Frei#  Finasterid (Proscar) ist ein 5-alpha-Reduktase-Hemmer und zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie (BPH). 2003 hatte die Prostate Cancer Prevention Trial gezeigt, dass Einnahme von Finasterid das Risiko, an einem Prostatakarzinom zu erkranken, reduzieren kann (2). Jetzt erschienen die Langzeit-Daten dieser Studie (1).

In der Studie zur Prävention von Prostatakrebs (PCPT, Prostate Cancer Prevention Trial) senkte Finasterid signifikant das Risiko von Prostatakrebs war jedoch assoziiert mit einem erhöhtem Risiko für eine hochgradige Form der Erkrankung. Mittels eines bis zu 18 Jahre andauernden follow-up analysierten Forscher die Überlebensraten aller Teilnehmer und die der Patienten mit Prostatakrebs.

Dazu sammelten die Wissenschaftler Daten über die Inzidenz von Prostatakrebs bei den Teilnehmern des PCPT in einem zusätzlichen Jahr nachdem die Ergebnisse erstmals 2003 veröffentlicht wurden und untersuchten den Social Security Death Index um den Überlebensstatus bis hin zum 31. Oktober 2011 bewerten zu können. Bei den 18880 vergleichbaren männlichen Patienten die für die Studie randomisiert wurden, konnte Prostatakrebs bei 989 von 9423 (10,5%) Patienten in der Finasteridgruppe und bei 1412 von 9457 (14,9%) Patienten in der Placebogruppe diagnostiziert werden (relatives Risiko in der Finasteridgruppe 0,70; 95% Konfidenzintervall 0,65 bis 0,76; p<0,001).

Von den Patienten hatten 333 (3,5%) in der Finasteridgruppe und 286 (3,0%) in der Placebogruppe eine hochgradige Form der Krebserkrankung (Gleason score 7 bis 10) (relatives Risiko 1,17 95% KI 1,00 bis 1,37; p=0,05). Von den Patienten die starben, befanden sich 2538 in der Finasteridgruppe und 2496 in der Placebogruppe was eine Langzeitüberlebensrate von 78% bzw. 78,2% ergab. Das nicht-adjustierte Hazard Ratio für das Versterben in der Finasteridgruppe betrug 1,02 (95% KI 0,97 bis 1,08; p=0,46). Die Zehn-Jahres-Überlebensrate lag bei 83% in der Finasteridgruppe und 80,9% in der Placebogruppe bei Patienten mit niedriggradiger Krebserkrankung sowie bei 73% bzw. 73,6% bei hochgradiger Erkrankung.

Fazit: Finasterid reduziert das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken um etwa ein Drittel. Hochgradige Verläufe der Erkrankung waren eher typisch für die Finasteridgruppe als für die Placebogruppe, jedoch ergaben sich nach 18 Jahren follow-up keine signifikanten Unterschiede der Gruppen bezüglich Gesamtüberleben und Überleben nach diagnostiziertem Prostatakrebs.

1-Thompson IM et al. Long-term survival of participants in the prostate cancer prevention trial. N Engl J Med 2013 Aug 15; 369:603

2-Vorsorge: Präventionsstudie zum Prostatakrebs mit Finasterid (Proscar®), 2003

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