Krankenversicherungsreform
in den Niederlanden führt zur
Marktbereinigung, 06.07.2009
Medknowledge-Anmerkung:
In Niederlanden wurde
das neue Kassensystem bereits 2006
eingeführt, sodass
dort bereits langjährige
Erfahrungen vorliegen.
Der
Staat in Niederlande gibt einen
Mindestkatalog der von der
Standardversicherung
abzudeckenden medizinischen
Leistungen vor
(Basisversorgung). Die
Versicherungen entscheiden dann
selbständig, ob sie ihren
Mitgliedern weitere, extra zu
bezahlende Leistungen anbieten.
Wäre das niederländische
System nicht die bessere
Alternative zu den jetzigen
Gesundheitsfonds in Deutschland
gewesen? Eine wettbewerbliche
Ausgestaltung würde viel mehr
Beitragsstabilität als jegliche
planwirtschaftliche Steuerung (wie bei Gesundheitsfonds)
leisten.
"Zwei
Jahre nach Einführung des neuen
Krankenversicherungsgesetzes in
den Niederlanden im Jahr 2006
sind von einst 33
Krankenversicherungen nur noch
zwölf Unternehmen übrig
geblieben. Die vier größten
Anbieter verfügen über einen
Marktanteil von fast 90 Prozent.
Dies geht aus einem Aufsatz in
„Zeitschrift für Sozialrecht“
hervor.
Die
Schaffung eines einheitlichen
Krankenversicherungssystems auf
privatrechtlicher Basis mit
wettbewerblicher Ausrichtung
habe zu einem intensiven
Preiskampf zwischen den
Unternehmen geführt..Die
Versicherungsprämien seien
dabei niedriger als erwartet
ausgefallen..(es) herrscht
Kontrahierungszwang....Um
Wettbewerbsverzerrungen und
Risikoselektion vorzubeugen,
erhalten die Versicherungen
Ausgleichszahlungen aus dem
Krankenversicherungsfonds.
Ferner können die Unternehmen
mit Krankenhäusern und Ärzten
Einzelverträge
abschließen..."