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Genitalherpes: Hochdosis-Antiviraltherapie gegen Ansteckung, 2012

Genitalherpes: Hochdosis-Antiviraltherapie unterdrückt nicht die Reaktivierung vom genitalen Herpes Simplex Virus Typ 2 (HSV2). Somit ist eine derzeitige antivirale Suppressiontherapie zur Prävention der fortgesetzten Übertragung von HSV nicht effektiv.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Antivirale Therapie in normaler und hoher Dosierung bei kurz anhaltenden Reaktivierungen einer genitalen HSV-2-Infektion: Drei randomisierte, überkreuzte Open-Label Studien

HINTERGRUND: Eine Abhäutung von Haut und Schleimhaut durch Herpes Simplex Virus Typ 2 (HSV-2) tritt vor allem in kurzen, subklinischen Episoden auf. Die Autoren untersuchten, ob eine antivirale Therapie, entweder in normaler oder hoher Dosierung, die Häufigkeit solcher Abhäutungen reduziert.

METHODEN: HSV-2-seropositive, HIV-seronegative Teilnehmer wurden an der virologischen Forschungsklinik der Universität von Washington (Washington State, USA) in die Studie aufgenommen. Es wurden drei getrennte, aber sich ergänzende, überkreuzte Open-Label Studien durchgeführt, in denen folgende Therapieschemata jeweils miteinander verglichen wurden: Keine Medikation mit Aciclovir 400 mg zweimal täglich (Standarddosis Aciclovir); Valaciclovir 500 mg täglich (Standarddosis Valaciclovir) mit Aciclovir 600 mg dreimal täglich (Hochdosis Aciclovir); Standarddosis Valaciclovir mit Valaciclovir 1 g dreimal täglich (Hochdosis Valaciclovir). Die Zuteilungssequenz wurde durch einen Zufallszahlgenerator erstellt. Die Studienmedikamente wurden in identischen, nummerierten und versiegelten Schachteln bereitgestellt. Die Studienphasen dauerten 4-7 Wochen, jeweils getrennt voneinander durch eine einwöchige Auslassphase. Die Teilnehmer nahmen von sich selbst viermal täglich genitale Abstriche für quantitative PCR-Untersuchungen auf HSV-DNA ab. Das Laborpersonal war bezüglich der klinischen Daten der Teilnehmer maskiert. Der primäre Endpunkt war der Vergleich der Abhäutungsrate für jeden individuellen Teilnehmer in jeder Studiengruppe. Die Analyse erfolgte nach Studienprotokoll. Die Studien wurden bei ClinicalTrials.gov registriert.

ERGEBNISSE:Von den 113 Patienten, die randomisiert wurden, erfüllten 90 Teilnehmer die Kriterien für eine Analyse des primären Endpunktes. Die Teilnehmer nahmen 23.605 Abstriche vor, davon waren 1.272 (5,4%) HSV positiv. Die Häufigkeit der HSV-bedingten Abhäutungen war deutlich höher in der Gruppe ohne Medikation (n=384; 18,1% der Abstriche HSV positiv) als in der Standarddosis-Aciclovirgruppe (n=25, 1,2%; Verhältnis der Ereignishäufigkeit [engl. Incidence Rate Ratio; IRR] 0,05; 95% Konfidenzintervall [KI] von 0,03 bis 0,08). Hochdosis-Aciclovir war mit weniger Abhäutungen assoziiert als Standarddosis-Valaciclovir (n=198 [4,2% der Abstriche HSV-positiv] gegenüber  n=209 [4,5%]; IRR 0,79; 95% KI von 0,63 bis 1,00). Die Abhäutungen waren in der Hochdosis-Valaciclovirgruppe seltener als in der Standarddosis-Valaciclovirgruppe (n=164 [3,3%] gegenüber n=292 [5,8%]; IRR 0,54; 95% KI von 0,44 bis 0,66). Die Anzahl der Abhäutungsepisoden pro Personenjahr unterschied sich nicht signifikant zwischen Standarddosis-Valaciclovir (22,6) im Vergleich zu Hochdosis-Aciclovir (20,2; p=0,54) sowie für Standarddosis-Valaciclovir (14,9) im Vergleich zu Hochdosis-Valaciclovir (16,5; p=0,34). Es bestand aber ein signifikanter Unterschied im Vergleich für keine Medikation (28,7) und Standarddosis-Aciclovir (10,0; p=0,001). Die mediane Dauer einer Episode war ohne Einnahme einer Medikation länger als bei Einnahme von Standarddosis-Aciclovir (13h gegenüber 7h; p=0,01), wie auch bei Einnahme von  Standarddosis-Valaciclovir im Vergleich zu Hochdosis-Valaciclovir (10h gegenüber 7h; p=0,03). Es bestand aber kein signifikanter Unterschied zwischen Standarddosis-Valaciclovir und Hochdosis-Aciclovir (8 h gegenüber 8h, p=0,23). Analog dazu war die maximale log10 Zahl der Viruskopien von HSV pro mL höher ohne Einnahme von Medikation als bei Standarddosis-Aciclovir (3,3 im Vergleich zu 2,9; p=0,02) und für Standarddosis-Valaciclovir im Vergleich zu Hochdosis-Valaciclovir (2,5 gegenüber 3,0, p=0,001). Ein signifikanter Unterschied  zwischen Standarddosis-Valaciclovir im Vergleich mit Hochdosis-Aciclovir (2,7 gegenüber 2,8; p=0,66) wurde hier aber nicht gefunden. 80% der Episoden in allen Studiengruppen waren subklinischer Art. Bis auf ein häufigeres Vorkommen von Kopfschmerzen in der Gruppe mit Hochdosis-Valaciclovir (n=13, 30%) im Vergleich zu den anderen Gruppen, wurden alle Medikationen gut vertragen.

INTERPRETATION:

Kurze Ausbrüche einer subklinischen, genitalen Herpes Simplex Virus Typ 2 (HSV2)-Reaktivierung sind häufig, auch während einer hochdosierten Anti-Herpestherapie und sind damit vermutlich verwantwortlich für die fortgesetzte Übertragung von HSV auch bei bestehender Einnahme von Virus-unterdrückender, antiviraler Therapie. Eine effektivere antivirale Therapie ist notwendig um die HSV-Übertragung zu verhindern.

  1. Johnston C et al. Standard-dose and high-dose daily antiviral therapy for short episodes of genital HSV-2 reactivation: Three randomised, open-label, cross-over trials. The Lancet, Volume 379, Issue 9816, Pages 641 - 647, 18 February 2012
Schlüsselwörter: Aciclovir, Zovirax, SVR, Sustained virologic response, Hochdosis-Antiviraltherapie, Virussupression, Famciclovir, Famvir, Herpes Labialis, Lippenherpes, Gürtelrose, Zoster, Virus, Akute Hepatitis C, Virus, supression Chronische Hepatitis C, Interferon-alpha-2b und Interferon, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

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Stand: 25. Mai 2013