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Kochsalz- bzw. Kaliumausscheidung im Urin und Herzinfarkt-Risiko, 2012

Kochsalz-Ausscheidung >7g oder <3g pro Tag ist mit einem kardiovaskulären Morbidität assoziiert. Höhere Kalium-Ausscheidung im Urin ist mit einem niedrigeren Schlaganfall-Risiko assoziiert. Also Zuviel und aber auch zuwenig Kochsalz schädlich.

Bisher wurde vor allem vor hohem Salzkonsum als Risikofaktor für kardiovaskuläre Krankheiten (Hypertonie, Herz- und Schlaganfall) gewarnt. In letzter Zeit sind jedoch zunehmend Studien erschienen, die zeigen, dass auch Zuwenig Koch-Salz (NaCL: Natriumchlorid) gesundheitsschädlich sein kann.

Es wird angenommen, dass Natrium und Kochsalz in der Nahrung und vor allem in der Fertignahrung und Konserven das Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko steigern. Eine aktuelle Studie (1) ging einen indirekten Weg, um das Verhältnis zwischen Salzkonsum und kardiovaskulärem Risiko zu überprüfen. In der Studie wurde Kochsalz- bzw. Kaliumausscheidung im Urin untersucht.

Die Ergebnisse zeigten, dass der Zusammenhang zwischen geschätzter Natriumausscheidung und kardiovaskulären Ereignissen J-förmig war. Also Zuviel aber auch zuwenig Kochsalz war schädlich. Bis die Datenlage sich gefestigt hat, wäre es zu empfehlenswert, vor allem Frischprodukte und weniger Konserven bei der Ernährung zu verwenden.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Kochsalz- bzw. Kaliumausscheidung im Urin und das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse – welche Zusammenhänge gibt es?

 

In den Industrieländern werden 8-12 g Kochsalz/Tag mit der Nahrung aufgenommen. Die WHO sowie viele medizinische Fachgesellschaften empfehlen eine Verringerung der Kochsalzaufnahme auf 5-6 g/Tag nicht nur für Hypertoniker, sondern inzwischen auch für die Allgemeinbevölkerung, da in zahlreichen Studien gezeigt werden konnte, dass durch den erzielten Blutdruckabfall das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen  gesenkt werden konnte. Ob jedoch Personen mit einer moderaten täglichen Kochsalzzufuhr ihren Konsum weiter reduzieren sollten oder ob eine zu geringe Zufuhr nicht ebenfalls Risiken birgt, war bisher nicht untersucht worden.      

 

Der genaue Zusammenhang zwischen Kochsalz- bzw. Kaliumaufnahme und dem Risiko kardiovaskulärer Komplikationen ist noch ungeklärt, was besonders für Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung gilt. Das Ziel einer Studie, die im „Journal of the American Medical Association“ erschien war, den Zusammenhang zwischen der geschätzten Kochsalz- und Kaliumausscheidung (stellvertretend als Messmethode für die Aufnahme) und kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit kardiovaskulärer Vorerkrankung oder Diabetes mellitus zu bestimmen. Es wurden Beobachtungsanalysen anhand der zwei Studienkohorten (n=28 880) ONTARGET und TRANSCEND (November 2001 bis März 2008 von der ersten Rekrutierung bis zur letzten Nachbeobachtung) durchgeführt. Die 24 Stunden-Natrium- und Kaliumausscheidung im Urin wurde aus einer Morgen-Nüchternurinprobe (Kawasaki-Formel*) geschätzt. Um den Zusammenhang zwischen Natrium- bzw. Kaliumausscheidung, kardiovaskulären Ereignissen und der Mortalität zu beschreiben sowie Referenzkategorien für die Natrium- und Kaliumausscheidung zu identifizieren, wurden natürliche kubische Regressionssplines eingesetzt. Ferner wurde das proportionale Hazardsmodell nach Cox angewendet um den Zusammenhang zwischen Natrium und Kalium im Urin mit kardiovaskulären Ereignissen und der Mortalität zu bestimmen. Die Hauptzielparameter waren Tod aus kardiovaskulärer Ursache, Myokardinfarkt, Schlaganfall und Klinikaufenthalt wegen Herzinsuffizienz.

 

Ergebnisse:

Zu Studienbeginn betrug die mittlere geschätzte Natriumausscheidung im Urin 4,77 g, die Kaliumausscheidung 2,19 g. Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 56 Monaten trat der kombinierte Endpunkt bei 4729 (16,4%) der Teilnehmer auf, aufgeteilt in 2057 Todesfälle aus kardiovaskulärer Ursache, 1412 Myokardinfarkte, 1282 Schlaganfälle und 1213  Klinikaufenthalte wegen Herzinsuffizienz. Verglichen mit der Referenzgruppe, die zu Studienbeginn eine geschätzten Natriumausscheidung von 4 bis 5,99g pro Tag aufwies

(n= 14 156, 6,3% Herztodesfälle, 4,6% Myokardinfarkte, 4,2% Schlaganfälle und  3,8%  Klinikaufenthalte wegen  Herzversagens) war eine höhere Natriumausscheidung zu Studienbeginn assoziiert mit einem höheren Risiko für den Herztod (9,7% bei 7-8 g/Tag und 11,2% bei >8 g/Tag), für den Myokardinfarkt (6,8% bei >8g/Tag), für den Schlaganfall (6,6% bei > 8g/Tag) und für den Klinikaufenthalt wegen Herzversagens (6,5% bei > 8g/Tag). Eine niedrigere Natriumausscheidung war assoziiert mit einem erhöhten Risiko für den Herztod (8,6% bei 2-2,99 g/Tag und 10,6% bei < 2g/Tag) sowie für einen Klinikaufenthalt wegen Herzinsuffizienz (5,2% bei 2-2,99 g/Tag). Verglichen mit einer geschätzten Kaliumausscheidung von weniger als 1,5 g/Tag (n=2194, 6,2% Schlaganfallrisiko) war eine höhere Kaliumausscheidung mit einem geringeren Schlaganfallrisiko assoziiert (4,7% bei 1,5-1,99g/Tag; 4,3% bei 2-2,49 g/Tag; 3,9% bei 2,5-3 g/Tag und 3,5% bei <3 g/Tag).

 

Fazit:

Der Zusammenhang zwischen geschätzter Natriumausscheidung und kardiovaskulären Ereignissen war J-förmig. Verglichen mit einer Natriumausscheidung von 4-5,99 g/Tag war eine Ausscheidung von mehr als 7 g/Tag mit einem erhöhten Risiko für alle kardiovaskulären Ereignisse assoziiert ebenso wie eine Natriumausscheidung von weniger als 3 g/Tag mit einem erhöhten Risiko für den Herztod und einen Klinikaufenthalt wegen Herzinsuffizienz assoziiert war. Eine höhere Kaliumausscheidung war assoziiert mit einem reduzierten Schlaganfallrisiko.         

*Kawasaki-Formel: Damit kann man die innerhalb von 24 Stunden ausgeschiedene Menge an Natrium- und Kaliumionen aus deren Konzentration in einer einzigen Urinprobe abschätzen. Die berechnete Ausscheidung von Natrium- und Kaliumionen pro Tag entspricht bei einer gesunden Person der täglichen Aufnahme. So kann zum Beispiel die tägliche Aufnahme von Kochsalz durch die Nahrung mit Hilfe der Kawasaki-Formel abgeschätzt werden.

  1. O'Donnell MJ et al. Urinary sodium and potassium excretion and risk of cardiovascular events. JAMA 2011 Nov 23/30; 306:2229.
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Stand: 25. Mai 2013