Medknowledge

Suchkatalog 

Home

Suche

Datenbanken

Newsletter

Bücher

Kontakt

Englisch

 

Ärzte (mit Login)

Forum für Fachkreise
Fachgebiete
Evidenzbas. Medizin
Medizindatenbanken
Leitlinien

Ärzte (ohne Login)

Online-Fortbildung
Qualitätsmanagement
DRG   ICD-10,  OPS 
Medizinprodukte/Firmen__

Recherche

Medline-Abstracts
Neue Medikamente
Literaturservice

Weiteres

Pharmaseiten-- 
Medizinstudium
Jobs   Ausland

 

Wirksamkeit der Kompressionstrümpfe nach Operation und nach Schlaganfall, 2010

Kompressionsstrümpfe zur Thromboembolie-Prophylaxe bei immobilen bzw. chirurgischen Patienten JA, Routine-Einsatz bei Schlaganfall-Patienten  NEIN.

Elastische Kompressionsstrümpfe sind in der Versorgung von bettlägerigen immobilen Patienten wirksam, sie verhindern  durch die Kompression der Venen die Bildung von Thrombosen, die sich schnell zum Ausgangspunkt einer Lungenembolie entwickeln können. Auch eine Cochrane-Analyse attestierte dieser Maßnahme eine hohe Effektivität(1). Die dieser Bewertung zugrunde liegenden Studien wurden jedoch allesamt bei chirurgischen Patienten durchgeführt.

Die CLOTS-1-Studie (2, 3) hatte 2009 zum ersten an einer größeren Patientengruppe untersucht, ob eine präventive Wirkung auch bei Schlaganfallpatienten vorhanden ist. In der Studie wurde Hälfte der Patienten mit bis zum Oberschenkel reichenden Kompressionsstrümpfen versehen. Die CLOTS-1-Studie kam damals  zu dem überraschenden Ergebnis, dass die Kompressionsstrümpfe bei Patienten, die wegen eines Schlaganfalls hospitalisiert werden, nicht geeignet sind, die Zahl der tiefen Venenthrombosen zu senken.

Inzwischen wurde die aktuelle CLOT-II-Studie (4), die ebenfalls die Wirksamkeit der Kompressionstrümpfe zur Thrombose-Prophylaxe bei Schlaganfall-Patienten untersucht hatte, publiziert. Die Resultate der CLOT-II zeigten: Proximale tiefe Venen-Thrombosen der Beine treten bei Patienten mit einem akuten Schlaganfall häufiger beim Tragen von Unter-Knie-Strümpfen (knielange Kompressionsstrümpfe) als beim Tragen von Strümpfen, die auch den Oberschenkel einschließen (oberschenkellange Kompressionsstrümpfe), auf. Warum die knielange Kompressionsstrümpfe das Thrombo-Embolie-Risiko steigern sollten, und warum die oberschenkellange Kompressionsstrümpfe im Gegensatz dazu -zwar geringgradig aber statistisch doch signifikant- prophylaktisch wirken sollten, ist jedoch noch unklar.

Ein aktueller Cochrane-Review (5) rät anhand der Ergebnisse der CLOT-Studien und wegen der unklaren Datenlage von einem Routine-Einsatz von Kompressionsstrümpfen zur Thromboseprophylaxe bei Patienten nach Schlaganfall ab.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie CLOTS-II (4): 

Oberschenkel-Strümpfe im Vergleich zu Unter-Knie-Strümpfen für die Prävention einer tiefen Venenthrombose nach einem Schlaganfall: Eine randomisierte Studie (CLOTS)

HINTERGRUND: Die Benutzung von graduierten Kompressions-Strümpfen ist bei der Prävention von tiefen Venen-Thrombosen (TVT) weit verbreitet. Obwohl Unter-Knie-Strümpfe häufiger benutzt werden als Strümpfe, die auch die Oberschenkel umfassen, gibt es keine Beweise dafür, dass deren Wirksamkeit sich nicht von Oberschenkel-Strümpfen unterscheidet.

ZIEL: Es sollte bei immobilen Patienten während eines stationären Krankenhausaufenthaltes aufgrund eines Schlaganfalls die Wirksamkeit von Oberschenkel-Strümpfen mit der Wirksamkeit von Unter-Knie-Strümpfen bei der Prävention einer proximalen TVT verglichen werden.

GESTALTUNG: Parallel-Gruppen-Studie mit zentralisierter Randomisierung (Minimisierung innerhalb der Zentren) um eine Verdeckung der Zuteilung sicher zu stellen. Die Untersucher, die per Ultraschall nach einer TVT suchten, waren gegenüber der Zuteilung verblindet, die Patienten und das Behandlungs-Team jedoch nicht.

