine Studie über diesen
Zusammenhang. Eine australische Studie, die im „Archives of Internal
Medicine“ erschien, untersuchte die Hypothese, daß die
Unterbrechung einer Medikation die Fehlerquote erhöht. Es wurde eine
Beobachtungsstudie mit Krankenschwestern, die Medikamente herrichten
und austeilen, auf 6 Stationen in zwei großen australischen
Lehrkrankenhäusern durchgeführt. Fehler bei der Durchführung und
Unterbrechungen wurden durch direktes Beobachten aufgezeichnet.
Klinische
Fehler wurden identifiziert, indem die Beobachtungsdaten mit den
Patientenakten verglichen wurden. Eine freiwillige Stichprobe von 98
Krankenschwestern (Teilnahmerate 82%) wurde bei der Vorbereitung und
beim Austeilen von 4271 Medikationen für 720 Patienten über 505
Stunden hinweg zwischen September 2006 und März 2008 beobachtet.
Zusammenhänge zwischen Durchführungsfehlern (10 Indikatoren wie z.B.
aseptische Technik) sowie klinischen Fehlern (12 Indikatoren wie z.B.
falsche Dosierung) und Unterbrechungen sowie zwischen Unterbrechungen
und dem potentiellen Schweregrad von Versagern oder Fehlern waren die
Hauptzielparameter.
Ergebnisse:
Jede
Unterbrechung einer Medikamentenverabreichung war mit einem Anstieg um
12,1 % bei den Durchführungsfehlern sowie einem Anstieg um 12,7% bei
den klinischen Fehlern assoziiert. Der Zusammenhang zwischen
Unterbrechungen und klinischen Fehlern war unabhängig von der Klinik
und den Eigenschaften der Krankenschwester. Insgesamt kam es bei 53,1%
der Medikationen zu Unterbrechungen. Bei 74,4 % aller verabreichten
Medikationen gab es mindestens einen Durchführungsfehler. Wurde die
Verabreichung nicht unterbrochen (n=2005), lag die Rate der
Durchführungsfehler bei 69,6% (n= 1395), bei drei Unterbrechungen
stieg sie bis auf 84,6% an.
Insgesamt
gab es bei 25% der Verabreichungen mindestens einen klinischen Fehler.
Bei Verabreichungen ohne Unterbrechung lag die Rate an klinischen
Fehlern bei 25,3%, sie stieg jedoch auf 38.9% bei drei Unterbrechungen
an. Die Erfahrung einer Krankenschwester bot keinen Schutz vor
klinischen Fehlern und war sogar mit einer höheren Rate bei den
Durchführungsfehlern assoziiert. Ohne Unterbrechung lag das
geschätzte Risiko eines schweren Fehlers bei 2,3%, bei vier
Unterbrechungen verdoppelte sich das Risiko auf 4,7%.
Fazit:
Unterbrechungen
von Medikamentenverabreichungen sowie deren Häufigkeit waren bei
Krankenschwestern zweier australischer Kliniken signifikant assoziiert
mit der Inzidenz von Durchführungsfehlern und von klinischen Fehlern.
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