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Beatmung: Früh-Tracheotomie vs verlängerte Intubation und Spät-Tracheotomie, 2011

Es gibt Hinweise, dass eine Früh-Tracheotomie in den ersten 3-6 Tagen der mechanischen Ventilation bei intubierten Patienten die Morbidität und Mortalität im Vergleich Spät-Tracheotomie (nach etwa 2 Wochen) reduzieren könnte. Die Evidenzlage ist dafür noch unklar. Eine aktuelle Studie untersuchte diese Fragestellung bei mechanisch beatmeten Patienten nach einem herzchirurgischen Eingriff.

Die Ergebnisse zeigten, dass die frühe Tracheotomie bei Patienten, die nach einem herzchirurgischen Eingriff eine längerfristige mechanische Beatmung benötigen, keine Vorteile bietet. Diese Resultate werden die Begeisterung für die Früh-Tracheotomie ein wenig dämpfen.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Frühe perkutane Tracheotomie im Vergleich zur verlängerten Intubation von mechanisch beatmeten Patienten nach einem herzchirurgischen Eingriff: Eine randomisierte Studie.

HINTERGRUND: Es bleibt umstritten, ob bei Patienten, welche eine längerfristige mechanische Beatmung benötigen, die Dauer der mechanischen Beatmung sowie die Mortalität durch eine frühe perkutane Tracheotomie reduziert werden können.

ZIEL: Die Verläufe von schwer erkrankten Patienten mit längerfristig bestehender mechanischer Beatmungspflichtigkeit sollten nach randomisierter Zuteilung zu früher perkutaner Tracheotomie oder verlängerter Intubation miteinander verglichen werden.

GESTALTUNG: Prospektive, randomisierte, kontrollierte monozentrische Studie.

UMFELD: Akademisches Zentrum.

PATIENTEN: 216 Erwachsene die nach einem herzchirurgischen Eingriff für mindestens vier Tage eine mechanische Beatmung benötigten.

INTERVENTION: Sofortige, frühe perkutane Tracheotomie oder verlängerte Intubation und Tracheotomie am Tag 15 nach Randomisierung.

MESSUNGEN: Der primäre Endpunkt war die Zahl der Tage ohne mechanische Beatmung während der ersten 60 Tage nach Randomisierung. Sekundäre Endpunkte waren u.a. die Mortalitätsraten nach 28, 60 oder 90 Tagen; die Dauer der mechanischen Beatmung; die Dauer des Aufenthalts auf der Intensivstation und im Krankenhaus; die Anwendung von Sedativa, Analgetika und Neuroleptika; die Häufigkeit von beatmungsassoziierten Pneumonien; nicht geplante Extubationen; Komfort des Patienten und Schwierigkeiten bei der pflegerischen Versorgung; die langfristige, gesundheitsbezogene Lebensqualität; sowie psychosoziale Untersuchungen.

ERGEBNISSE: Es gab während der ersten 60 Tage nach Randomisierung keinen Unterschied an der Zahl der Tage ohne mechanische Beatmung zwischen der Gruppe mit früher perkutaner Tracheotomie und der Gruppe mit verlängerter Intubation (im Durchschnitt 30,4 Tage; Standardabweichung [SA]: 22,4; gegenüber 28,3 Tagen; SA: 23,7; absoluter Unterschied : 2,1 Tage; 95% Konfidenz-Intervall von -4,1 bis 8,3 Tage). Ebenfalls bestand kein Unterschied bei den Mortalitätsraten nach 28, 60 oder 90 Tagen (jeweils 16% gegenüber 21%; 26% gegenüber 28%; 30% gegenüber 30%). Die Dauer der mechanischen Beatmung und des Krankenhausaufenthaltes, wie auch die Häufigkeit von beatmungsassoziierten Pneumonien und anderen schweren Infektionen, waren ebenfalls in beiden Gruppen jeweils ähnlich. Allerdings war die frühe perkutane Tracheotomie assoziiert mit geringerer Anwendung intravenöser Sedativa; kürzerer Dauer hochdosierter Sedativagabe; seltenerer Anwendung von Haloperidol aufgrund von Agitation, Delir, oder beidem; selteneren ungeplanten Extubationen; besserem Patientenkomfort und geringeren Schwierigkeiten bei der pflegerischen Versorgung; sowie mit einem früheren Wiederbeginn einer oralen Ernährung. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 873 Tagen waren das Überleben, die Ergebnisse der psychosozialen Untersuchungen und die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei beiden Gruppen ähnlich.

EINSCHRÄNKUNG: Die Gruppe mit verlängerter Intubation hatte während der ersten 60 Tage mehr Tage ohne mechanische Beatmung als die ursprüngliche Hypothese annahm (durchschnittlich 23,0 Tage; SA: 17,0)

SCHLUSSFOLGERUNG: Die frühe Tracheotomie bietet bei Patienten, die nach einem herzchirurgischen Eingriff eine längerfristige mechanische Beatmung benötigen, keinen Vorteil in Bezug auf die mechanische Beatmung, die Länge des Krankenhausaufenthaltes, die Mortalitätsraten oder die Häufigkeit infektiöser Komplikationen, sowie auf die langfristige gesundheitsbezogene Lebensqualität. Allerdings war die frühe perkutane Tracheotomie, die von den Patienten gut toleriert wurde, mit geringerem Sedativabedarf, höherem Patientenkomfort und einer früheren Wiederaufnahme der Patientenautonomie assoziiert.

HAUPT-FINANZIERUNGSQUELLE: Französisches Ministerium für Gesundheit.

  1. Trouillet J-L et al. Early percutaneous tracheotomy versus prolonged intubation of mechanically ventilated patients after cardiac surgery: A randomized trial. Ann Intern Med 2011 Mar 15; 154:373
Schlüsselwörter: Beatmung: FrühTracheotomie, Spät-Tracheotomie, Luftröhrenschnitt , respiratorische insuffienz, Intubation Medikament, Luftröhrenschnitt, mechanische Ventilation, Pneumonie, Lungenentzündung, Tracheostomie, Beatmung, Luftröhre und Tracheostoma, schnitt, mechanische beatmung, operation, Luftröhre-schnitt, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

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Stand: 25. Mai 2013