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Cholinesterase-Hemmer (ChEH) und Bradykardien bei Demenz-Patienten, 2010
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Hintergrundinformationen: Acetylcholinesterasehemmer (AChE-Hemmer)
werden zur Besserung der kognitiven Funktionen im frühen Stadium der
Alzheimer-Demenz eingesetzt. Deren Wirkung ist jedoch unter den
Fachkreisen umstritten.
In Deutschland sind momentan drei
Cholinesterasehemmer (ChEH) als Tabletten gegen Alzheimer-Demenz
zugelassen: Donezepil (Aricept®), Galantamin (Reminyl®) und
Rivastigmin (Exelon®). Inzwischen ist Rivastigmin (Exelon®) auch als
Hautpflaster erhältlich. |
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Aktuelle Studie
(1): In einer Kohortenstudie aus den USA untersuchten die
Wissenschaftler die Assoziation zwischen Cholinesterase-Hemmer und
Inzidenz von Bradykardien (langsamer Herzschlagfolge) bei dementen
Patienten. Die Ergebnisse zeigten, dass fast jeder elfte Patient
eine Bradykardie entwickelte, auch das Sturzrisiko war unter
Cholinesterase-Hemmer höher. Regelmäßige EKG-Untersuchungen auf
Bradykardie bei Patienten mit Demenz, die Cholinesterase-Inhibitoren
einnehmen, wären empfehlenswert. Bei Auftreten einer Bradykardie
sollte überprüft werden, die Dosis der Cholinesterase-Hemmer zu
reduzieren, bzw. bei Bradykardie und Stürzen es direkt ganz
abzusetzen. |
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Ausführlichere Daten
der aktuellen Studie (1):
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Cholinesterase-Inhibitoren und die
Inzidenz von Bradykardien bei Demenz-Patienten in der
Gesundheitsversorgung von Veteranen in Neu-England.
ZIELE: Es sollte die mögliche
Assoziation zwischen der Benutzung von Cholinesterase-Inhibitoren
und einer neu gestellten Diagnose einer Bradykardie, ebenso wie die
klinische Signifikanz dieser Bradykardie untersucht werden.
GESTALTUNG: Anhand von proportionalen
Gefahrenanalysen nach Cox mit Zeit-abhängiger Exposition wurden
sowohl die Assoziation, als auch die Dosis-Wirkungs-Beziehung für
Donepezil und Bradykardie untersucht.
UMFELD: Gesundheitsversorgung für
Veteranen in Neu-England.
TEILNEHMER: Patienten mit Demenz, die
zwischen Januar 1999 und Juni 2007 eine Behandlung erhielten
(N=11.328).
MESSUNGEN: Bradykardie wurde mittels dreier Methoden identifiziert
unter Benutzung von Kodierungen nach dem internationalen Katalog für
Krankheiten, neunte Ausgabe (ICD-9) als auch durch in den
Krankenakten dokumentierte Herzfrequenzen unter 60/min.
ERGEBNISSE: Bei Patienten, die einen
Cholinesterase-Inhibitor einnahmen, wurde im Vergleich zur
Kontrollgruppe ein größeres Risiko für Bradykardien gefunden
(adjustiertes relatives Risiko: 1,4; 95% Konfidenz-Intervall:
1,1-1,6). Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung wurde für Donepezil
beobachtet, dabei hatte die Gruppe mit der höchsten Dosierung des
höchste Risiko (relatives Risiko: 2,1; 95% Konfidenz-Intervall:
1,5-2,9). Die Ergebnisse waren konsistent, unabhängig von der
Methode, mit der eine Bradykardie definiert wurde. Patienten mit
Bradykardie hatten im Vergleich zu Patienten ohne Bradykardie ein
höheres Risiko zu stürzen, eine Synkope zu erleiden, oder eine
Schrittmacher-Implantation zu benötigen.
SCHLUSSFOLGERUNG: In einer großen
Kohorte wurde bei Patienten mit Demenz, die
Cholinesterase-Inhibitoren einnehmen, ein im Vergleich zur nicht
behandelten Kontrollgruppe mäßig erhöhtes Risiko für Bradykardie
gefunden. Bei Patienten, die Donepezil einnehmen, kann das Risiko
für eine Bradykardie bei höheren Dosen stärker erhöht sein. Aufgrund
der möglichen klinischen Konsequenzen könnten regelmäßige
Untersuchungen auf Bradykardie bei Patienten mit Demenz, die
Cholinesterase-Inhibitoren einnehmen, notwendig sein. |
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Rohini K. Hernandez et al: Cholinesterase Inhibitors and
Incidence of Bradycardia in Patients with Dementia in the
Veterans Affairs New England Healthcare System. J Am Geriatr
Soc. 2009 Nov;57(11):1997-2003
- Siehe auch:
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Schlüsselwörter:
bradykardie, Donezepil, Aricept, Galantamin,
Reminyl, Rivastigmin, Exelon, herzrhythmusstörungen, tachykardie,
rhythmusstörungendelir, Acetylcholinesterasehemmer, Demenz,
Cholinesterase-Hemmer Atypische Neuroleptika Donepezil, Arrhythmie, Unruhe,
Aricept, Agitiertheit, Morbus Alzheimer, MCI, mild cognitive impairment,
Herzrhythmusstörung, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken,
krankenhäuser, Therapie,
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