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Trizyklische Antidepressiva zur Prophylaxe von Kopfschmerzen, 2011

Hintergrundinformation:  Trizyklische Antidepressiva (TZA) entfalten ihre antidepressive Wirkung durch Hemmung der Wiederaufnahme der Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin in die Nervenzellen des Gehirns.  In Deutschland sind unter anderem Amitriptylin (Saroten®), Doxepin (Sinquan®), Clomipramin (Anafranil®) und Imipramin (Tofranil®) bekannt.

Ärzte verschreiben die TZA seit längerem auch zur Therapie der Patienten mit Migräne und Spannungskopfschmerz. Eine Meta-Analyse überprüfte die Wirksamkeit der TZA im Vergleich mit Plazebo, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Beta-Blocker.  Amitriptylin und Clomipramin waren in den involvierten Studien die meist verwendeten Trizyklischen Antidepressiva.

Die Ergebnisse zeigten, dass Trizyklische Antidepressiva zur Migräne-Prophylaxe effektiver als Plazebo und Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), und genauso effektiv wie Beta-Blocker waren.

Leider haben wenige Studien Trizyklische Antidepressiva mit  Valproinsäure (in Deutschland Ergenyl) und Topiramat verglichen, beide Medikamente sind von US-Gesundheitsbehörde FDA ebenfalls zur Migräne-Prophylaxe zugelassen. In Deutschland ist das Antiepileptikum Topiramat (Topamax®) ist seit 2005 zur Migräneprophylaxe zugelassen. Siehe auch Migräne-Therapie-Leitlinien der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) von 2005.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Trizyklische Antidepressiva und Kopfschmerzen: Systematisches Review und Metaanalyse

ZIEL: Es sollte die Wirksamkeit und die ungünstigen Nebenwirkungen von trizyklischen Antidepressiva bei der Behandlung von Kopfschmerzen vom Migränetyp, vom Spannungstyp und von gemischten Kopfschmerzen untersucht werden.

GESTALTUNG: Meta-Analyse.

DATENQUELLE: Medline, Embase, das Cochrane Studienregister, sowie PsycLIT. Es wurden randomisierte Studien berücksichtigt, in denen Erwachsene trizyklische Antidepressiva als einzige Behandlung über mindestens vier Wochen erhielten.

DATENENTNAHME: Die Häufigkeit von Kopfschmerzen (Anzahl der Kopfschmerzattacken bei Migräne bzw. Zahl der Kopfschmerztage bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp), die Stärke von Kopfschmerzen, sowie der Kopfschmerzindex.

ERGEBNISSE: 37 Studien erfüllten die Einschlusskriterien. Trizyklika reduzierten die Zahl der Tage mit Spannungstyp-Kopfschmerzen und die Zahl der Kopfschmerzattacken bei Migräne signifikant im Vergleich zu Placebo (durchschnittliche, standardisierte mittlere Differenz: -1,29, 95% Konfidenzintervall [KI] von -2,18 bis -0,39 bzw. -0,70, 95% KI von -0,93 bis -0,48), aber nicht im Vergleich zu selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (-0,80, 95% KI von -2,63 bis 0,02 bzw. -0,20, 95% KI von -0,60 bis 0.19). Die Wirkung von Trizyklika nahm bei längerer Behandlung weiter zu (β = -0,11, 95% KI von -0,63 bis -0,15; P<0,0005). Trizyklika bewirkten auch mit einer höheren Wahrscheinlichkeit eine Reduktion der Intensität der Kopfschmerzen um mindestens 50% im Vergleich zu Placebo (Spannungstyp: relatives Risiko 1,41, 95% KI von 1,02 bis 1,89, bei Migräne entsprechend 1,80, 95% KI von 1,24 bis 2,62) oder selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (1,73, 95% KI von 1,34 bis 2,22, bzw. 1,72, 95% KI von 1,15 bis 2,55). Trizyklika führten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu ungünstigen Nebenwirkungen als Placebo (relatives Risiko: 1,53, 95% KI von 1,11 bis 2,12) oder selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (2,22, 95% KI von 1,52 bis 3,32), darunter ein trockener Mund (P<0,0005 für beide Vergleiche), Benommenheit (P<0,0005 für beide Vergleiche) und Gewichtszunahme (P<0,001 für beide Vergleiche). Allerdings erhöhte sich die Häufigkeit von Therapieabbrüchen im Vergleich zu Placebo (relatives Risiko: 1,22, 95% von 0,83 bis 1,80) und selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (1,16, 95% KI von 0,81 bis 2,97) nicht.

SCHLUSSFOLGERUNG: Trizyklische Antidepressiva sind wirksam bei der Prävention von Migräne- und Spannungstyp-Kopfschmerzen und sind wirksamer als selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, allerdings mit größeren Nebenwirkungen. Die Wirksamkeit von Trizyklika scheint sich mit der Zeit zu erhöhen.

  1. Jackson JL et al. Tricyclic antidepressants and headaches: Systematic review and meta-analysis. BMJ 2010 Oct 20; 341:c5222
Schlüsselwörter: schmerz, trizyklische Antidepressiva, TZA, kopfschmerzen, Spannungskopfschmerz, migräne, schmerzen, ssri, Amitriptylin, Saroten, Doxepin, Sinquan, Imipramin, Tofranil, nebenwirkung, Diabetes-Mellitus-Typ-II, Spannungskopfschmerzen, Migräneprophylaxe, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Kopfschmerzen, SSRI, Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer, SNRI, selektive Serotonin-Norepinephrin-Wiederaufnahmehemmer, Meta-analyse, risiko, blutzucker, übergewicht, inzidenz, Depressionen, nebenwirkungen, Therapie, Behandlung, Medikament, FDA, Selbstmord, Suizid-Risiko, Antidepressiva, komplikation, migräneattacke, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

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Stand: 25. Mai 2013