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Gentamicin-haltige Kollagenschwämme zur Vorbeugung postoperative Wundinfektionen, 2010

Gentamicin-haltige Kollagenschwämme können Wundinfektionen weder nach Herzoperation (1) noch nach kolorektaler Chirurgie (2) verhindern.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Einfluss von implantierbaren Gentamicin-Kollagenschwämmen auf sternale Wundinfektionen nach Herzoperation: eine randomisierte Studie. 

HINTERGRUND: Trotz routinemäßigem Einsatz einer systemischen Antibiotikaprophylaxe treten immer noch bei mehr als 5% aller herzchirurgischen Patienten sternale Wundinfektionen auf, die mit zusätzlicher Morbidität, Mortalität und Kosten verbunden sind. Der Gentamicin-haltige Kollagenschwamm, ein chirurgisch implantierbares Lokalantibiotikum, wird derzeit in 54 Ländern erprobt. Ausgehend von einer großen, randomisierten Studie an zwei schwedischen Zentren wurde im Jahr 2005 berichtet, dass die Wundinfektionen in der Herzchirurgie durch den Einsatz von Antibiotikaschwämmen um 50 % gesenkt werden.

ZIEL: In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob der Einsatz  eines Antibiotikaschwamms die Infektion bei herzchirurgischen Patienten mit erhöhtem Risiko sternaler Wundinfektionen verhindern kann.

STUDIENDESIGN, ORT UND TEILNEHMER: Unter Beteiligung von 48 US-Kliniken wurde zwischen 21. Dezember 2007 und 11. März 2009 eine  prospektive, randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie mit Einzelverblindung durchgeführt. Eingeschlossen wurden 1502 herzchirurgische Patienten mit hohem Risiko sternaler Wundinfektionen (Diabetes und/oder Body-Mass-Index > 30).

INTERVENTION: Vor dem Wundverschluss wurden zwischen beiden sternalen Hälften entweder zwei Gentamicin-haltige Kollagenschwämme (Gesamt-Gentamicingehalt 260 mg; n = 753) oder keine Schwämme (Kontrollgruppe; n = 749) unter einzelverblindeter Randomisierung eingelegt. Alle Patienten erhielten die gleiche, standardisierte Versorgung einschließlich systemischer Antibiotikaprophylaxe und stabiler, sternaler Osteosynthesen.

HAUPTERGEBNIS: Als primärer Endpunkt wurde die sternale Wundinfektion innerhalb von 90 Tagen postoperativ durch ein klinisches Bewertungsteam mit Verblindung der Behandlungsgruppen bestimmt. Die primäre Auswertung erfolgte als Intention-to-treat-Analyse. Der sekundäre Outcome umfasste (1) die oberflächliche Wundinfektion (einschließlich des subkutanen Gewebes, ohne Beteiligung der sternalen Cerclagen), (2) die tiefe Wundinfektion (mit Beteiligung der sternalen Cerclagen, des Sternums und/oder Mediastinums) und (3) einen Score bestehend aus zusätzlicher Behandlung, serösem Ausfluss, Erythem, eitrigem Exsudat, Deliszenz der tieferen Gewebe, Bakterienisolaten und stationärer Verweildauer (ASEPSIS, Minimalscore 0, keine Maximalbegrenzung).

ERGEBNISSE: Von 1502 Teilnehmern hatten 1006 Diabetes (67 %) und 1137 Adipositas (Body-Mass-Index > 30; 76 %). Die Primäranalyse ergab keinen signifikanten Unterschied in der Rate der sternalen Wundinfektionen: 63 von 753 Patienten (8,4 %) in der  Gruppe mit Gentamicin-haltigem Kollagenschwamm und 65 von 749 Patienten der Kontrollgruppe (8,7 %) (p = 0,83). Keine Unterschiede ergaben sich hinsichtlich der oberflächlichen sternalen Wundinfektionen (49/753 [6,5 %] versus 46/749 [6,1 %]; p = 0,77), der tiefen sternalen Wundinfektionen (14/753 [1,9 %] versus 19/749 [2,5%]; p = 0,37), des ASEPSIS-Scores (Mittelwert [SD] 1,9 [6,4] versus 2,0 [7,2]; p = 0,67) und hinsichtlich der Rehospitalisierungsrate aufgrund sternaler Wundinfektionen (23/753 [3,1 %] versus 24/749 [3,2 %] ; p = 0,87).

SCHLUSSFOLGERUNG: Bei US-Patienten mit Diabetes und/oder hohem Body-Mass-Index konnte der Einsatz  Gentamicin-haltiger Kollagenschwämme die 90-Tage-Rate sternaler Wundinfektionen  bei herzchirurgischen Eingriffen nicht senken. 

  1. Bennett-Guerrero et al - SWIPE-1: Effect of an implantable gentamicin-collagen sponge on sternal wound infections following cardiac surgery: a randomized trial. JAMA. 2010 Aug 18;304(7):755-62.
  2. Bennett-Guerrero et al - SWIPE-2: Gentamicin-collagen sponge for infection prophylaxis in colorectal surgery. N Engl J Med. 2010 Sep 9;363(11):1038-49.
Schlüsselwörter: Gentamicin-Kollagenschwamm, bauchchirurgie, operation, chirurgie, prophylaxe, Vorbeugung postoperative Wundinfektionen, Gentamicin-haltige verbände, Kollagenschwämme, wunde, wundinfektion, wundheilungsstörung, wunden, desinfektion, hygiene, antibiotika, tücher, gaze, verband, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

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Stand: 25. Mai 2013