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Kosteneffektivität einer Präexpositionsprophylaxe zur HIV-Prävention bei homosexuellen Männern -  Kombi-Medikament Truvada® zur HIV-Prävention in den USA zugelassen, 07/2012

Präexpositionsprophylaxe zur HIV-Prävention teuer aber wirksam - Truvada zur Präexpositionsprophylaxe der sexuell erworbenen HIV-Infektion in den USA zugelassen

In den USA kommt es jährlich etwa 50.000 neuen HIV-Infektionen, von denen ca. die Hälfte auf Männer, die mit Männern Sex haben, fällt. In einer früheren Studie (2) bei HIV-negativen homosexuellen Männern hatte die tägliche Prophylaxe mit anti-retroviralen Medikamenten (orale Kombinationstherapie mit Emtricitabin und Tenofovir) die HIV-Inzidenz annähernd 50% bis 70% gesenkt. In einer aktuellen Studie (1) haben Mediziner die Kosteneffektivität einer anti-retrovirale Präexpositionsprophylaxe bei homosexuellen Männern überprüft. Die Ergebnisse zeigten, wenn auch die Präexpositionsprophylaxe insgesamt teuer ist, sie ist jedoch eindeutig Kosteneffektiv, da dadurch noch höhere Kosten durch neue HIV-Erkrankungen vermieden werden.

-Nachtrag zu der aktuellen Studie (1): In den USA ist Kombi-Medikament Truvada® (Tenofovir und Emtricitabin) zur HIV-Prävention aktuell Juli 2012 zugelassen, 16.07.2012

FDA hat in den USA zum ersten Mal ein Medikament zur Vorbeugung einer sexuell erworbenen HIV-Infektion zugelassen (3,4). Die Ereignisse überschlagen sich hiermit. Erst kürzlich war der HIV-Schnelltest in den USA zugelassen.

Das Kombipräparat Truvada soll vor allem die Risikogruppen (homosexuelle, bisexuelle, Menschen mit infiziertem Partner) vor neuer HIV-Infektion schützen. Ein negativer HIV-Test vor der Einnahme ist Voraussetzung. FDA betont, dass die Präexpositions­prophylaxe mit Truvada die bewährten Schutzmethoden wie Kondome nicht ersetzt, während Kritiker befürchten, dass die Menschen nach der Zulassung von Truvada die bisherigen Vorsichtsmaßnahmen bei sexuellen Kontakten aus einem unberechtigten Sicherheitsgefühl aus vernachlässigen werden. Des Weiteren könnten die Medikamenten-Resistenzen der HIV-Viren darunter zunehmen.

In Deutschland ist Truvada-Tabletten nicht zur HIV-Prävention, sondern nur zur Therapie einer bereits vorhandenen HIV-Infektion zugelassen.

Ausführlichere Daten der aktuellen Studie (1): 

Die Kosteneffektivität einer Präexpositionsprophylaxe für die Prävention von HIV in den Vereinigten Staaten bei Männern, die mit Männern Sex haben

 

HINTERGRUND:

Eine vor kurzem durchgeführte, randomisierte, kontrollierte Studie zeigte, dass eine tägliche orale Präexpositions-Chemoprophylaxe (engl. PrEP) effektiv darin war, eine HIV-Infektion bei Männern, die mit Männern Sex haben (engl. men who have sex with men, [MSM]) zu verhindern. Das Zentrum für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) stellte vor kurzem vorläufige Leitlinien bereit für die Anwendung von PrEP bei MSM mit einem hohen Risiko für HIV.  Vorhergehende Studien erreichten keine übereinstimmende Einschätzung der Kosteneffektivität.

ZIEL: Es sollte die Wirksamkeit und die Kosteneffektivität von PrEP bei MSM in den Vereinigten Staaten untersucht werden.

GESTALTUNG: Es wurde ein dynamisches Modell der Übertragung von HIV und dessen Fortschritt in Verbindung mit einer detaillierten wirtschaftlichen Analyse erstellt.

DATENQUELLEN: Publizierte wissenschaftliche Artikel.

ZIEL-POPULATION: MSM im Alter von 13 bis 64 Jahre in den Vereinigten Staaten.

ZEITLICHER HORIZONT: Lebenslang.

PERSPEKTIVE: Gesellschaftlich.

