Frei#  Eine aktuelle Studie (1) untersuchte, ob vorab durchgeführte Ganzkörper-Computertomographie bei Patienten mit stumpfen Trauma und Bewusstseinsstörungen die Mortalität reduziert.

Die Autoren hatten die Trauma-Datenbank in Japan retrospektiv nach Patienten mit stumpfem Trauma untersucht, die initial Glasgow-Coma-Score von 3 bis 12 hatten und kreislaufstabil (systolischer RR > 75mmHg) waren, und bei denen eine Kopf-CT so oder so indiziert war.

Insgesamt 5,208 Patienten wurden identifiziert, deren Daten wurden danach analysiert, ob sie Ganzkörper-CT oder nur CTs der einzelnen Regionen erhalten hatten.

Die Ergebnisse zeigten, dass Ganzkörper-Computertomographie bei Patienten mit stumpfem Trauma und Bewusstseinsstörungen im Vergleich zu Patienten ohne Ganzkörper-CT die Mortalität signifikant reduziert (0,24 vs. 0.28).

Fazit: In Japan führte die Integration der Ganzkörper-CT bei Patienten mit stumpfem Trauma und Bewusstseinsstörungen, bei denen eine Kopf-CT sowieso indiziert war, die Sterblichkeit.

Medknowledge-Anmerkung: Woher kommt diese Reduzierung der Mortalität durch frühzeitige Durchführung der Ganzkörper-CT zusätzlich zu CCT? Es ist anzunehmen, dass dadurch versteckte innere Verletzungen und Blutungen früh entdeckt werden. Infolgedessen kann der Patient beispielsweise schneller gezielt operiert werden, bevor er kreislaufinstabil wird und einen Schock entwickelt. Die Japaner haben mit der Methode anscheinend eine große Erfahrung.

1-Kimura A and Tanaka N. Whole-body computed tomography is associated with decreased mortality in blunt trauma patients with moderate-to-severe consciousness disturbance: A multicenter, retrospective study. J Trauma Acute Care Surg 2013 Aug; 75:202

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