Frei# Landesweite populationsbasierte Kohortenstudie aus Taiwan zur affektiven Störung (wie Depression) nach Schädel-Hirn-Trauma bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Die Ergebnisse zeigten, dass Schädel-Hirn-Trauma (STH) bei Jugendlichen das Risiko für affektive Störungen (wie Depressionen, bipolare Störungen oder auch unspezifische psychische Störungen) innerhalb von 5 Jahren fast verdoppelt (1.52 % vs. 2,97%). Langzeit-Beobachtung der Jugendlichen für affektive Störungen nach einer stattgehabter STH ist angezeigt (Medkowledge-Anmerkung: die Beobachtung sollte vermutlich durch die Kinderärzte oder auch Hausärzte erfolgen).

Ziel der Forscher war es mit Hilfe eines populationsbasierten Datensatzes aus Taiwan den Zusammenhang zwischen Schädel-Hirn-Trauma und affektiver Störung zu ermitteln.

In einer prospektiven Kohortenstudie untersuchten die Wissenschaftler deshalb einen Teil der Forschungsdatenbank der staatlichen Krankenkasse, in welcher Daten von einer Millionen zufällig ausgewählten, stationären und ambulanten Versicherten gesammelt wurden. Es wurden Patienten im Alter von 10 bis 24 Jahren (n=15203) mit, im Zeitraum von 2000-2004, ambulant oder stationär diagnostiziertem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ausgewählt. In die Kontrollgruppe wurden 76015 Versicherte abhängig von Alter und Geschlecht aufgenommen, welche im selben Jahr Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen hatten. Die Diagnose der affektiven Störung wurde innerhalb von fünf Jahren nach dem Trauma gestellt oder im Register des Gesundheitswesens ermittelt. Die demographischen Ausgangswerte, klinische Charakteristika und die prämorbide psychiatrische Situation der Patienten wurden mittels ?2 Analyse verglichen. Ein erhöhtes Risiko für eine affektive Störung während des fünf Jahre dauernden follow-up wurde mit Hilfe von Rohdaten und adjustierten hazard ratios mit 95% Konfidenzintervall, unter Verwendung der proportionalen Hazardregression nach Cox, bestimmt.

Insgesamt wurde bei 451 von 15203 Patienten mit SHT (2,97%) die Diagnose einer affektiven Störung innerhalb des fünf Jahres follow-up gestellt, im Vergleich dazu bei 1153 von 97445 (1,52%) Patienten ohne vorangegangenes SHT. Nach der Adjustierung für ausgewählte prämorbide Nebenerkrankungen blieb das SHT ein signifikanter prädisponierender Faktor mit einem um Faktor 1,96 (95% KI 1,74 bis 2,22) erhöhten Risiko für eine affektive Störung.

Fazit: Die ermittelten Daten der Forscher zeigen eine größere Wahrscheinlichkeit für die Manifestierung von affektiven Störungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen die zuvor ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Empfohlen wird dem Fachpersonal eine sorgfältige Überwachung der physischen und psychischen Auswirkungen des Schädel-Hirn-Traumas.

1-Tsai M-C et al. Mood disorders after traumatic brain injury in adolescents and young adults: A nationwide population-based cohort study. J Pediatr 2013 Oct 8 

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