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Entgiftungstherapie für Narcotic Bowel Syndrome (NBS), 24.10.2012

Entgiftungstherapie bei Patienten mit "Narcotic Bowel Syndrome (NBS)" war effektiv.

Das Narcotic Bowel Syndrome (NBS) gehört zu den durch Opioiden ausgelösten gastrointestinalen Störungen. Die Patienten leiden unter chronischen oder oft wiederkehrenden abdominellen Schmerzen, die mit Opioiden behandelt werden. Der Schmerz nimmt bei nachlassender Opioidwirkung nimmt und bessert sich bei erneuter Opioideinnahme wieder. Paradoxerweise werden unter dieser Opioidtherapie die Bauchschmerzen jedoch im Laufe der Zeit immer häufiger, länger anhaltend und auch intensiver. Das NBS kann nach abdominellen Eingriffen sowie chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder funktionellen Störungen auftreten, die mit Opioiden behandelt wurden.

Das Narcotic Bowel Syndrome (NBS) ist gekennzeichnet durch eine paradoxe Zunahme abdomineller Schmerzen im Zusammenhang mit kontinuierlich eingenommenen oder ansteigenden Narkotikadosen. Eine Studie, die im „American Journal of Gastroenterology" erschien, bewertete die klinischen und psychosozialen Merkmale von Patienten mit Narcotic Bowel Syndrome (NBS) und das Ansprechen auf eine Entgiftungsbehandlung.
In einem Zeitraum von zwei Jahren wurden 39 Patienten, die sich in der Gastroenterologischen Ambulanz der Universität North Carolina in Chapel Hill (UNC) mit Verdacht auf Narcotic Bowel Syndrome vorstellten, in ein Entgiftungsprogramm aufgenommen.
Klinische und psychosoziale Daten sowie Daten zum Gesundheitszustand und den klinischen Ergebnissen wurden vor und nach der Entgiftung erhoben. Die Ziele der Studie waren: Charakterisierung der Patienten mit Verdacht auf Narcotic Bowel Syndrome, Bewertung des Ansprechens auf eine Entgiftung und deren Nebenwirkungen, Identifikation klinischer und psychosoziale Prädiktoren für ein Ansprechen auf die Behandlung, Bestimmung der klinischen Ergebnisdaten 3 Monate nach der Entgiftung sowie des Zeitrahmens, nach dem Patienten rückfällig werden.
Von den 39 entgifteten Patienten erreichten 89,7% die vordefinierten Kriterien. Die meisten Patienten hatten ein gutes Bildungsniveau (14,5 +/- 2,3 Jahre Schulbildung), waren weiblich (92,3%) und kamen mit einer Vielzahl an Diagnosen (21% irritables Colon/funktionell, 37% entzündliche Darmerkrankung und andere strukturelle Erkrankungen, 29% Fibromyalgie und andere funktionelle somatische oder orthopädische Erkrankungen sowie 13% postoperative oder andere Erkrankungen).
Sie nahmen die Einrichtungen des Gesundheitswesens häufig in Anspruch (115,3 +/- 10,1 Konsultationen/ 6 Monate; 6,5 +/- 1 Hospitalisationen/2 Jahre; 6,4 +/- 2,0 chirurgische Eingriffe/Lebenszeit). 82,1% waren arbeitslos. Trotz hoher Dosen von Betäubungsmitteln (intravenöses Gesamt-Morphinäquivalent 75,3 +/- 78,0
mg/Tag) lagen die Schmerz-Scores hoch (52,9 +/- 28,8 auf der visuellen Analgoskala VAS; 257,1 +/- 139,6 auf dem „functional bowel disorder severity index", 17,2+/-10,2 McGill Pain und stärker als Wehen oder postoperative Schmerzen). Es wurde über zahlreiche Symptome berichtet (n=17,8 +/-10,2) und diese als mäßig bis schwer eingestuft. Die psychosozialen Skalen zeigten ein hohes Maß an Katastrophisierung (19,9 +/- 8,6), eine schlechte Tagesform (Short Form-36: körperlich 28,3 +/- 7,7; mental 34,2 +/-11, schlechter als Tetraplegie). 28,2% litten an einer klinischen Depression und 33,3% unter Ängsten (Hospital Anxiety and Depression Scale). Die Entgiftung wurde bei 89,7% erfolgreich durchgeführt. Der abdominale Schmerz war nach der Entgiftung um 35% reduziert, nichtabdominale Schmerzen um 42% und das Katastrophisieren verbesserte sich signifikant. 56,4% galten als Responder, wobei 48,7% eine mindestens 30%ige Schmerzreduktion erreichten. Drei Monate nach der Entgiftung waren 45,8% zu der Einnahme von Betäubungsmitteln zurückgekehrt. Bei denjenigen, die nach drei Monaten keine Narkotika mehr einnahmen, waren die Werte der VAS (Visual Analog Scale)- Schmerzskala für abdominale Schmerzen 75% niedriger als vor der Behandlung im Vergleich zu denjenigen, die wieder Narkotika verwendeten (24% niedriger). Die erfolgreiche Entgiftung und ein gutes klinisches Ansprechen waren assoziiert mit einem niedrigen Missbrauchspotenzial (Current Opioid Misuse Measure Score < 9).
Fazit: Trotz schwerer Schmerzen, mangelhafter Bewältigung und schlechtem Gesundheitszustand waren fast alle Patienten mit Narcotic bowel syndrome in der Lage, mit der Narkotikaeinnahme aufzuhören und eine signifikante Verbesserung der Schmerzen und ihrer Bewältigung zu erfahren. Nach drei Monaten war jedoch fast die Hälfte davon rückfällig geworden. Diejenigen, die keine Narkotika mehr einnahmen, zeigten bessere Werte auf den Schmerzskalen. Diese Studie liefert rationale Gründe für die Entgiftungsbehandlung von Patienten mit Narcotic Bowel Syndrome zur Verbesserung des klinischen Zustands. Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig um den Mechanismus für die hohe Rezidivrate zu verstehen.
Schlüsselwörter: Narcotic Bowel Syndrome, NBS, ileus, Tumor, Schmerzen, Therapie, Behandlung, Prucaloprid, Methylnaltrexon, 5-HT4 Rezeptor-Agonist, entgiftung, entwöhnungstherapie, darmtätigkeit, Serotonin-Agonist, Antagonist, Opiate, Morphin, subileus, entwöhnung, entzug, darm,infektion, klinik, krankenhaus, Krankheit, Studie, kliniken, krankenhäuser, Therapie, infektionen, kind, Behandlung, kliniken, kinder, krankenhäuser, Medikament, Studien, krankheiten, 

 

 

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Stand: 25. Mai 2013