Medknowledge

Suchkatalog 

Home

Suche

Datenbanken

Newsletter

Bücher

Kontakt

Englisch

 

Ärzte (mit Login)

Forum für Fachkreise
Fachgebiete
Evidenzbas. Medizin
Medizindatenbanken
Leitlinien

Ärzte (ohne Login)

Online-Fortbildung
Qualitätsmanagement
DRG   ICD-10,  OPS 
Medizinprodukte/Firmen__

Recherche

Medline-Abstracts
Neue Medikamente
Literaturservice

Weiteres

Pharmaseiten-- 
Medizinstudium
Jobs   Ausland

 

Akute Pankreatitis: Aktuelle Therapie-Empfehlungen, 02/2011

In der Fachzeitschrift "Der Arzneimittelbrief" (45/2011) wurde eine ausführliche Übersicht (1) zum Thema "Akute Pankreatitis - aktueller Stand der Therapie" veröffentlicht. Die Autoren geben darin nach Analyse der aktuellen Datenlage Therapie-Empfehlungen. Wir werden im Folgenden keine kompakte Zusammenfassung des Artikels vornehmen, sondern vorwiegend die Punkte kurz zusammenfassen, über die unter den Fachkreisen noch kontrovers diskutiert wird.
Stationäre Aufnahme:

Da bei akuter Pankreatitis zu Beginn keine Prognose über den Verlauf gestellt werden kann, sollen alle Patienten zunächst ein paar Tage stationär aufgenommen werden. Schwere akute Pankreatitis sollte intensivmedizinisch behandelt werden.

Schmerztherapie:

In der Regel mit Opiaten (Morphin und Co.).

Morphin-Einsatz wurde bisher wegen einer möglichen Papillenspasmus der Gallenwege nicht empfohlen. Die Autoren jedoch stellen fest, dass diese Nebenwirkung in klinischen Studien nicht bestätigt wurde. Somit sind die Opiate Mittel der Wahl bei der Schmerztherapie. Desto trotz müssen Patienten mit Opiaten als Schmerztherapie wegen der möglichen Nebenwirkungen überwacht werden. Vor allem kann es unter Opiaten zu einer Ileus-Symptomatik kommen. Es sei noch unklar, ob Opoide in Kombination mit Opoiod-Antagonisten (z.B. Oxycodon plus Naloxon), die die Peristaltik-vermindernde Wirkung der Opiaten gegenwirken könnten, günstiger seien.

Medknowledge-Anmerkung: Das schwach wirksame Opiat Tramadol (Tramal®) als per os aber auch intravenös wäre eine Alternative zur Schmerztherapie (4) bei milder akuter Pankreatitis. Bei schwerer akuter Pankreatitis wäre das Opiat Piritramid (Dipidolor®) durchaus eine Wahlmöglichkeit, Piritramid kann intravenös aber auch subkutan verabreicht werden und zeichnet sich durch raschen Wirkungseintritt.

Ernährung:

Leichte Pankreatitis: Patienten mit leichter akuter Pankreatitis sollten mit der Ernährung anfangen, wenn die Schmerzen besser werden, und das Erbrechen aufhört. Der Kostaufbau sollte langsam mit klaren Flüssigkeiten beginnen (7). Laborwerte, und bildgebende Untersuchungen sollten bei diesen Entscheidungen keine entscheidende Rolle spielen.

Schwere Pankreatitis: Patienten mit akuter schwerer Pankreatitis sind oft mehrere Tage sogar Wochen lang nicht in der Lage sich oral zu ernähren. Eine Meta-Analyse habe gezeigt, dass eine enterale Sonden-Ernährung im Vergleich zur parenteralen Ernährung über intravenöse Infusionen folgende Vorteile habe (siehe auch Cochrane-Übersicht; 2, 5):

  • weniger infektiöse Komplikationen

  • weniger operative Eingriffe

  • kürzere Krankenhausverweildauer und weniger Kosten

Fachgesellschaften haben daher die Empfehlung "Frühe Kostaufbau" in ihre Empfehlungen aufgenommen, wenn auch hinsichtlich der Letalität zwischen enteraler und parenteraler Ernährung keine Unterschiede festgestellt werden konnte.

Des Weiteren wird in der Übersicht darüber informiert, dass in England die nasogastrale Sonde und in den USA nasojejunale Sonde bevorzugt wird. Bisher konnten jedoch die Studien die Überlegenheit der nasojejunalen Sonde nicht eindeutig belegen. (Medknowledge-Anmerkung: Zudem ist die Handhabung und Platzierung einer nasogastralen Sonde, also Magensonde, viel einfacher [7]).  

Patienten, die Ileussymptome aufweisen, sollten auf jeden Fall parenteral ernährt werden.

Antibiotika:

Keine generelle Empfehlung für Antibiotika, auch nicht beim Vorliegen von Nekrosen (Siehe auch Cochrane-Übersicht; 3).

Antibiotika-Therapie wird beim Vorliegen von folgenden Befunden empfohlen:

  • Cholangitis

  • infizierte Nekrosen oder infizierte Pseudozysten (Vor Antibiotika-Beginn Erregernachweis per Nadelaspiration wünschenswert).  Bei Verdacht auf Sepsis wird des Weiteren empfohlen: Entnahme von Blutkulturen, Pneumonie-Ausschluss mittels Rö-Thorax.

Antibiotika-Auswahl für infizierte Nekrosen oder Pseudozysten: Imipenem,  Meropenem,  Chinolone oder auch Cephalosporine der dritten Generation in Kombination mit Metronidazol.

Interventionen bei infizierten Nekrosen oder Pseudozysten:

Überwachung, bei nicht Ansprechen auf Antibiotika-Therapie chirurgische oder endoskopisch/radiologische interventionelle Therapie. Eine aktuelle Studie habe ergeben, dass die Komplikationsrate unter der endoskopisch-radiologischen Drainage und Spülung der Nekrosen geringer war, als unter der offenen chirurgischen Ausräumung der Nekrosen.

Literatur:
  1. Akute Pankreatitis - aktueller Stand der Therapie, Der Arzneimittelbrief, 45/2011
  2. Cochrane-Übersicht: Enteral versus parenteral nutrition for acute pancreatitis, 2009
  3. Antibiotic therapy for prophylaxis against infection of pancreatic necrosis in acute pancreatitis, 2009
  4. Übersicht Akute Pankreatitis - Schmerztherapie bei akuter Pankreatitis, Univ. Greifswald
  5. Akute Pankreatitis: Parenterale vs. Enterale-Ernährung, 2004
  6. Milde akute Pankreatitis: Intravenöse Flüssigkeitsgabe mit anschließender Kostaufbau versus Sofortige Ernährung, 2007
  7. Akute Pankreatitis: Nasogastrale vs. Nasojejunale Sonde, 2005
Schlüsselwörter: akute pankreatitis, schmerzen, morphin, opiate, schmerztherapie, Alkoholismus, ERCP, Bauchspeicheldrüsen-Entzündung, Gallenstein, Akute nekrotisierende Pankreatitis, nahrung, nekrosen, Alkohol, Gallensteine, sonde, magensonde, chronische Pankreatitis, ernährung, enterale sonde, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

Patienten

Übersicht
Krankheiten
Fachkliniken
Medikamente-Preisvergleich

Home Kontakt Impressum  Newsletter Nutzungshinweise

Copyright © 2000 [Medknowledge.de]. Alle Rechte vorbehalten.

Stand: 25. Mai 2013