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Zweimal täglich Exenatid bei
Typ-2-Diabetikern mit Basal-Insulin-Therapie: eine randomisierte,
kontrollierte Studie.
HINTERGRUND: Bei Diabetikern mit
Insulinersatztherapie sind häufig prandiale Interventionen nötig, um
den Hämoglobin A1c (HbA1c)-Zielwert zu erreichen.
ZIEL: In der Studie sollte untersucht
werden, ob bei Patienten unter Insulin glargin der HbA1c-Wert mit
zweimal täglicher Exenatid-Injektion besser gesenkt wird als mit
Placebo-Gabe.
DESIGN: Von Oktober 2008 bis Januar 2010
wurde eine randomisierte, placebokontrollierte Studie mit
Parallelgruppen und Blockstratifizierung nach HbA1c-Wert bei
Aufnahme durchgeführt. Teilnehmer, Studienärzte und medizinisches
Personal waren bezüglich der Behandlungszuteilung verblindet (ClinicalTrials.gov
Registrierungsnummer: NCT 00765817).
ORT: 59 Zentren in 5 Ländern.
PATIENTEN: Erwachsene Typ-2-Diabetiker
mit einem HbA1c-Wert zwischen 7,1% und 10,5%, die Insulin glargin
als Einzeltherapie oder in Kombination mit Metformin und/oder
Pioglitazon erhielten.
BEHANDLUNG: Mithilfe eines zentralen,
computergesteuerten, randomisierenden, interaktiv sprachgesteuerten
Systems erhielten die Patienten über einen Zeitraum von 30 Wochen
Exenatid (10 µg zweimal täglich) oder Placebo.
BESTIMMUNGSPUNKTE: Primärer Outcome war
die Veränderung des HbA1c-Wertes. Der sekundäre Outcome umfasste
folgende Parameter: Prozentsatz der Teilnehmer mit einem HbA1c ≤
7,0% beziehungsweise ≤ 6,5%, ein patientengeführtes Monitoring des
Glucoseprofils mit 7 Bestimmungspunkten, Körpergewicht,
Taillenumfang, Insulindosis, Hypoglykämien und Nebenwirkungen.
ERGEBNISSE: 112 von 138 Teilnehmer der
Exenatid-Gruppe und 101 von 123 Teilnehmer der Placebogruppe
schlossen die Studie ab. Unter Exenatid sank der HbA1c-Wert um
1,74%, unter Placebo um 1,04% (Unterschied zwischen den Gruppen
-0,69% [95% KI, -0,93% bis -0,46%]; p < 0,001). Die Patienten der
Exenatid-Gruppe zeigten eine Gewichtsabnahme von 1,8 kg, die
Patienten der Placebogruppe eine Gewichtszunahme von 1,0 kg
(Unterschied zwischen den Gruppen -2,7 kg [KI, -3,7 bis -1,7]). Der
durchschnittliche Anstieg der Insulindosis lag in der
Exenatid-Gruppe bei 13 U/Tag und in der Placebo-Gruppe bei 20 U/Tag.
Die geschätzte Rate geringfügiger Hypoglykämien war in beiden
Gruppen vergleichbar. 13 Patienten der Exenatid-Gruppe und 1
Teilnehmer der Placebo-Gruppe brachen die Studie aufgrund von
Nebenwirkungen ab (p<0,010). In der Exenatid-Gruppe wurden häufiger
als in der Placebo-Gruppe Übelkeit (41% versus 8%), Diarrhoe (18%
versus 8%), Erbrechen (18% versus 4%), Kopfschmerz (14% versus 4%)
und Opstipation (10% versus 2%) festgestellt.
EINSCHRÄNKUNGEN: Es wurde eine
Kurzzeitstudie durchgeführt. Zu Studienbeginn bestanden leichte
Ungleichgewichte der Gruppen hinsichtlich des Geschlechts der
Teilnehmer, der zusätzlichen Einnahme von glucosesenkenden
Medikamenten und des HbA1c-Wertes. Außerdem waren unter den
Studienabbrechern mehr Teilnehmer der Exenatid-Gruppe als Teilnehmer
der Placebo-Gruppe.
SCHLUSSFOLGERUNG: Bei Typ-2 Diabetikern
mit unzureichender Blutzuckerkontrolle unter Insulin glargin war die
glykämische Kontrolle unter zusätzlicher, zweimal täglicher
Exenatid-Injektion verbessert. Dabei wurden keine relevanten
Hypoglykämien oder Gewichtszunahmen festgestellt. Als Nebenwirkungen
von Exenatid traten Übelkeit, Diarrhoe, Kopfschmerz und Opstipation
auf.
HAUPTFINANZIERUNGSQUELLE: Eli Lilly and
Company sowie Amylin Pharmaceuticals. |