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Verschreibung von Fibraten und Fenofibraten boomt in den USA, 2011

Fibrate sind Lipidsenker, und werden bekanntlich zur Senkung von Triglyzeriden eingesetzt. In Deutschland werden u.a. Z.B. Bezafibrat, Fenofibrat  oder Gemfibrozil  eingesetzt.

Die ACCORD-Lipidstudie hat jüngst Zweifel am Sinn einer lipidsenkenden Therapie mit Fibraten aufkommen lassen. Nach einer Meta-Analyse 2010 im Lancet (1) sei die seit Jahrzehnten bewährte Wirkstoffgruppe jedoch durchaus in der Lage, die Rate von Herzinfarkten zu senken, eine Auswirkung auf das Schlaganfallrisiko sei nicht zu erkennen. Also die Wirksamkeit von Fibraten zur Prävention von kardiovaskulären Krankheiten derzeit noch umstritten.

Trotz dieser unklaren Evidenzlage hat eine aktuelle Studie (1) gezeigt, dass die Verordnungen von Fibraten seit Jahren in den USA steigen (insbesondere die der Fenofibrate), wohingegen die Fibratverordnungen in Kanada stabil blieben. Eine Erklärung ist möglicherweise die offensive Vermarktung der Pharmafirmen, die andere könnte die Verwirrung der Ärzte über die unterschiedlichen Studienergebnisse und Leitlinien-Empfehlungen sein.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Einsatz von Fibraten in den Vereinigten Staaten und Kanada

Nach der Veröffentlichung negativer Ergebnisse aus der ACCORD-Studie (Action to Control Cardiovascular Risk in Diabetes Trial), in der die Kombinationstherapie von Fenofibraten plus Statinen bewertet wurde, stieg das Interesse an der Rolle der Fibrate an. Bezüglich der Belege für einen klinischen Nutzen bei den Ergebnissen über den Einsatz von Fibraten kommt den älteren Fibraten wie Gemfibrozil (Gevilon) und Clofibrat das größte Gewicht zu. Das Ziel einer Studie, die im „Journal of the American Medical Association“ erschien war, die Trends beim derzeitigen Einsatz von Fibraten zu untersuchen sowie Unterschiede bei der Verfügbarkeit, das Verhältnis vom Einsatz eines Markenpräparats vs. eines Generikums und  die wirtschaftlichen Auswirkungen in den Vereinigten Staaten im Vergleich zu Kanada. In der Beobachtungs-Kohortenstudie auf Bevölkerungsebene wurden die Daten aus dem IMS Health Register der Vereinigten Staaten und Kanada von Patienten, die zwischen Januar 2002 und Dezember 2009 Fibrate verordnet bekamen, verwendet. Hauptzielparameter waren die abgegebenen Fibratverordnungen sowie die Kosten.

 

Ergebnisse:

In den Vereinigten Staaten stiegen die abgegebenen Fibratverordnungen von 336 Verordnungen/100 000 Einwohner im Januar 2002 auf 730 Verordnungen/100 000 Einwohner im Dezember 2009, ein Anstieg um 117,1%, wohingegen die Fibratverordnungen in Kanada von 402 Verordnungen/100 000 Einwohner im Januar 2002 auf 474 Verordnungen/100 000 Einwohner im Dezember 2009, ein Anstieg um 18,1%. In den Vereinigten Staaten stiegen die Verordnungen von Fenofibraten von 150 /100 000 Einwohner im Januar 2002 auf 440 Verordnungen/100 000 Einwohner im Dezember 2009, ein Anstieg um 159,3%, einschließlich 47,9% Gesamt-Fibratverordnungen in 2002 und 65,2% in 2009. In Kanada stiegen die Fenofibratverordnungen von 321 Verordnungen/100 000 Einwohner im Januar 2002 auf 429 Verordnungen/100 000 Einwohner im Dezember 2009. Das jährliche Größenverhältnis von Generikum zu Markenpräparat in den Vereinigten Staaten betrug 0:1 bis 0,09:1 zwischen 2002 und 2008 während das Verhältnis in Kanada zwischen 2005 und 2008 von 0,51:1 auf 1,89:1stetig zunahm. In den Vereinigten Staaten stiegen die reinen Aufwendungen für Fenofibrate von 11 535 Dollars/100 000 Einwohner/Monat im Jahr 2002 auf 44 9975/100 000 Einwohner /Monat im Jahr 2009 während die Kosten in Kanada von

17 695/100 000 Einwohner/Monat im Jahr 2002 auf 16 112/100 000 Einwohner/Monat im Jahr 2009 sanken. Die Kosten für Fibrate waren in den Vereinigten Staaten im Jahr 2009 dreimal so hoch wie in Kanada. 

 

Fazit:

Während des letzten Jahrzehnts stiegen die Verordnungen von Fibraten (insbesondere Fenofibraten) in den Vereinigten Staaten an, wohingegen die Fibratverordnungen in Kanada stabil blieben.    

  1. Jackevicius CA et al. Use of fibrates in the United States and Canada. JAMA 2011 Mar 23/30; 305:1217
  2. Siehe auch: Meta-Analyse: Fibrate senken Herzinfarktrisiko doch (ein wenig), 17.05.2010
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Stand: 25. Mai 2013