Frei#  Sport-Übungen sind eine effektive Therapie der schweren Depressionen (MDD), und haben grundsätzlich anti-entzündliche Effekte auch bei nicht-depressiven Menschen. Patienten mit schweren Depressionen haben oft erhöhte Entzündungs-Cytokine (wie Interleukine IL, oder TNF). Gleichzeitig ist bekannt, dasss Serotoninaufnahmehemmer (SSRIs) erhöhte Cytokine im Blut senken, und ein erhöhter Cytokin-Spiegel trotz SSRI-Therapie möglicherweise auf eine SSRI-Therapie-Resistenz hinweist. Des Weiteren ist es nicht bekannt, ob Sport/Bewegung die entzündliche Aktivität bei diesen Patienten klinisch relevant beeinflusst. Eine aktuelle Studie (1) untersuchte diese Fragestellung.

In der TREAD-Studie (TReatment with Exercise Augmentation for Depression) wurden MDD-Patienten, die auf SSRI-Therapie unzureichend angesprochen hatten, auf zwei verschiedene Sport-Programme (geringe vs. hohe Sport-Intensität) randomisiert: hohe Sport-Intensität-Gruppe mit 16kcal/kg-Vebrauch pro Woche (KKW) versus Niedrig-Sport-Intensität-Gruppe mit 4 KKW für insgesamt 12 Wochen. Cytokine (TNF, IL) wurden vor und nach der Sporttherapie gemessen.

Fazit: Hohe TNF-Werte trotz SSRI-Antidepressiva-Therapie ist mit einer schlechten Prognose verknüpft. Die Ergebnisse der aktuellen Studie deuten gleichzeitig darauf hin, dass hohe TNF-Werte zu Beginn ein gutes Ansprechen auf die Sport-Therapie mit Besserung der depressiven Symptomatik deutet.

Medknowledge-Anmerkung: SSRI-resistente oder -teilresistente Patienten mit schwerer Depression sollten an der Sporttherapie teilnehmen.

1-Rethorst CD et al. Pro-inflammatory cytokines as predictors of antidepressant effects of exercise in major depressive disorder. Mol Psychiatry 2013 Oct; 18:1119

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