Frei#  Die Effizienz der kognitiv-behavorialen Therapie und der psychodynamischen Therapie bei der ambulanten Therapie der schweren Depression: eine randomisiert kontrollierte Studie.

Es wurden zwischen den beiden Therapieformen keine statistisch signifikanten Behandlungsunterschiede bei den Ergebnismesspunkten gefunden. Die durchschnittliche Remissionsrate nach Behandlung betrug etwa 23%. Vermutlich sind Kurzzeit-Psychotherapien sind unzureichend, insbesondere bei Patienten mit chronischem Verlauf.

Die Effizienz der psychodynamischen Therapien für die Depression bleibt auf Grund der wenigen hochwertigen Studien für eine Debatte offen. Die Autoren verglichen die Effizienz der psychodynamischen Therapie mit einer kognitiven-behavorialen Therapie (CBT). Es wurde die Hypothese aufgestellt, dass die psychodynamische Therapie der CBT nicht unterlegen ist und dass zwischen den beiden Therapieformen keine signifikanten Unterschiede bestehen.

Insgesamt wurden 341 Erwachsene, die die DSM-IV Kriterien für eine schwere depressive Episode erfüllten und einen Punktewert auf der Hamilton Depressionsskala (HAM-D) von ?14 hatten, zufällig zu 16 Sitzungen einer individuellen manualisierten CBT oder zu einer kurzzeitigen psychodynamischen unterstützenden Therapie eingeteilt. Schwer depressive Patienten (HAM-D Punktwert von >24) erhielten zusätzlich eine antidepressive Medikation gemäß dem Protokoll. Der primäre Endpunkt war die Remissionsrate nach Behandlung (HAM-D Punktwerte ? 7). Sekundäre Endpunkte schlossen den durchschnittlichen HAM-D-Punktwert nach der Behandlung, den von den Patienten ausgefüllten Depressions-Score und die gemischten Modell-Analysen ein, die intention-to-treat-Stichproben benutzten. Nichtunterlegenheitsgrenzen waren vorher festgelegt als ein Odds Ratio von 0,49 für die Remissionsraten und ein Cohens d Wert von 0,30 für die kontinuierlichen Ergebnismessungen.

Es wurden keine statistisch signifikanten Behandlungsunterschiede bei den Ergebnismesspunkten gefunden. Die durchschnittliche Remissionsrate nach Behandlung war 22,7%. Nichtunterlegenheit wurde für die HAM-D Punktwerte nach Behandlung und für die vom Patienten ausgefüllte Depressionsskala gezeigt, konnte aber nicht für die Remissionsraten nach der Behandlung oder bei den Follow-up-Messungen demonstriert werden.

FAZIT: Die Ergebnisse erweitern die Evidenzbasis für die psychodynamische Therapie in der Behandlung der Depression, aber zeigen auch, dass die zeitbegrenzte Behandlung unzureichend für eine bedeutende Anzahl von Patienten in psychiatrischen ambulanten Kliniken ist.

1-Driessen E et al. The efficacy of cognitive-behavioral therapy and psychodynamic therapy in the outpatient treatment of major depression: A randomized clinical trial. Am J Psychiatry 2013 Sep 1; 170:1041

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