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Aufstieg und Fall eines Mythos: Sind Beta-Blocker bei COPD kontraindiziert? 2011

Die Ärzte sind oft zögerlich, bei COPD-Patienten für andere Indikationen (z.B. für Hypertonie) Beta-Blocker zu verschreiben, da Bronchospasmus als deren mögliche Nebenwirkung angesehen wird. In einer retrospektiven Studie (1) haben Mediziner aus Schottland, die Auswirkungen von Beta-Blockern auf die COPD-Exazerbationen, Hospitalisierungen und Mortalität von COPD-Patienten (mittleres Alter 69) untersucht.

Die Ergebnisse zeigten, dass die Beta-Blocker die Sterblichkeit und die Häufigkeit von Exazerbationen von chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) vermindern können, wenn sie einer etablierten Stufentherapie für COPD hinzugefügt werden. Außerdem bestehen keine negativen Auswirkungen auf die Lungenfunktion.

Die Resultate sind einerseits überraschend, andererseits nicht: Die meisten in der Studie eingesetzten Beta-Blocker waren kardioselektiv (wie Metoprolol, Atenolol), und sie wurden von COPD-Patienten gut toleriert, von denen viele gleichzeitig kardiovaskuläre Krankheiten hatten.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Auswirkungen von Beta-Blockern bei der Behandlung von chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung: Eine retrospektive Kohortenstudie.

ZIEL: Es sollten bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (engl. COPD) für eine Therapie mit Beta-Blockern, die zusätzlich zum etablierten Behandlungsschema bei COPD gegeben werden, die Auswirkungen auf die Mortalität, die Häufigkeit von Krankenhauseinweisungen und von Exazerbationen der COPD untersucht werden.

GESTALTUNG: Retrospektive Kohortenstudie unter Benutzung einer krankheitsspezifischen Datenbank von COPD-Patienten (TARDIS), welche mit der Krankheitsdatenbank für Krankenhauseinweisungen in Schottland verbunden war, der Arzneimittel-Verschreibungsdatenbank der Gemeinde Tayside und der Meldebehörde für Todesfälle in Schottland.

UMFELD: Die Bevölkerung von Tayside in Schottland (2001-2010) mit 5.977 Patienten im Alter von mehr als 50 Jahren und einer Diagnose von COPD.

HAUPT-ERGEBNISS-MESSPUNKT: Relative Risiken für Tod durch jede Ursache, notfallmäßige Anwendung von oralen Kortikosteroiden sowie Atemwegs-bedingte Krankenhauseinweisungen, jeweils errechnet durch proportionale Risikoregression nach Cox, nach Korrektur für beeinflussende Kovariaten.

ERGEBNISSE: Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 4,35 Jahre, das durchschnittliche Alter bei Diagnosestellung betrug 69,1 Jahre, und 88% der benutzten Beta-Blocker waren kardioselektiv. Es wurde bei Therapie mit Beta-Blockern eine Reduktion der Mortalität durch jede Todesursache von insgesamt 22% beobachtet. Außerdem gab es zusätzliche Vorteile durch Beta-Blocker für die Mortalität durch jede Todesursache bei allen Behandlungsstufen der COPD. Im Vergleich zur Kontrollgruppe (welche lediglich eine Inhalationstherapie entweder mit kurzwirksamen Beta-Agonisten oder kurzwirksamen Antimuskarinergika erhielt), betrug das relative Risiko für Tod durch jede Todesursache 0,28 (95% Konfidenz-Intervall [KI] von 0,21 bis 0,39) für eine Behandlung mit inhalativen Kortikosteroiden, langwirksamen Beta-Agonisten und langwirksamen Antimuskarinergika plus Beta-Blockern gegenüber 0,43 (95% KI von 0,38 bis 0,48) ohne Beta-Blocker. Ähnliche Trends, die zusätzliche Vorteile für Beta-Blocker zeigten, wurden auch in der Reduzierung der Gabe von oralen Kortikosteroiden sowie der Häufigkeit von Krankenhauseinweisungen aufgrund von Atemwegserkrankungen beobachtet. Beta-Blocker hatten, wenn sie zusammen entweder mit einem langwirksamen Beta-Agonisten oder einem antimuskarinergen Wirkstoff gegeben wurden, keine negativen Auswirkungen auf die Lungenfunktion bei allen Behandlungsstufen der COPD.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Beta-Blocker können die Sterblichkeit und die Häufigkeit von Exazerbationen von chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) vermindern, wenn sie einer etablierten Stufentherapie für COPD hinzugefügt werden. Dieser Vorteil ist unabhängig von bekannten kardiovaskulären Erkrankungen und der Gabe von Herzmedikamenten. Außerdem bestehen keine negativen Auswirkungen auf die Lungenfunktion.

  1. Short PM et al. Effect of β blockers in treatment of chronic obstructive pulmonary disease: A retrospective cohort study. BMJ 2011 May 10; 342:d2549
Schlüsselwörter: copd, chronisch obstruktuve lungenkrankheit, chronische bronchitis, astma, Leitlinien, Betablocker, Hypertonie, Erstmedikation, Thiaziddiuretika, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Antagonisten, AT-II-Blocker, Bluthochdruck, metoprolol, beta-blocker, beloc, atenolol, bisoprolol, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

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Stand: 25. Mai 2013