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CHADS2- vs.
CHA2DS2-VASc-Score: Schlaganfall-Risikoabschätzung und Antithrombotische
Therapie bei Vorhofflimmern, 2011-2012
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Eine Studie (1)
hatte in BMJ 2011 gezeigt, dass
CHA2DS2-VASc-Score besser als CHADS2 abschneidet (Siehe
Tabelle).
Inzwischen ist eine
aktuelle Studie zum Thema 2012 erschienen: Die
große Studie (2) aus Dänemark zeigt ebenfalls, dass
CHA2DS2-VASc-Score bei Vorhofflimmern die Abschätzung des
Schlaganfallrisikos und der Notwendigkeit einer therapeutischen
Antikoagulation verbessert. Das gilt insbesondere für Patienten mit
niedrigsten Score-Werten (0 P). |
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Studie
zu CHA2DS2-VASc-Score 2011 |
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CHADS2-Score ist ein Score-System zur
Schlaganfall-Risikoabschätzung bei Vorhofflimmern. Es dient zur
Klärung der Indikation für eine antithrombotische Therapie anhand
individueller Risikofaktoren. CHADS2-Score wurde in Deutschland auch
vom Kompetenznetz-Vorhofflimmern empfohlen. |
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Die Buchstaben CHADS stehen für die
einzelnen Risikofaktoren: C = chronische Herzinsuffienz, H =
Hypertonie, A = Alter über 75 Jahre, D = Diabetes mellitus, S =
Schlaganfall.
Wenn keine Risikofaktoren vorliegen
(Score 0 ), empfehlen die Leitlinien eine Blutverdünnung mit
Acetylsalicylsäure . Bei hohem Schlaganfallrisiko (Score größer als
1) sollte dagegen eine Blutverdünnung beispielsweise mit dem
Vitamin-K-Antagonist Marcumar erfolgen. Patienten mit
durchgemachtem Schlaganfall haben gleich 2 Punkte (daher CHADS2).
Bei Patienten mit mittlerem Risiko (Score 1) liegt die Entscheidung
über die Art der antithrombotischen Behandlung im Ermessen des
Arztes.
(Quelle:
Kompetenznetz Vorhofflimmern warnt vor Schlaganfallrisiko,
22.09.2008) |
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Es wurde jedoch kritisiert, dass
CHADS2-Score viele Patienten im mittleren-Risiko-Bereich
klassifiziert, wo die Art der antithrombotischen Behandlung im
Ermessen des Arztes liegt. Die Ärzte tun sich dann möglicherweise
schwer, diesen Patienten eine Langzeit-Antikoagulation mit Marcumar
mit all seinen Risiken anzuordnen. |
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Inzwischen gibt es mit CHA2DS2-VASc
ein neues Score-System: Auch CHA2DS2-VASc klassifiziert die
Patienten mit dem Punktzahl 0 im Low-Risk-Bereich, Punktzahl 1 im
Mittleren- und Punktzahl 2 im Hochrisiko-Bereich für Schlaganfälle.
Demnach sollten Patienten, die in der CHA2DS2-VASc-Score mindestens
2 Punkte erreichen, eine orale Antikoagulation mit Marcumar
bekommen. |
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Eine aktuelle Studie verglich CHADS2 mit
dem neuen Score-System CHA2DS2-VASc bei 73,538 Patienten mit nicht
valvulärem-Vorhofflimmern. |
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Tabelle:
Scoring-Unterschiede zwischen CHADS2- und
CHA2DS2-VASc-Score |
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CHADS2 (max. 6 P) |
CHA2DS2-VASc (max. 9 P) |
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Risikofaktor |
Punkte |
Punkte |
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Kongestive Herzinsuffienz |
1 |
1 |
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Hypertonie |
1 |
1 |
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Diabetes |
1 |
1 |
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Vaskuläre Krankheit (z.B.
KHK, PAVK) |
Nicht-Anwendbar |
1 |
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Alter zw. 65-74J |
Nicht-Anwendbar |
1 |
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Alter > 75 |
1 |
2 |
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Weibliches Geschlecht |
Nicht-Anwendbar |
1 |
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Durchgemachter TIA/Schlaganfall |
2 |
2 |
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Von den 16.000 Patienten, die nach
CHADS2 in die Kategorie Low-Risk fallen, wurden 40% bei
CHA2DS2-VASc in die Mittleres-Risiko-, und 22% in die
Hochrisiko-Kategorie klassifiziert.
Von den 24.000 Patienten, die nach
CHADS2 in die Kategorie Mittleres-Risiko fallen, wurden 93% bei
CHA2DS2-VASc in die Hochrisiko-Kategorie klassifiziert. |
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In der Beobachtungszeit nach 1, 5 und 10
Jahren lag die Rate sowie für Krankenhaus-Einweisung und Tod durch
Thromboembolien (u.a. durch Schlaganfall) in der CHA2DS2-VASc-Gruppe
niedriger. (Medknowledge-Anmerkung: Die
Berechnung der Komplikationsraten erfolgte anhand von
Fallzahlangaben pro 100 Patientenjahre. Da es sich nicht um
Prozent-Angaben handelt, hatten wir Schwierigkeiten diese Zahlen zu
interpretieren. Daher geben wir hier ledigliche die
Schlussfolgerungen der Studien-Autoren weiter. Wer es mag, kann die
Statistische-Zahlen im Medline-Abstract lesen). |
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Fazit:
Die Autoren ziehen die Schlussfolgerung, dass CHA2DS2-VASc bei
Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern das
Schlaganfall-Risiko und somit die Notwendigkeit einer
Marcumar-Therapie besser als CHADS2-Score abschätzen konnte.
Insbesondere bei Hochrisiko-Patienten sei CHA2DS2-VASc zur
Risikostratifizierung besser geeignet. Und die Patienten, die von
CHADS2-Score im Niedrig-Risiko-Bereich klassifiziert wurden, hätten
tatsächlich ein niedriges Risiko für Thromboembolien. |
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Medknowledge-Anmerkung: Gut, man kann die Ergebnisse der
Studie sicher nicht weg diskutieren. Es ist aber überraschend, wie
schnell die Patienten mit dem neuen Score CHA2DS2-VASc in Bereich
der Marcumar-Pflichtigkeit kommen: Z.B. Diabetiker mit
Vorhofflimmern. Viele Diabetiker leiden
gleichzeitig unter Hypertonie. Ein Patient mit Diabetes und
Hypertonie hätte schon direkt 2 Punkte, und somit müsste man ihn,
falls keine Kontraindikationen vorliegen, laut CHAD-VASC-Score
grundsätzlich marcumarisieren. |
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Olesen JB et al. Validation of risk stratification schemes for
predicting stroke and thromboembolism in patients with atrial
fibrillation: Nationwide cohort study. BMJ 2011 Jan 31;
342:d124.
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Olesen JB et al: The value of the CHA2DS2-VASc score for
refining stroke risk stratification in patients with atrial
fibrillation with a CHADS2 score 0-1: A nationwide cohort study.
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Schlüsselwörter:
CHADS2 vs. CHA2DS2-VASc-Score, Vorhofflimmern,
cha2ds2-vasc, Antikoagulation, CHADS(2), CHA(2)DS(2)-VASc, Antithrombotika,
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