|
| |
„Stroke
Mimics“ und Neuroimaging-negative Zerebralischämien: Wie sicher ist
hier die Lyse-Therapie? 2010
|
|
|
|
*„stroke mimics“ sind
Differenzialdiagnosen, die vom Schlaganfall abgegrenzt werden müssen, im
Wesentlichen:
-
epileptischer Anfall mit
Lähmungserscheinungen
-
Migräneattacke mit Aurasymptomatik
-
akute Unterzuckerungen
-
periphereStörungen des
Gleichgewichtsorganes
-
dissoziative Störungen
-
akute entzündliche ZNS-Erkrankungen.
**Neuroimaging-Methoden :
Magnetresonanztomographie (MRT, MRI), Positronenemissionstomographie
(PET), Elektroenzephalographie (EEG), Magnetenzephalographie (MEG),
transkranielle Magnetstimulation (TMS) und intra-operative
Mikroelektrodenstimulation (funktionelle Kartierung)
|
|
Studie (1): Die Lysetherapie
soll bei Schlaganfall-Patienten, die dafür keine Kontraindikationen
haben, in den ersten Stunden nach Beginn der neurologischen Symptome
eingesetzt werden. Es gibt jedoch Patienten mit akuten
neurologischen Symptomen, bei denen andere Ursachen zugrundeliegen
können, die einem ischämischen Insult ähneln („stroke mimics“). Eine
Unterscheidung ist vor einer Lyse-Therapie nicht immer mit letzter
Sicherheit möglich.
Eine aktuelle Studie
(1) ging der Frage nach, wie sicher die
Anwendung einer Lyse-Therapie mit t-PA (Tissue plasminogen activator)
bei Patienten mit „stroke mimics“ und Neuroimaging-negative
Zerebralischämien ist. Die Ergebnisse zeigten, dass eine
Lyse-Therapie in dieser Gruppe auch dann vertretbar ist, wenn die
Diagnose letztendlich nicht Schlaganfall lautet. |
|
Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
|
|
„stroke mimics“* und Neuroimaging**-negative
Zerebralischämien: Wie sicher ist hier die Anwendung von tPA?
Bei Patienten mit akuten neurologischen
Symptomen können andere Ursachen zugrundeliegen, die einem
ischämischen Insult ähneln („stroke mimics“), es kann außerdem ein
abgewendeter Schlaganfall vorliegen, der bei zerebralen Bildgebung
nicht in Erscheinung tritt, was als „neuroimaging-negative cerebral
ischemia“ (NNCI) bezeichnet wird. Eine amerikanische Studie, die in
„Neurology“ erschien, untersuchte die Sicherheit und die Ergebnisse
einer intravenösen Thrombolyse innerhalb von 3 Stunden nach
Einsetzen der Symptome bei Patienten mit „stroke mimics“ und NNCI.
Patienten, die mit einer intravenösen Gabe von tissue plasminogen
activator (tPA) in den ersten drei Stunden nach dem Einsetzen der
Symptome behandelt worden waren, wurden anhand eines
Schlaganfallregister zwischen Juni 2004 und Oktober 2008
identifiziert. Es wurden der NIH-Stroke Scale-Score bei der
Aufnahme, der modifizierte Rankin Score (mRS), die Dauer des
Klinikaufenthalts, das Auftreten einer symptomatischen
intracerebralen Blutung und die Entlassungsdiagnose protokolliert.
Ergebnisse:
Bei 21% von 512 behandelten Patienten
fand sich bei den bildgebenden Verfahren kein Infarkt während der
Nachbeobachtungszeit. Bei der Gruppe mit den „stroke mimics“ (14%)
lag das mittlere Alter bei 55 Jahren, der mittlere NIH-Stroke
Scale-Score bei der Aufnahme bei 7, der mittlere NIH-SS bei
Entlassung bei 0, die mittlere Aufenthaltsdauer bei 3 Tagen und es
gab keine symptomatischen intracerebralen Blutungen. Die häufigsten
Ursachen waren Krampfanfall, komplizierte Migräne, und
Konversionsstörung. Bei der Gruppe mit den Neuroimaging-negativen
Zerebralischämien (NNCI) lag das mittlere Lebensalter bei 61 Jahren,
der mittlere NIH-Stroke Scale-Score bei Aufnahme bei 7, der mittlere
NIH-SS bei der Entlassung bei 0, die mittlere Verweildauer betrug 3
Tage und es gab keine symptomatischen intracerebralen Blutungen.
Fast alle Patienten mit „stroke mimics“ (87%) und
Neuroimaging-negativer Zerebralischämie (91%) waren bei Entlassung
funktionell unabhängig (mRS 0-1).
Fazit:
Die Ergebnisse stützen die Sicherheit
der intravenösen Anwendung von tissue plasminogen activator (tPA)
bei Patienten mit Verdacht auf akute Zerebralischämie innerhalb von
3 Stunden nach dem Einsetzen der Symptome auch dann, wenn die
Diagnose letztendlich nicht Schlaganfall lautet oder die
bildgebenden Verfahren keinen Infarkt zeigen.
|
-
Chernyshev OY et al. Safety of tPA in stroke mimics and
neuroimaging-negative cerebral ischemia. Neurology 2010 Apr 27;
74:1340.
|
|
|
|
Schlüsselwörter:
stroke mimics, mrt, magnetresonanztomographie,
bildgebung, kein Schlaganfall, CCT, apoplex, hemiparese, Lyse-Therapie,
krampfanfall, zeitfenster, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken,
krankenhäuser, Therapie,
infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien,
krankheiten,
|
| |
|