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Antidepressiva: Absetzen vs. Ausschleichen, 2010

Langsames Ausschleichen von Antidepressiva -insbesondere SSRI- über Wochen bis Monate ist hinsichtlich Erkrankungsrezidiv ratsamer.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Erkrankungsrisiko bei Absetzen bzw. Ausschleichen von Antidepressiva

Plötzliches Absetzen einiger psychotroper Medikamente hat oft Entzugssymptome sowie ein erhöhtes Risiko eines Rezidivs zur Folge. Rezidive treten nach unmittelbarem Absetzen von Lithium und Antipsychotika früher auf als nach langsamen Ausschleichen. Die Autoren verglichen das Auftreten von Rezidiven nach direktem Absetzen mit dem Ausschleichen von Antidepressiva. Es wurden 398 Patienten mit einer DSM-IV Diagnose einer wiederkehrenden Major Depression (n=224), Panikstörung (n=75), bipolarer Störung vom Typ II (n=62) oder Typ I (n=37) verglichen. Zwei Drittel waren Frauen, das mittlere Alter war 42 Jahre und die Patienten wurden im Mittel über 8.5 Monate mit Antidepressiva behandelt. Antidepressiva wurden entweder direkt abgesetzt (über 1-7 Tage; n=188) oder langsam ausgeschlichen (über 14 Tage oder länger; n=210), mit einer mittleren Follow-up Periode von 2.8 Jahren. Patienten, welche zum Zeitpunkt des Absetzens krank waren, wurden von der Analyse ausgeschlossen. Die Autoren verglichen die Latenzzeit bis zur ersten neuen Episode mit Hilfe von Ereigniszeitanalyse und Cox multivariater Datenanalyse.

Ergebnisse: die Latenzzeit bis zur ersten neuen Episode bei plötzlichem Absetzen war 0.4 mal höher als bei Ausschleichen der Medikation, und schätzungsweise ein Viertel der Zeitspanne der durchschnittlichen episodenfreien Zeit des selben Patienten. Der Effekt war ähnlich bei verschiedenen Klassen von Antidepressiva und über mehrere Jahre. Die Absetzgeschwindigkeit war von geringerer Bedeutung bei Medikamenten mit längerer Halbwertszeit. Der Effekt variierte außerdem mit der Diagnose (Bipolar Typ I > oder = Panikstörung > Bipolar Typ II  > oder = Major Depression), aber nicht bezüglich der Anzahl von Episoden innerhalb eines Jahres, der Dauer der gemessenen Episode, adjuvanter Therapie oder der Dosis bzw. Dauer der antidepressiven Behandlung.

Fazit: Das Risiko eines Erkrankungsrezidivs bei Depression oder Panikstörung ist nach plötzlichem Absetzen von Antidepressiva viel kürzer als nach langsamen Ausschleichen. Diese Erkenntnisse haben Bedeutung für sowohl das klinische Management als auch das Design und die Interpretation von klinischen Studien.

  1. Baldessarini RJ et al. Illness risk following rapid versus gradual discontinuation of antidepressants. Am J Psychiatry 2010 Aug; 167:934.
Schlüsselwörter: Absetzen, ausschleichen, Antidepressiva, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, SSRI, Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer, SNRI, selektive Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer, manie, Meta-analyse, Depressionen, abdosieren, hausarzt, psychiater, Therapie, Behandlung, Medikament, FDA, Selbstmord, Suizid-Risiko, Antidepressiva-entzug, entzugssymptomatik, rezidiv, Medikament, Therapie, schwere Depression, Selektive Serotonin Reuptake Inhibitoren oder SSRI, risiko, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

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Stand: 25. Mai 2013