INTERVENTION:PrEP wurde sowohl in der allgemeinen MSM-Bevölkerung als auch bei Hochrisiko-MSM untersucht. Auf der Basis von klinischen Studien wurde angenommen, dass durch PrEP das Infektionsrisiko um 44% reduziert wird.

ERGEBNIS-MESSPUNKTE: Neue HIV-Infektionen, verlorene qualitätsadjustierte Lebensjahre (engl QALYs) und Kosten, sowie die abgestuften Kosteneffektivitäts-Verhältnisse.

ERGEBNISSE DER BASISMODELL-ANALYSE: Der Beginn einer PrEP bei 20% der MSM in den Vereinigten Staaten würde neue HIV-Infektionen um ungefähr 13% reduzieren und in einem Gewinn von 550.166 QALYs über 20 Jahre hinweg resultieren, bei Kosten von 172.091 US-Dollar pro gewonnenem QALY. Der Beginn einer PrEP bei einem größeren Anteil der MSM würde mehr Infektionen verhindern, aber auch erhöhte Kosten pro gewonnenem QALY bedeuten (bis zu 216.480 US-Dollar wenn alle MSM eine PrEP erhalten würden). Präexpositions-Chemoprophylaxe die nur bei Hochrisiko-MSM durchgeführt wird kann die Kosteneffektivität erhöhen. Für MSM mit durchschnittlich 5 Partnern im Jahr kostet die PrEP ungefähr 50.000 USD pro gewonnenem QALY. Es würden 75 Milliarden US-Dollar zusätzlich an Gesundheitsversorgungs-Kosten entstehen, wenn alle Hochrisiko-MSM für 20 Jahre mit PrEP versorgt werden würden. Die Verhinderung einer HIV-Infektion würde dabei 600.000 US-Dollar kosten. Im Vergleich dazu entstehen bei einer Behandlung von 20% der MSM 95 Milliarden US-Dollar zusätzliche Kosten, die Verhinderung einer HIV-Infektion kostet dann 2 Millionen US-Dollar.

ERGEBNIS DER SENSITIVITÄTS-ANALYSE: PrEP in der allgemeinen MSM-Bevölkerung würde weniger als 100.000 US-Dollar kosten, wenn die antiretroviralen Medikamente der PrEP weniger als 15 US-Dollar täglich kosten würden oder falls die PrEP-Wirksamkeit mehr als 75% betragen würde.

EINSCHRÄNKUNG: Bei der Untersuchung von PrEP bei Hochrisiko-MSM haben die Autoren kein Modell untersucht mit einer Mischung aus Niedrig- und Hochrisiko-MSM aufgrund von fehlenden Daten über die Vermischungsmuster.

SCHLUSSFOLGERUNG: Die Präexpositions-Chemoprophylaxe für HIV in der allgemeinen Bevölkerung von Männern, die mit Männern Sex haben (MSM), könnte eine substantielle Anzahl an HIV-Infektionen verhindern, allerdings unter hohen Kosten. Die Anwendung nur bei Hochrisiko-MSM ist recht günstig im Vergleich zu anderen Interventionen, welche als kosteneffektiv angesehen werden, aber zu jährlichen Ausgaben für Präexpositions-Chemoprophylaxe von mehr als 4 Milliarden US-Dollar führen könnten.

Literatur
  1. Juusola JL et al. The cost-effectiveness of preexposure prophylaxis for HIV prevention in the United States in men who have sex with men. Ann Intern Med 2012 Apr 17; 156:541.
  2. Grant RM et al. Preexposure chemoprophylaxis for HIV prevention in men who have sex with men. N Engl J Med 2010 Nov 23
  3. USA: Truvada für HIV-Prävention zugelassen, 17.07.2012
  4. FDA: FDA approves first drug for reducing the risk of sexually acquired HIV infection: Evidence-based approach enhances existing prevention strategies, 16.07.2012
Schlüsselwörter: HIV-Präexpositionsprophylaxe, HIV-Prophylaxe, Truvada, Tenofovir und Emtricitabin, bisexuell, homosexuelle, infizierter partner, drogenabhängig, Risiko-Gruppen, expositionsprophylaxe, vorbeugung, früherkennung, drogen, ungeschützer sex, analsex, HIV, AIDS, kondome, heterosexuelle, kondom, kombinationstherapie, prävention, the day-after-pille, übertragung, HIV-vorsorge, schwule, homosexuelle, infektion, test, treat, USA, HIV-Screening, sexuell übertragbare krankheiten, std, infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

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Stand: 25. Mai 2013