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Ist ein niedriger Salzkonsum sogar gefährlich? 2011

Eine aktuelle Studie (1) hat unerwartete Ergebnisse geliefert: Eine niedrig-Salz-Diät war entgegen der bisherigen Lehrmeinung mit einer erhöhten kardiovaskulären Mortalität assoziiert.

Auch in der Presse tauchen immer öfter Berichte (2) auf, ob zu viel Salz wirklich krank macht, und ob ein niedriger Salzkonsum tatsächlich vor Herz- und Kreislauferkrankungen schützt.

Es wäre noch zu früh, aus der aktuellen provokativen Studie (1) klinische Empfehlungen abzuleiten. Man müsste abwarten, wie die Datenlage und die Diskussionen sich in nächster Zeit entwickeln.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Tödliche und nichttödliche Verläufe, die Inzidenz von Bluthochdruck, und Veränderungen des Blutdrucks im Verhältnis zur Natriumausscheidung im Urin

ZUSAMMENHANG: Extrapolationen aus beobachtenden Studien und kurzfristigen interventionellen Studien deuten an, dass eine Mäßigung des Salzkonsums in der Population die Häufigkeit von kardiovaskulären Ereignissen reduzieren könnte.

ZIEL: Es sollte untersucht werden, ob die Ausscheidung von Natrium im Urin über 24 Stunden den Blutdruck und andere Gesundheitsverläufe vorhersagen kann.

GESTALTUNG, UMFELD UND TEILNEHMER: Prospektive, populationsbasierte Studie mit 3.681 Teilnehmern ohne kardiovaskuläre Krankheiten (engl. CVD), welche alle Angehörige von Familien waren, die an der Flämischen Studie von Genen, Umwelt und Gesundheitsverläufen (1985-2004) oder am Europäischen Projekt für Gene und Bluthochdruck (1999-2001) teilnahmen. Von den 3.681 Teilnehmern ohne kardiovaskuläre Krankheiten waren 2.096 zum Aufnahmezeitpunkt normotensiv. 1.499 Teilnehmer erhielten Messungen des Blutdrucks und der Natriumausscheidung im Urin bei Studienaufnahme und der letzten Nachuntersuchung (2005-2008).

HAUPT-ERGEBNISS-MESSPUNKTE: Die Inzidenz von Mortalität und Morbidität sowie die Assoziation zwischen Veränderungen des Blutdrucks und der Natriumausscheidung. Multivariable adjustierte relative Risiken (RRs) gaben das Risiko in Tertilen der Natriumausscheidung im Verhältnis zum durchschnittlichen Risiko der gesamten Studienpopulation an.

ERGEBNISSE: Bei 3.681 Teilnehmern, die im Mittel über 7,9 Jahre beobachtet worden waren, nahm die Zahl der Todesfälle durch CVD in den Tertilen mit höherer Natriumausscheidung im 24-Stunden-Urin ab, von 50 Todesfällen bei niedriger (durchschnittlich 107 mmol), 24 Todesfällen bei mittlerer (durchschnittlich 168 mmol) bis zu 10 Todesfällen bei hoher (durchschnittlich 260 mmol; P<0,001) Natriumausscheidung. Dies ergab Sterberaten von 4,1% (95% Konfidenzintervall [KI] von 3,5%-4,7%), 1,9% (95% KI von 1,5% bis 2,3%) bzw. 0,8% (95% KI von 0,5% bis 1,1%) in den drei Gruppen. Bei multivariabel-adjustierten Analysen behielt diese umgekehrte Assoziation ihre Signifikanz (P = 0,02): das relative Risiko im niedrigen Tertil war 1,56 (95% KI von 1,02 bis 2,36; P=0,04). Die Natriumausscheidung bei Aufnahme in die Studie konnte weder die Gesamtmortalität (P=0,10) noch die Kombination von tödlich und nichttödlichen CVD-Ereignissen (P=0,55) vorhersagen. Bei 2.096 Teilnehmern, die über bis zu 6,5 Jahre hinweg beobachtet worden waren, nahm das Risiko eines Bluthochdrucks über die drei Tertile hinweg nicht zu (P=0,93). Die Häufigkeit des Neuauftretens eines Bluthochdrucks betrug 187 (27,0%; relatives Risiko [RR]: 1,00; 95% KI von 0,87 bis 1,16) im niedrigsten Tertil, 190 (26,6%; RR: 1,02; 95% KI von 0,89 bis 1,16) im mittleren Tertil und 175 (25,4%; RR: 0,98; 95% KI von 0,86 bis 1,12) im Tertil mit der höchsten Natriumausscheidung. Bei 1.499 Teilnehmern, die über bis zu 6,1 Jahre beobachtet wurden, nahm der systolische Blutdruck pro Jahr um 0,37 mmHg zu (P<0,001), wobei die Natriumausscheidung sich nicht veränderte (-0,45 mmol pro Jahr; P=0,15). Allerdings fand sich in multivariabel-adjustierten Analysen bei einer Erhöhung der Natriumausscheidung um 100 mmol eine Assoziation mit einer Erhöhung des systolischen Blutdrucks um 1,71 mmHg, aber ohne Veränderungen des diastolischen Blutdrucks.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: In dieser populationsbasierten Kohorte, veränderte sich der systolische, aber nicht der diastolische Blutdruck mit der Zeit in Relation zur Natriumausscheidung im 24-Stunden-Urin. Diese Assoziation führte aber nicht zu einem höheren Risiko für Bluthochdruck oder für Komplikationen durch kardiovaskuläre Krankheiten. Eine niedrigere Natriumausscheidung war assoziiert mit einer höheren Sterblichkeit durch kardiovaskuläre Krankheiten.

  1. Stolarz–Skrzypek K et al. Fatal and nonfatal outcomes, incidence of hypertension, and blood pressure changes in relation to urinary sodium excretion. JAMA 2011 May 4; 305:1777.
  2. Ernährung: Salz, Drogen und der Streit um den Blutdruck, 07/11
  3. Siehe auch: Cochrane-Übersicht: Salzkonsum-Begrenzung (noch) nicht evidenzbasiert, 06.07.2011. Mehr..  
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Stand: 25. Mai 2013