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Krankenversicherung: Wettbewerb versus planwirtschaftliche Steuerung (Gesundheitsfonds)

Deutschland steht mit dualem Kassensystem in Europa allein da, 14.07.2009

"Deutschland steht mit seinem System eines dualen Systems aus gesetzlichen und privaten Krankenkassen europaweit mittlerweile alleine da. Eine ähnliche Aufteilung habe es zuletzt nur noch in den Niederlanden gegeben, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse der DGB-nahen Hans-Böckler-Stiftung...

Als leicht umsetzbare Reform wird ein Modell vorgeschlagen, in dem für alle Krankenversicherungen die gleichen Regeln gelten. So gäbe es keine systematischen Wettbewerbsvor- oder -nachteile für einen bestimmten Versicherungstyp. „Ein solches Modell wäre auch mit dem neu eingeführten Gesundheitsfonds kompatibel“, schreiben die Gesundheitsexperten.

Der Staat würde dann einen Mindestkatalog der von der Standardversicherung abzudeckenden medizinischen Leistungen vorgeben. Den Versicherungsträgern stünde es frei, ihren Mitgliedern weitere, extra zu bezahlende Leistungen.."

Krankenversicherungsreform in den Niederlanden führt zur Marktbereinigung, 06.07.2009

Medknowledge-Anmerkung: In Niederlanden wurde das neue Kassensystem bereits 2006 eingeführt,  sodass dort bereits langjährige Erfahrungen vorliegen.

Der Staat in Niederlande gibt einen Mindestkatalog der von der Standardversicherung abzudeckenden medizinischen Leistungen vor (Basisversorgung). Die Versicherungen entscheiden dann selbständig,  ob sie ihren Mitgliedern weitere, extra zu bezahlende Leistungen anbieten.

Wäre das niederländische System nicht die bessere Alternative zu den jetzigen Gesundheitsfonds in Deutschland gewesen? Eine wettbewerbliche Ausgestaltung würde viel mehr Beitragsstabilität als jegliche planwirtschaftliche Steuerung (wie bei Gesundheitsfonds) leisten.  

"Zwei Jahre nach Einführung des neuen Krankenversicherungsgesetzes in den Niederlanden im Jahr 2006 sind von einst 33 Krankenversicherungen nur noch zwölf Unternehmen übrig geblieben. Die vier größten Anbieter verfügen über einen Marktanteil von fast 90 Prozent. Dies geht aus einem Aufsatz in „Zeitschrift für Sozialrecht“ hervor.

Die Schaffung eines einheitlichen Krankenversicherungssystems auf privatrechtlicher Basis mit wettbewerblicher Ausrichtung habe zu einem intensiven Preiskampf zwischen den Unternehmen geführt..Die Versicherungsprämien seien dabei niedriger als erwartet ausgefallen..(es) herrscht Kontrahierungszwang....Um Wettbewerbsverzerrungen und Risikoselektion vorzubeugen, erhalten die Versicherungen Ausgleichszahlungen aus dem Krankenversicherungsfonds. Ferner können die Unternehmen mit Krankenhäusern und Ärzten Einzelverträge abschließen..."

Wechsel-Euphorie der Versicherten ebbt nach der Reform der Krankenkassen in den Niederlanden ab, 12.02.2007

Abschaffung der gesetzliche Krankenversicherung: Hausärzte in den Niederlanden verhandeln mit privaten Kassen, 04.08.2006

Schlüsselwörter: Krankheit, Studie, klinik, krankenhaus, Therapie, Behandlung, kliniken, krankenhäuser, Medikament, Studien

 

 

 

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Stand: 20. September 2008