UMFELD: 112 Krankenhäuser in neun Ländern.

PATIENTEN: 3.114 immobile Patienten, die aufgrund eines akuten Schlaganfalls zwischen Januar 2002 und Mai 2009 stationär ins Krankenhaus aufgenommen wurden.

INTERVENTION: 1.552 erhielten Oberschenkel-Strümpfe und 1.562 erhielten Unter-Knie-Strümpfe, jeweils für die Dauer des Krankenhausaufenthaltes.

MESSUNGEN: Es wurde bei 1.406 Patienten (96% der Überlebenden) in jeder Behandlungs-Gruppe zwischen Tag 7 und Tag 10 nach Aufnahme in die Studie eine Kompressions-Duplex-Ultraschall-Untersuchung durchgeführt. Eine zweite Untersuchung wurde nach ungefähr 25 bis 30 Tagen bei 643 Patienten in der Gruppe mit Oberschenkel-Strümpfen und bei 639 Patienten in der Gruppe mit Unter-Knie-Strümpfen durchgeführt. Der primäre Endpunkt war eine symptomatische oder asymptomatische TVT in den Popliteal- oder Femoral-Venen, die bei einer der beiden Ultraschall-Untersuchungen entdeckt wurde.

ERGEBNISSE: Die Patienten blieben für alle Analysen in ihrer zugeteilten Gruppe. Der primäre Endpunkt trat bei 98 Patienten (6,3%) mit Oberschenkel-Strümpfen und bei 138 (8,8%) Patienten mit Unter-Knie-Strümpfen (absoluter Unterschied: 2,5 Prozentpunkte [95% Konfidenz-Intervall: 0,7 – 4,4 Prozentpunkte]; P=0,008). Es ergab sich eine relative Reduzierung des Risikos um 31% (95% Konfidenz-Intervall: 9 – 47%). 75% der Patienten in beiden Gruppen trugen die Strümpfe über 30 Tage oder bis zur Entlassung aus dem Krankenhaus, bis zum Tod, oder bis zur Wiedererlangung der Mobilität. Hautbrüche traten bei 61 Patienten mit Oberschenkel-Strümpfen (3,9%) und 45 Patienten (2,9%) mit Unter-Knie-Strümpfen auf.

EINSCHRÄNKUNG: Die Verblindung war nicht vollständig. Nicht alle Patienten erhielten zwei Ultraschall-Untersuchungen. Die Studie wurde beendet, bevor die beabsichtigte Gesamt-Zahl an Patienten erreicht wurde.

SCHLUSSFOLGERUNG: Proximale tiefe Venen-Thrombosen der Beine treten bei Patienten mit einem akuten Schlaganfall häufiger beim Tragen von Unter-Knie-Strümpfen als beim Tragen von Strümpfen, die auch den Oberschenkel einschließen, auf.

PRIMÄRE FINANZIERUNGS-QUELLE: Das Medizinische Forschungs-Kommittee des Vereinigten Königreichs, das Haupt-Wissenschaftsbüro der schottischen Regierung sowie "Brust, Herz und Schlaganfall" aus Schottland.

  1. Cochrane-Übersicht: Elastic compression stockings for prevention of deep vein thrombosis, Update April 19. 2010
  2. CLOTS Trials Collaboration, Dennis M, Sandercock et al: Effectiveness of thigh-length graduated compression stockings to reduce the risk of deep vein thrombosis after stroke (CLOTS trial 1): a multicentre, randomised controlled trial.Lancet. 2009 Jun ;373(9679):1958-65
  3. Schlaganfall: Zweifel an Kompressionsstrümpfen Edinburgh, 28.05.2009
  4. CLOTS (Clots in Legs Or sTockings after Stroke) Trial Collaboration.
    Thigh-length versus below-knee stockings for deep venous thrombosis prophylaxis after stroke: a randomized trial. Ann Intern Med. 2010 Nov 2;153(9):553-62
  5. Cochrane-Review: Naccarato M, Physical methods for preventing deep vein thrombosis in stroke, 2009
  6. NICE-Leitlinie aus England: Venous thromboembolism: reducing the risk, NICe-Guideline 2010
Schlüsselwörter: Elastische Kompressionstrümpfe, Operation, Schlaganfall, Kompressionstrumpf, chirurgie, immobilität, strümfpe, knielang, oberschenkel-lang, thrombose-vorbeugung, propyhlaxe, verband, bandage, kompression anlegen, strumpf, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

Patienten

Übersicht
Krankheiten
Fachkliniken
Medikamente-Preisvergleich

Home Kontakt Impressum  Newsletter Nutzungshinweise

Copyright © 2000 [Medknowledge.de]. Alle Rechte vorbehalten.

Stand: 25. Mai 2013