frei#  Lithium wird auch in Deutschland häufig als "Stimmungs-Stabilisator" bei rezidivirenden unipolaren (schwere Depression) und bipolaren Störungen eingesetzt. Eine aktuelle Meta-Analyse (1) in der Fachzeitschrift BMJ untersuchte die präventive Wirkung von Lithium für Suizid und Selbstverletzungen bei Patienen mit unipolaren und bipolaren Affekt-Störungen.

Die Autoren haben insgesamt 48 randomisiert-kontrollierte Studien (6674 Teilnehmer, 15 Vergleichsstudien) analysiert. Lithium war zur Suizidprävention signifikant wirksamer als Placebo (OR 0.13). Unter Lithium liess es sich jedoch verglichen mit dem Plazebo keine klaren Vorteile bezüglich der Prävention von Selbstverletzungen erkennen. Bei unipolarer Depression war Lithium-Einnahme im Vergleich zu Placebo mit einem reduzierten Suizid-Risiko und Mortalität assoziiert.Verglichen mit anderen Medikamenten wie Valproat, Quetiapin, Olanzapin war Lithium zumindest ähnlich wirksam, der Unterschied fiel lediglich gegenüber Carbamazepin bei Selbstverletzungen signifikant besser aus.

Fazit: Lithium ist zur Suizid-Prävention bei Patienten mit affektiven Störungen eine effektive Therapie. Lithium entfaltet seine anti-suzidale Wirkung vermutlich durch Reduktion der Rezidive der Affektstörungen. Möglicherweise verringert Lithium auch Aggressionen und Impulsivität.

1-Cipriani et al: Lithium in the prevention of suicide in mood disorders: updated systematic review and meta-Analysis

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