Frei#  Es existieren Unterschiede bezüglich der Lebenserwartung der Menschen mit psychischen Krankheiten ( wie Depressionen, Psychose, Alkohol- und Drogenkrankheiten, Anpassungsstörungen) und der allgemeinen Bevölkerung. Eine aktuelle Studie (1) aus Australien verglich die Mortalität der Psychiatrie-Patienten mit der der allg. Bevölkerung, und analysierte die Ursachen für die Unterschiede zwischen beiden Gruppen.

Es wurden die Daten von 292585 Patienten, die in den „mental health services" in West-Australien von 1985-2005 registriert sind, analysiert.

Zwischen 1985 bis 2005 stieg die Lebenserwartung der allg. Bevölkerung von 73.1 auf 79.1 Jahre für Männer, und von 79.3 auf 83.8 Jahre für Frauen. Bei psychiatrischen Patienten betrug dieser Anstieg von 59.6 auf 63.2 Jahre für Männer, und von 68.9 auf 71.8 Jahre für Frauen.

Bei Patienten, die in den letzten 5 Jahren wegen aktiver psychischer Krankheit, psychologische oder psychiatrische Hilfe gesucht hatten, betrug die Lebenserwartungs-Lücke von 13.5 bis 15.9 Jahre für Männer und von 10.4 bis 12.0 Jahre für Frauen. Den größten Unterschied wiesen die Patienten mit Alkohol- oder Drogen-Krankheiten auf (> 20 Jahre). 77.7% der exzessiver Mortalität bei Menschen mit psychischen Krankheiten wurde durch körperliche Erkrankungen verursacht: Kardiovaskuläre Krankheiten wie Herzinfarkt/Schlaganfall/Thrombose 30%, Krebs 13.5%. Suizid war die Ursache bei 14% der Todesfälle.

Fazit: Obwohl es bekannt ist, dass die Menschen mit psychischen Krankheiten eine erhöhte Mortalität haben, stieg der Unterschied in der Lebenserwartung zwischen allgemeiner Bevölkerung und den Psychisch-Kranken zu Ungunsten der letzten.

Autoren betonen die Notwendigkeit, die öffentlichen gesundheitlichen Bemühungen zu verbessern, um die Mortalitäts- und Suizid-Rate der Menschen mit psychischen Krankheiten zu reduzieren.

Medknowledge-Anmerkung: Also, die Patienten mit psychischen Krankheiten haben nicht nur häufiger Sucht-Probleme, auch häufiger höhere Risikofaktoren für kardiovaskuläre Krankheiten wie Diabetes, Übergewicht usw. Es ist eine große Herausforderung für die Gesellschaft diese zunehmende Lücke bezüglich der Lebenserwartung zumindest anzuhalten.

1-Lawrence D et al. The gap in life expectancy from preventable physical illness in psychiatric patients in Western Australia: Retrospective analysis of population based registers. BMJ 2013 May 21; 346

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