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INR-Home-Monitoring: Ist Überwachung der Marcumar-Therapie durch Patienten zu Hause effektiv? 2010

INR-Messungen (früher Quick-Wert) bei Patienten unter  Marcumar-Therapie gehören auch in Deutschland zum Alltag der Ärzte und Patienten. Die Messungen erfolgen in der Regel in den Praxen der Hausärzte. Nicht selten gibt es Eilmeldungen an die Patienten wie „Sie haben einen INR von 6, bitte in den 3 Tagen kein Marcumar, danach nochmal INR-Bestimmung“.  Als Komplikation kann es auch zu Blutungen (INR zu hoch eingestellt) oder auch zu Thromboembolien (INR zu niedrig) kommen.  

In den USA hat die Gesundheitsbehörde FDA bereits Geräte zum  INR-Bestimmung zugelassen, die klein und handlich sind und eine Messung durch eine Fingerpunktion (wie bei  Blutzucker-Messung) anstatt durch eine richtige Blutabnahme erlauben.  Solche handliche Geräte erlauben eine höhere Flexibilität beim INR-Monitoring. Bisher haben kleine Studien gezeigt, dass ein sogenanntes "Home-Monitoring" durch Selbsttestung der Patienten zu Hause die Schlaganfall- und Blutungsrate bei Warfarin-Patienten (in Deutschland Marcumar) reduzieren könnte. Eine aktuelle Studie (1) überprüfte diese These bei Patienten, die in der Lage waren, zu Hause alleine Selbstmessungen durchzuführen. 

Die Ergebnisse zeigten, dass INR-Messungen zu Hause durchaus überzeugend waren, und keineswegs den INR-Kontrollen im Praxis oder Krankenhaus unterlegen waren. Diese Ergebnisse unterstützten jedoch NICHT -wie in vorangehenden Studien behauptet- die Überlegenheit der Selbsttestung zur Verminderung eines Risikos für Schlaganfall, Blutung oder Tod während Warfarin-Therapie.

Also was nun? Insgesamt ist die Entwicklung solche portable INR-Messgeräte begrüßensswert, deren Einsatz vielleicht bei einer selektionierten Patientengruppe sinnvoll sein könnte.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Auswirkung von Selbstbestimmung der International Normalized Ratio im häuslichen Bereich auf klinische Ereignisse

Eine Antikoagulation mit Warfarin reduziert thrombembolische Komplikationen bei Patienten mit Vorhofflimmern oder mechanischen Herzklappen, aber ein effektives Mangagement ist complex und die Internationalized Normalized Ratio (INR), welche zunehmend den Quick-Wert ersetzt, ist häufig außerhalb des Normbereichs. Verglichen mit der Bestimmung der INR durch die venöse Blutentnahme, erlauben die Geräte zur Selbsttestung  eine höhere Testfrequenz, während das Einbeziehen des Patienten zur klinischen Verbesserung beitragen könnte. Diese Studie teilte 2922 Patienten unter Warfarinbehandlung aufgrund von Vorhofflimmern oder mechanischen Herzklappen und welche in der Lage waren, sich selbst zu testen, zufällig entweder einer Gruppe zu, welche in wöchentlichem Abstand selbst zuhause ihren INR misst, oder einer Gruppe, deren Werte einmal im Monat im Labor der Klinik getestet werden. Primärer Endpunkt war die vergangene Zeit bis zum Eintreffen eines gravierenden Ereignis (Schlaganfall, größere Blutung oder Tod).

Ergebnisse: Während der Follow-Up Periode über 2,0 bis 4,75 Jahre wurden insgesamt 8730 Patientenjahre akkumuliert. Die verstrichene Zeit bis zum ersten gravierenden Ereignis war bei der Selbsttest-Gruppe nicht signifikant länger als in der laborgetesteten Gruppe (Hazard Ratio 0.88; 95% Konfidenzintervall 0.75 - 1.04; P=0.14). Die beiden Gruppen hatten ähnlich Raten für das klinische Ergebnis, bis auf die Tatsache, dass die Gruppe der Selbsttester mehr kleinere Blutungen meldete. Gemessen über die gesamte Follow-Up Periode zeigte die Selbsttest-Gruppe eine gering signifikante Verbesserung für die prozentuale Zeit, in der sich die INR im Normbereich befand (absolute Differenz zwischen den Gruppen 3,8 Prozentpunkte). Nach 2 Jahren Follow-Up war bei der Gruppe der Selbsttester eine ebenfalls gering signifikante Verbesserung der Patientenzufriedenheit mit ihrer Antikoagulationstherapie (P=0.002) und Lebensqualität (P=0.001) zu erkennen.

Fazit: Verglichen mit den monatlichen hochqualitativen Laborkontrollen der INR, verzögerte die wöchentliche Selbsttestung den Zeitpunkt bis zum ersten Schlaganfall, einer größeren Blutung oder dem Tod nicht so stark wie in vorangehenden Studien. Diese Ergebnisse unterstützen die Überlegenheit der Selbsttestung zur Verminderung eines Risikos für Schlaganfall, Blutung oder Tod während Warfarin-Therapie nicht.

  1. Matchar DB et al. Effect of home testing of international normalized ratio on clinical events. N Engl J Med 2010 Oct 21; 363:1608.
Schlüsselwörter: Antikoagulation mit Warfarin, thromboembembolische Komplikationen, Home-Monitoring, selbsttestung, Marcumar-Therapie, Patienten effektiv, selbsttest, test zu hause, Dauer, idiopathisch, therapiedauer, Leitlinien, Thrombose, VTE, tiefe herzklappenersatz, aortenklappen-ersatz, mitralklappen-ersatz, Venenthrombose, Phlebothrombose, Thromboembolie, D-Dimer, Blutung, Gerinnungsfaktor VIIa, Blutungen, herzklappe, Gerinnungsfaktoren , Antidot, Warfarin, Coumadin, Phenprocoumon, Marcumar, Vitamin K, International Normalized Ratio, INR, Quick-Wert, mechanischen Herzklappen, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

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Stand: 25. Mai 2013